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Autos zu schnell? – Baum auf die Kreuzung!

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Von: Michael Walter

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Ein Baum mitten auf der Z-Kreuzung soll die Autos langsamer machen. Das schlägt der Syker Ortsrat vor.
Ein Baum mitten auf der Z-Kreuzung soll die Autos langsamer machen. Das schlägt der Syker Ortsrat vor. © Michael Walter

Ortsrat Syke stellt seine Vision zur Verkehrsplanung für die Hauptstraße vor

Syke – Autos raus aus der Innenstadt: Das ist die Marschrichtung, die der Syker Ortsrat bei der zukünftigen Gestaltung der Hauptstraße bevorzugt. Vollständig werde das zwar nicht möglich sein. Das Ziel müsse aber lauten: „Die Hauptstraße für Autofahrer so unattraktiv wie möglich zu machen.“ So stellte es Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig (FWG) am Montagabend auf der gemeinsamen virtuellen Sitzung der Ortsräte Syke und Steimke dar.

Fahrräder und Fußgänger sollen nach den Vorstellungen des Syker Ortsrats absolute Priorität haben. Erreichen will er das zum Beispiel durch deutlich größere „Baumscheiben“ im Straßenraum. Und damit es Fußgängern und Radfahrern leichter fällt, die gesamte Straßenbreite zu benutzen, sollen auch die Fahrradständer-Bügel im Seitenraum weg, die eher wie Trenngitter wirken.

Die Durchfahrtssperre bei Wessels Hotel soll bleiben. „Aber aufgewertet“, sagt Beständig und spricht von „Sitzmöbeln“ und Wasserspielen.

Im (Blick auf den Stadtplan:) oberen Teil der Hauptstraße möchte der Ortsrat die Fahrtrichtung dann wieder in Richtung Bahnhof umdrehen. „So wie früher.“ Zu diskutieren wäre für Beständig dann noch, ob die Hauptstraße formal ein verkehrsberuhigter Bereich oder eine Fußgängerzone werden solle. Das könne aber auch zu einem späteren Zeitpunkt noch geschehen.

Ein Dorn im Auge ist dem Ortsrat offenbar die Z-Kreuzung, über die relativ viel Verkehr in und aus Richtung Hachepark-Center fließt. Der Ortsrat schlägt vor, mitten auf die Kreuzung einen Baum zu pflanzen, „um die Geschwindigkeit rauszunehmen“, so Gabriele Beständig.

Diese Vorschläge seien das Resultat eines Workshops, zu dem die Stadtverwaltung den Ortsrat eingeladen hatte, erklärte Beständig. Teilgenommen hätten daran allerdings nur die drei Ortsratsmitglieder von FWG, Grünen und CDU. Die beiden SPD-Mitglieder hätten den Termin nicht wahrnehmen können.

Sozialdemokrat Peter Jahnke fühlte sich an den Pranger gestellt, reagierte verschnupft und verwies auf den aktuellen SPD-Antrag zur Verkehrsführung in der Innenstadt.

Ginge es nach der SPD, würde die Durchfahrtssperre bei Wessels Hotel wieder verschwinden. Statt einer Art Platz mit Aufenthaltsqualität sieht der SPD-Vorschlag für diesen Bereich Begegnungsverkehr vor. „Von der Straße Zum Hachepark bis zur Gesseler Straße wird gegenläufiger Verkehr erlaubt“, heißt es im Antrag. Die Hauptstraße solle in voller Länge als verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet werden. Von der Schlossweide bis zur Z-Kreuzung soll sie Einbahnstraße in Richtung Bahnhof bleiben, dann von der Z-Kreuzung bis zur Gesseler Straße in beide Richtungen befahrbar sein, und von der Gesseler Straße bis zum Ernst-Boden-Platz soll die Fahrtrichtung so bleiben, wie sie jetzt ist. Also vom Ernst-Boden-Platz bis Rewe in beide Richtungen befahrbar und ab Rewe bis Gesseler Straße in Richtung „weg vom Bahnhof“.

Darüber hinaus möchte die SPD gerne samstags den Wochenmarkt verlegen: von der Luise-Chevalier-Straße direkt auf die Hauptstraße. Konkret: auf den Abschnitt vor Wessels Hotel.

„Mit dieser Verkehrsführung wird man allen Verkehrsteilnehmern gerecht“, glaubt Peter Jahnke. „Im vorderen Bereich der Hauptstraße können die Arztpraxen und die Einzelhandelsgeschäfte gut erreicht werden. Ein Gegenverkehr im Bereich der Z-Kreuzung bis zur Einmündung in die Gesseler Straße führt bei allen Verkehrsteilnehmern zu mehr Rücksichtnahme. Am Sonnabend bietet die Verlegung des Wochenmarkts die Chance, dass die Wochenmarktbesucher nicht Gefahr laufen, von Autofahrern angefahren zu werden. Und im hinteren Bereich hat sich die jetzige Verkehrsführung bewährt“, schreibt er in der Antragsbegründung.

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