Landkreis Diepholz

„Open Rathaus“ bietet Serviceleistungen ohne Behördengang

Ziehen an einem Strang: Landrat Cord Bockhop (vorn) mit den Bürgermeistern (v.l.) Jens Bley (Twistringen), Bettina Scharrelmann (Stuhr, Vertreterin) Suse Laue (Syke), Florian Marré (Diepholz), Christian Porsch (Bassum) und Frank Seidel (Weyhe).
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Ziehen an einem Strang: Landrat Cord Bockhop (vorn) mit den Bürgermeistern (v.l.) Jens Bley (Twistringen), Bettina Scharrelmann (Stuhr, Vertreterin) Suse Laue (Syke), Florian Marré (Diepholz), Christian Porsch (Bassum) und Frank Seidel (Weyhe).

Eine Geburtsurkunde bestellen, sich selbst oder den Hund anmelden: Wer wegen dieser oder anderer Notwendigkeiten ins Rathaus muss, hat bisher Fahrt- oder auch Wartezeiten. Doch der Landkreis sowie seine Städte und Gemeinden bringen das Rathaus jetzt ins Wohnzimmer ihrer Bürger – und bieten ihnen damit mehr Zeit und Lebensqualität. „Open Rathaus“ haben der Landrat und die Bürgermeister ihr gemeinsames Serviceangebot getauft.

  • Mit dem „Open Rathaus“ wollen der Landkreis Diepholz und seine Kommunen Serviceleistungen leichter nutzbar machen
  • Auf Bundes- und Landesebene erweist sich eine Einführung als schwierig
  • Die Ansprechpartner im Rathaus werden durch digitale Angebote nicht verschwinden

Landkreis Diepholz – „Grob kann man sich das wie bei Amazon vorstellen“, erläutert Hartmut Albers, Leiter des Landkreis-Fachdienstes E-Government, das technische Prinzip. So wie die Kunden auf der Einkaufsplattform mit nur einer Anmeldung die unterschiedlichsten Händler erreichen, können die Bürger im Landkreis Diepholz mit nur einem Zugangskonto das „Open Rathaus“ im Landkreis nutzen. Dafür legen sie sich ein Bürger-Konto an – oder nutzen das Servicekonto Niedersachsen, mit dem später auch Landesdienstleistungen möglich sein sollen.

„Open Rathaus“ startet in Diepholz, Syke und Stuhr

Aber noch ist das Service-Portal im Landkreis Diepholz eine Insel. Denn die Gründung eines Portalverbundes von Bund, Ländern und Kommunen ist bisher nicht gelungen. Der Föderalismus hat sich als hohe Hürde erwiesen. Umso größere Bedeutung hat für Landrat Cord Bockhop die Landkreis-Lösung: „Durch die gelungene interkommunale Kooperation bieten wir einen Portalverbund, der den Anforderungen nach räumlich und zeitlich unabhängigen Verwaltungsleistungen optimal entspricht.“ Will heißen: „Open Rathaus“ ist rund um die Uhr nutzbar – zunächst allerdings nur in den Städten Diepholz und Syke sowie in der Gemeinde Stuhr.

Ab März ist der Landkreis mit seinem Dienstleistungsangebot dabei, im April und Mai wollen die Stadt Bassum sowie die Samtgemeinden Kirchdorf, Altes Amt Lemförde und Schwaförden ihr Angebot freischalten. Die anderen Kommunen folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Etwa 90 Dienstleistungen umfasst laut Hartmut Albers das kommunale Spektrum. In Syke würden 37 online angeboten, in Diepholz 28 und in Stuhr 13. Elementar bei der Umsetzung: „Es gibt rechtliche, formale und technische Vorgaben.“

Alle Kommunen betonen: Das analoge Rathaus bleibt als Ansprechpartner vorhanden

Für die Gemeinde Stuhr sieht Bettina Scharrelmann als Erste Gemeinderätin und allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters eine große Chance im Online-Angebot: „Wir haben acht Ortsteile und ein Rathaus.“ Wichtig sei es, den Bürgern die Ängste vor diesen neuen Möglichkeiten zu nehmen. Reale Angebote bleiben: „Das Bürgerbüro hat weiterhin geöffnet.“

Bassums Bürgermeister Christian Porsch freut sich ebenso auf die neue digitale Option: „Es ist sinnvoll, dass das im Verbund gemacht wird.“ Auch er verweist auf die Dienstleistungen direkt im Rathaus.

Für den Diepholzer Bürgermeister Florian Marré ist das digitale Angebot nicht neu, die Stadt habe bereits ein eigenes gehabt. Die gemeinsame Plattform begrüßt er unbedingt: „Ein gutes Paket!“

Landrat Cord Bockhop: Bis alle Leistungen online genutzt werden können, ist es noch ein langer Weg

Ein solches Angebot sei einfach zeitgemäß, so Twistringens Bürgermeister Jens Bley: „Das wird gefordert.“ Der Königsweg sei, die Daten auch in der Verwaltungsarbeit zu nutzen – und so doppelte Arbeit zu vermeiden. Den ausgefüllten digitalen Vordruck der Bürger auszudrucken und abzuheften, sei unwirtschaftlich. Das müsse automatisiert ablaufen, waren sich die Hauptverwaltungsbeamten einig. Der Landrat: „Bis sich alle Verwaltungsleistungen rund um die Uhr elektronisch abrufen lassen, ist es jedoch noch ein weiter Weg.“

Natürlich werde es beim Landkreis und in den Kommunen weiterhin reale Dienstleistungen geben: „Die reale Welt existiert. Sie wird nie verschwinden können.“

Sykes Erster Stadtrat Thomas Kuchem freute sich über das online Erreichte: „Wir sind trotz der geringen Manpower weit gekommen.“ Sykes IT-Leiter Thorsten Hassel zeigte in der Praxis, wie das Online-Portal funktioniert.

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