Okeler Modegestalter Carsten Meyer präsentiert seine Kreationen im Landhaus Osterholte

Das Recht des Designers

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Bärbel Henkensiefken präsentiert Carsten Meyers Mode vor 140 Landfrauen.

Osterholz - Von Maik Hanke. Immer wieder raunen Ohs und Ahs durchs Landhaus Osterholte in Osterholz, wenn Bärbel Henkensiefken durch die Tür tritt und auf Stöckelschuhen in extravagenten Kleidern über das Holzparkett stolziert. „Schick“ und „schön“, heißt es vielfach halblaut aus den Reihen der 140 Landfrauen, die wie im Spalier an Kaffeetischen sitzen und die Kreationen des Okeler Hobby-Modedesigners Carsten Meyer bewundern.

Anderthalb Jahre hatte der hauptberufliche Raumausstatter Meyer an seinen etwa zwanzig Modellen für seine Marke „Sophia Dora“ gearbeitet, die er am Mittwoch im Gasthaus präsentierte. Dies war seine dritte und bisher größte Modenschau. Henkensiefken, Meyers Mutter Marianne und erstmals Landfrau Kerstin Klomburg präsentierten die farbenfrohen Einzelstücke.

Henkensiefkens Blick richtet sich in die scheinbare Ferne, wenn sie vor den Tischen posiert, aufbrandenden Applaus reaktionslos zur Kenntnis nimmt und für manch ein Handy-Foto kurz innehält. „Sie macht das gut, zeigt keine Regung – wie die echten Models auf dem Laufsteg“, sagt eine Landfrau anerkennend.

Dann huscht dem Modell doch noch ein Lächeln übers Gesicht. Birgit Thalmann, Vorsitzende der Landfrauen Syke, hockt auf dem Boden und versucht die monströsen Stöckelschuhe mit 15-Zentimeter-Absätzen zu fotografieren. „Bleib doch mal stehen“, sagt Thalmann. Alles lacht.

Alltagstauglich ist die Kleidung von Carsten Meyer weiß Gott nicht. „Die Mode, die er herstellt, ist nicht immer tragbar für die Frauen vom Lande“, sagt Birgit Thalmann, „aber das ist Kunst.“

Landfrau Elisabeth Müller sieht das ähnlich. „Ich find‘ die Sachen schön, ohne sie für mich haben zu wollen“, sagt sie. Die Extravaganz sei „das Recht des Designers“. Das müsse man nicht verstehen. Es sei ja auch gerade die Faszination von Modenschauen, dass eben nicht Alltagsklamotten ausgestellt werden.

Den Höhepunkt gibt es ganz zum Schluss, als Henkensiefken ein als „Traum in Schwarz und Weiß“ angekündigtes opulentes Eventkleid mit Schleppe zur Schau trägt.

Was das wohl kosten mag? Elisabeth Müller und ihre Sitznachbarinnen haben keine Vorstellung. Die Schätzungen reichen von 650 bis 1200 Euro. Ist schließlich ein Designerkleid. „Es geht bei 350 Euro los“, klärt Meyer auf. Dann verwendet er aber auch nur Kunstfaser. In Seide kann ein solches Kleid dann doch bei 600 bis 700 Euro liegen.

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