Okeler Ortsbürgermeister Jürgen Schmock spendet aus Anlass seines 70. Geburtstags sechs Linden auf dem Friedhof

Symbol für 70 Jahre in Frieden und Freiheit

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André Staas (v.l.) und Sven Paschenda vom Bauamt, Thomas Kuchem und Angelika Hanel von der Stadt und Spender Jürgen Schmock versorgten die jungen Bäume mit Dünger und Wasser.

Okel - Von Frank Jaursch. Beim Blick auf das gepflegte Gräberfeld gerät Jürgen Schmock ins Schwärmen. „Dies ist ein wunderschöner Friedhof“, findet der Okeler Ortsbürgermeister. „Er strahlt so eine Ruhe aus.“ Seit gestern ist der Okeler Friedhof um ein weiteres Element reicher: Sechs Linden, jede von ihnen vier bis fünf Meter groß, säumen ab sofort den Weg vom Ehrenmal zur Kapelle.

Schmock selbst war Initiator und Finanzier dieser Idee: Im April hatte er seinen 70. Geburtstag gefeiert. Die Geldgeschenke wollte er nachhaltig und sinnstiftend verwenden – und kam schließlich auf die Idee am Friedhof.

Jedes Jahr, so erläutert er, kämen die Vereine und die Okeler Bürger am Volkstrauertag hier zusammen, um der Toten zu gedenken. „Aber wir sollten nicht nur am Volkstrauertag daran denken, wie gut wir es haben, sondern das ganze Jahr über.“ Aus diesem Grund sieht er die Linden als „Friedenslinden“, die er der Stadt Syke und der Ortschaft Okel schenkt. „Es wäre schön, wenn man die Linden sieht und dann – bei allen schlechten Nachrichten – daran denken kann, wie gut es uns geht.“

70 Lebensjahre hat Schmock hinter sich, 70 Jahre konnte er in Frieden und Freiheit leben. Dieses Privileg sei für ihn auch immer Motivation gewesen, Lokalpolitik zu machen, erklärte der Ortsbürgermeister.

Gestern nahm Erster Stadtrat Thomas Kuchem stellvertretend für die Stadt das Geschenk entgegen und bedankte sich bei Schmock für die großzügige Spende. Die Bauhof-Mitarbeiter André Staas und Sven Paschenda hatten den umgebenden Boden zum Zweck des besseren Wachstums ausgetauscht und die rund zehn Jahre alten Bäume eingepflanzt.

Grüne Bewässerungssäcke sollen in den ersten Jahren eine Hilfe für die Linden sein: Sie fassen 75 Liter Wasser und geben dies über einen Zeitraum von acht Stunden über kleine Ablauflöcher im Boden wieder ab. Schmock hat für dieses Jahr auch die Pflege-Patenschaft für die sechs Bäume übernommen und wird ein- bis zweimal pro Woche die Säcke füllen.

Perspektivisch, so verriet Schmock, gebe es Überlegungen, den Grünflächenbereich neben den Friedenslinden anders zu nutzen. Man mache sich derzeit Gedanken über die Möglichkeit einer anonymen Baumbestattung. „Das ist aber noch in der Anfangsphase.“

Stadtbiologin Angelika Hanel lobte das „nachhaltige Geschenk“ an die Stadt. Auch gestalterisch sei die Pflanzung eine gelungene Ergänzung zu dem Weg, der portalartig auf das Denkmal zuführe. Sie könne sich auch Bänke zwischen den Bäumen vorstellen – der Friedhof sei dafür prädestiniert als ein Ort der Ruhe und Entspannung.

Hanel ermunterte die Syker Bürger, Schmocks Idee einer Baumspende nachzuahmen. Dabei seien die Pflanzungen durchaus nicht an feste Flächen gebunden. „Wenn jemand einen besonderen Bezug hat zu dem Kinderspielplatz oder dem Bolzplatz, auf dem er vor 40 Jahren gespielt hat, und er möchte dort einen eigenen Baum pflanzen, dann soll er sich bei mir melden. Wir versuchen, das möglich zu machen.“

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