An Heiligabend

Ein paar Stunden Beisammensein in der Weihnachtsstube

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Geld vom Stadtrat (v.l.): Karsten Bödeker, der Vorsitzende des höchsten Syker Gremiums, übergab gemeinsam mit Bürgermeisterin Suse Laue den Betrag von 420 Euro an Carola Gähler und Gabriele Klein, die übermorgen zum mittlerweile zehnten Mal gemeinsam die Weihnachtsstube im Gleis 1 anbieten.

Syke - Von Frank Jaursch. In guter Tradition spenden die Abgeordneten des Syker Stadtrats – oder zumindest der größte Teil von ihnen – alljährlich das Sitzungsgeld der Jahresabschluss-Sitzung einem guten Zweck.

In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Weihnachtsstube von Awo Trialog und den Kirchengemeinden im Gleis 1. Sie stellt für Menschen aus der ganzen Region an Heiligabend einen Anlaufpunkt für Menschen dar, die an Heiligabend nicht recht wissen, wohin.

In diesem Jahr öffnet die Weihnachtsstube zum zehnten Mal. Bürgermeisterin Suse Laue und der Ratsvorsitzende Karsten Bödeker übergaben das Geld – immerhin 420 Euro – an die beiden Frauen, die mehr als jeder andere für dieses außergewöhnliche Angebot stehen: Carola Gähler und Gabi Klein.

„Sie bieten den Menschen in Syke ein Ziel, einen Rahmen und einen Raum, um Weihnachten zu feiern“, lobte Laue. Rund 80 Besucher kamen im vergangenen Jahr. Das zeigt zum einen, dass die Idee „Heiligabend nicht allein“ längst in den Köpfen angekommen ist. Und zum anderen, dass es enorm wichtig ist, ein solches Angebot vorzuhalten.

Gäste aus der Region

„Unsere Gäste kommen ja nicht nur aus Syke“, erzählt Carola Gähler, die stellvertretende Leiterin von Awo-Trialog. Sie weiß, dass sich Männer und Frauen auch aus Weyhe und Stuhr, Bassum und Bruchhausen-Vilsen auf den Weg machen. „Wir sind das einzige Angebot weit und breit, das an Heiligabend zu lange aufhat.“

Volle sechs Stunden – von 15 bis 21 Uhr – warten hier besinnliche Atmosphäre, gemeinsames Essen und Trinken, angenehme Gespräche und ein Geschenk auf jeden Besucher. Den klassischen Gast gibt es dabei nicht: „Wir haben einen bunt gemischten Querschnitt“, sagt Gähler. Allein erziehende Väter oder Mütter, ältere Paare, Familien oder Alleinstehende kommen, um „ein paar Stunden Beisammensein“ zu genießen.

Es ist ein Kommen und Gehen im Verlauf der sechs Stunden. Manche kommen um Punkt drei und gehen nach einer Stunde wieder, andere schauen kurz herein, wieder andere bleiben fast die gesamte Zeit.

„Man erfährt so manches Schicksal'“

„Manche entscheiden sich erst Heiligabend zu kommen“, weiß Gähler. Andere sind schon Stammgäste. Nicht nur Gähler und Klein kümmern sich um den richtigen Ablauf. Weitere ehrenamtliche Helfer machen mit, spenden ihre Freizeit. „Es geht nicht darum, den Kaffee auszuschenken“, stellt Gähler klar. Die Helfer setzen sich vielmehr mit an die Tische, bieten Gespräche an, hören zu. „Man erfährt so manches Schicksal“, sagt sie.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Andacht folgt alljährlich das gemeinsame Kaffeetrinken – möglich gemacht wird das nur durch die Unterstützung von mehreren Bäckereien in Syke, die ihre bis zum Mittag nicht verkauften Kuchen, Brötchen und Brote spenden.

Es wird gemeinsam musiziert, und es gibt auch eine Bescherung. „Wir versuchen, für jeden ein kleines Geschenk zu haben“, sagt Gähler. Auch da kann sie sich auf so manche freundliche Hilfe verlassen. Abends warten Kartoffelsalat und Würstchen auf die Besucher.

Für Gähler und Klein ist das Angebot nun im zehnten Jahr fester Bestandteil der Heiligabend-Planung. „Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich“ – mit Blick auf die Dankbarkeit, die ihr viele Besucher entgegenbringen. Und leidet nicht das eigene Weihnachtsfest? Gähler lacht. „Mein Sohn kommt seit neun Jahren mit, und der Rest der Familie bereitet zu Hause alles vor.“

Für Carola Gähler ist es selbstverständlich, an so einem besonderen Tag offene Türen anzubieten. „Das ist auch ein Stück Haltung.“

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