Ortsfeuerwehr Syke vor rundem Geburtstag / Plan: Große Feier im Herbst

„Wir sind für euch da – seit 120 Jahren“

So wie hier könnte die Syker Feuerwehr im September ihren Fahrzeugpark präsentieren. Dann möchte die Ortsfeuerwehr ihren 120. Geburtstag feiern. Vorne rechts steht übrigens das restaurierte historische Tanklöschfahrzeug Baujahr 1952, von den Einsatzkräften liebevoll „Oma“ genannt.
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So wie hier könnte die Syker Feuerwehr im September ihren Fahrzeugpark präsentieren. Dann möchte die Ortsfeuerwehr ihren 120. Geburtstag feiern. Vorne rechts steht übrigens das restaurierte historische Tanklöschfahrzeug Baujahr 1952, von den Einsatzkräften liebevoll „Oma“ genannt.

Syke – 120 Jahre sind kein Jubiläum – das wissen sie im Ortskommando der Syker Feuerwehr selber. Andererseits soll man die Feste feiern, wie sie fallen. Noch andererseits wieder kann einem derzeit niemand garantieren, ob ein Fest überhaupt fällt. Und wenn, dann höchstens „aus“.

Es ist schon ein Kreuz, wenn man in Pandemiezeiten etwas organisieren soll, das weit mehr Vorlauf benötigt als man überblicken kann. Vor dieser Hürde stehen gerade Ralph Harjes, Rainer Brandt und Günther Ribke. Zusammen bilden sie das Orga-Team, das den 120. Feuerwehrgeburtstag vorbereitet.

Sie haben eine klare Idee: „Wir wollen den Bürgern die Feuerwehr bei einem Tag der offenen Tür vorstellen“, sagt Ralph Harjes. „Mit Präsentation der Fahrzeuge und Ausrüstung, mit Essen und Trinken und allem, was Spaß macht.“ Wie es die Syker Feuerwehr zuletzt vor zehn Jahren gemacht hat. Damals hatte beim Tag der offenen Tür beim Gerätehaus an der Nordumgehung alles gestimmt: Wetter, Angebot, die Atmosphäre und der Besuch. Volksfestcharakter.

Und so soll es wieder werden. „Wenn Corona es zulässt“, kommt sofort die Einschränkung von Rainer Brandt. Der Ortsbrandmeister ist optimistisch: Den 11. September hat sich das Orga-Team ausgesucht. „Bis dahin ist die Pandemie im Griff“, hofft er. Und wenn nicht? „...gehen wir davon aus, dass das im Freien kein Problem ist“, hakt Günther Ribke ein. „Aber wenn das Land nein sagt“, ergänzt Brandt, „dann dürfen wir nicht“. Und wenn die Auflagen zu hoch sind, „dann muss man sich überlegen, ob es sich überhaupt lohnt“.

Mit dem Termin im September macht es die Ortsfeuerwehr Syke so ähnlich wie die Queen: Die feiert ihren Geburtstag auch immer deutlich später im Jahr als er eigentlich ist. Die Syker Feuerwehr hat tatsächlich am 24. Februar ihren eigentlichen Geburtstag. Erste Gespräche über die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr hatte es bereits 1890 gegeben. Aber erst 1902 ist es tatsächlich dazu gekommen. Bei einer Versammlung des Kriegervereins hatte der Vorstand die Notwendigkeit betont. 40 Mitglieder des Kriegervereins erklärten sich daraufhin bereit, der Feuerwehr beizutreten. Drei Tage später wurde das Kommando gebildet.

Ihren ersten Einsatz hatte die Syker Feuerwehr erst ein Jahr darauf, am 28. März 1903 bei einem Brand an der Hauptstraße. „Nähere Einzelheiten sind hierzu nicht bekannt“, sagt Ralph Harjes, der die Chronik der Ortsfeuerwehr führt.

Er selbst ist mittlerweile der älteste Aktive der Einsatztruppe. „Seit 1967 bin ich dabei“, sagt er. „Wenn man überlegt, wie sich die Technik seitdem entwickelt hat! Das ist atemberaubend.“

Günther Ribke ist noch ein paar Jahre älter als Harjes, aber noch nicht ganz so lange dabei. „Erst“ seit 1971. Beide lassen die Vergangenheit Revue passieren und erzählen: „Wir hatten Gummistiefel, einen Blaumann und eine schwarze Jacke – das war alles. Später kam der erste Breitgurt dazu, damit wir ein bisschen Ausrüstung am Mann haben konnten.“

Technisch war die Syker Wehr schon früher recht weit vorn: Sie hatte zum Beispiel das erste Tanklöschfahrzeug im gesamten damaligen Landkreis Grafschaft Hoya. Einen Deutz Baujahr 1952. Bis 1989 gehörte er zum Fuhrpark und wurde dann ausgemustert. 2004 entdeckten Mitglieder ihn auf einem Verkaufsportal im Internet wieder. Die Feuerwehr kaufte das historische Fahrzeug. Mitglieder restaurierten es in liebevoller Kleinarbeit und verpassten ihm den Spitznamen Oma.

Ralph Harjes, Rainer Brandt und Günther Ribke (von links) bilden das Orga-Team zum Thema 120 Jahre Feuerwehr in Syke. Brandt ist als Ortsbrandmeister der Chef des örtlichen Feuerwehrkommandos. Harjes und Ribke gehören zu den dienstältesten Aktiven, Harjes ist zudem Pressesprecher der Ortsfeuerwehr und Ribke Vorsitzender des Fördervereins.

Schon mit Blick auf den runden Geburtstag hat das Orga-Team gerade einen neuen Flyer drucken lassen, der in den nächsten Tagen in die Verteilung geht. Noch keine Einladung, sondern „nur“ ein bisschen Werbung in eigener Sache. Die Botschaft: Seit 120 Jahren sind wir jetzt Tag und Nacht für euch da, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Und was bei vielen manchmal ein bisschen untergeht: Das ist keine Berufsfeuerwehr, sondern alle Mitglieder leisten das ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Auch für ihren Förderverein macht die Feuerwehr mit dem neuen Flyer Werbung. Harjes: „Die Bürger glauben immer, alles, was die Feuerwehr kostet, ist über die Stadt gedeckt. Das ist aber nicht so.“ Große Teile der Jugendarbeit werden vom Förderverein finanziert und alles, was bei der Einsatztruppe nicht zum Pflichtbereich gehört. Vorsitzender ist Günther Ribke: „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.“

Von Michael Walter

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