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Oldie-Band Stone Washed kehrt nach pandemiebedingter Pause auf die Bühne zurück

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Von: Frank Jaursch

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Das Konzert auf dem Schloss Erbhof in Thedinghausen 2019 zählte zu den schönsten Erlebnissen von Stone Washed.
Das Konzert auf dem Schloss Erbhof in Thedinghausen 2019 zählte zu den schönsten Erlebnissen von Stone Washed. © Stone Washed

Das Jubiläum ihres 25-jährigen Bestehens konnte Stone Washed nicht feiern - wegen Corona. Jetzt kehrt die Oldie-Band mit starker Syker Einfärbung auf die Bühnen der Region zurück.

Syke – „Wenn wir anfangen zu spielen, ist alles gut.“ Dieser Satz von Torsten Krüger bringt es auf den Punkt. Er ist E-Bassist in der Oldie-Band Stone Washed, die mitten in der Corona-Zeit ihr silbernes Bandjubiläum feiern wollte – und pandemiebedingt nicht durfte. Bereits seit 1996 gibt es Stone Washed; hinter der Band liegt eine Zeit mit vielen musikalischen und auch personellen Veränderungen. Die aktuelle Besetzung hat mit dem Trio Torsten Krüger, Wilfried Winkler und Michael Korte einen starken Syker Einschlag – und noch Pläne für die Zukunft.

„Cocaine“ und „Smoke on the Water“, Sultans of Swing“ und „Summer of ‘69“: Es sind die Klassiker aus drei Jahrzehnten, die auf den Stone-Washed-Konzerten erklingen. Rund 60 Stücke umfasst das Repertoire. Einige davon begleiten die Band seit dem ersten gemeinsamen Auftritt.

Torsten Krüger steht der Band seit ihren Anfangstagen nahe. Sein Vater war Bassist in der Cadillac Company, einer Band, die in den 90ern aktiv war. Aus ihrem Dunstkreis entwickelte sich Stone Washed 1996. Krüger war dabei – erst „als Roadie und Mischer“, ab Ende 1997 auch als Bandmitglied. Sein Vorgänger und Band-Namensgeber Otto Lüschow wurde gut ein Jahrzehnt später auch sein Nachfolger: Als Krüger 2008 beruflich ins Ausland zog, nahm Lüschow wieder den Platz am Bass ein.

Die Originalbesetzung 1996. V.l. Herwig Lueken, Heinfried Uedemann, Otto Lüschow, Manfred Reese, Günter Lengenfelder.
Die Originalbesetzung 1996. V.l. Herwig Lueken, Heinfried Uedemann, Otto Lüschow, Manfred Reese, Günter Lengenfelder. © Stone Washed

Zu diesem Zeitpunkt war Wilfried Winkler längst die Stimme von Stone Washed geworden. Der Syker war zuvor für andere Bands als Sänger aktiv. Im Jahr 2001 – „ich war gerade frei“ – kam die Anfrage von Stone Washed just zum richtigen Zeitpunkt.

Es dauerte weitere neun Jahre, bis Krüger erneut zur Band stieß. Beim Beobachten einer anderen Oldie-Band in einem Einkaufszentrum „wurde mir krass bewusst, wie sehr mir die Musik fehlte“, erklärt er. Also kehrte er zurück – und nahm abermals den Platz von Otto Lüschow ein.

Genau der sollte später noch einmal eine wichtige Rolle bei der Besetzung spielen. Als Sänger Wilfried Winkler 2013 schwer erkrankte und lange ausfiel, erinnerte sich Lüschow an jemanden, „der singen kann“. Er rief bei Michael Korte an. „Das kam mir ganz gelegen“, sagt der Syker rückblickend mit einem Lächeln.

Die aktuelle Besetzung von Stone Washed mit (v.l.) Karsten Jordan, Wilfried Winkler, Frank Müller, Michael Korte, Torsten Krüger und Günter Lengenfelder.
Die aktuelle Besetzung von Stone Washed mit (v.l.) Karsten Jordan, Wilfried Winkler, Frank Müller, Michael Korte, Torsten Krüger und Günter Lengenfelder. © Stone Washed

Korte stieß zur Band. Winkler kehrte im Jahr 2014 zurück, die Band wuchs damit auf sechs Personen.

„Seitdem sind wir viel, viel stärker geworden“, sagt Winkler. Mehrstimmiger Gesang, kompliziertere Arrangements – nicht bloß drei Akkorde, fertig. „Wir hören bei den Stücken schon ein bisschen genauer hin“, erklärt Krüger, „und versuchen, ihnen einen eigenen Sound zu geben.“

Neben den drei Sykern gehören noch Sologitarrist Karsten Jordan (Bremen), der Twistringer Rückkehrer Günter Lengenfelder (Keyboard) und Frank Müller (Harpstedt) am Schlagzeug dazu. Sechs Mann auf einer Wellenlänge „Wir haben uns gut getroffen“, erklärt Korte. Beim gemeinsamen Proben springt der Funke über – und dann leichter auch beim Konzert.

2019 war ihr bislang bestes Jahr – mit Auftritten, bei denen Stone Washed eben nicht nur musikalisches Beiwerk eines geselligen Nachmittags war, sondern die Menschen gezielt und ihretwegen kamen. „Der Erbhof in Thedinghausen war schon ein Höhepunkt“, erinnert sich Krüger.

Und dann kam Corona. Keine Konzerte, kein gemeinsames Üben. Online-Jams waren kein richtiger Ersatz. „Ich sitz da vorm Bildschirm und schrei ins Mikro – ich fand’s gräsig“, betont Winkler. Die Band machte aus der Not eine Tugend: Bei Online-Meetings über Zoom nahmen sie sich die Zeit, sich gegenseitig ihre eigene individuelle Musikgeschichte zu erzählen. Die Band lernte sich quasi noch einmal neu kennen. Krüger: „Das hat uns über die Runden gerettet.“

Mittlerweile ist Stone Washed nach eigener Einschätzung wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Die Band will raus und spielen. „Und der Ehrgeiz ist schon noch da, noch besser zu werden“, versichert Michael Korte. Und vielleicht auch mal eigene Stücke zu präsentieren? „Das erste ist schon fertig“, verrät Korte. Es heißt „Back On The Road“, Korte hat es „aus Langeweile“ in einem Hotelzimmer geschrieben. „Ein schöner Opener eigentlich“, findet er. Vielleicht findet das Stück ja seinen Platz in der Playlist, wenn Stone Washed in dieser Woche auftreten. Am Vatertags-Donnerstag von 13 bis 18 Uhr im Biergarten des Maximilian in Syke – und am Samstagabend ab 20 Uhr in Thedinghausen am Schloss Erbhof.

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