Modernes Orchester wächst bei Jahreskonzert über sich hinaus

Von Ohnezahn bis Robin Hood

Das Moderne Orchester sorgte im Theater für ausgezeichnete Unterhaltung. - Foto: Husmann

Syke - Von Dieter Niederheide. Eine hochmotivierte Dirigentin, ein hochkonzentriertes Orchester, eine informative Moderatorin und ein mit Truhen voller Schätze, Goldbarren und Geldsäcken voller Dollars bestückter Bühnenrand ergaben im Syker Theater einen hochklassigen Konzertabend unter dem Titel „Helden – Räuber – Abenteurer“. Das Moderne Orchester des TuS Syke unter der Führung seiner Dirigentin Sabine Rosenbrock wuchs musikalisch über sich hinaus.

Aktueller geht es auch nicht mehr. Mit Filmmusiken aus bekannten Fernsehkrimis wie „Derrick“ oder „Ein Fall für Zwei“ gratulierte das Orchester zum am Sonntag gesendeten 1000. Tatort-Krimi.

Moderatorin Petra Raue, die an diesem Abend überzeugende Verbindung zwischen Orchester und Publikum im vollbesetzten Theater war, machte zum Tatort-Geburtstag noch ein launiges Tatort-Quiz mit den Besuchern. Im Übrigen vergaß sie an diesem Abend neben den Geschichts- und Filmhelden nicht, die stillen, oft unerkannt gebliebenen Helden des täglichen Lebens in den Fokus zu rücken.

Festlich gekleidet startete das Orchester mit „The Legend of Hermes“ und schilderte nach Noten, dass auch das Leben eines Gottes nicht immer geradlinig verläuft. Musikalisch düster wurde es, als es um die Geschichte der früheren Knastinsel Alcatraz ging. Um vergessene Helden rankten sich die Noten bei „Forgotten Heroes“ (Jeremy Bell), es tat sich eine majestätische Musik auf. Wenn von Helden und Dieben die Rede ist, darf „Robin Hood“ nicht fehlen, und mit Michael Kamens Symphonie Suite „Robin Hood – Prince of Thieves“ (König der Diebe) stellte das Orchester ihn ins rechte Licht.

Es war ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis, die Helden, Räuber und Abenteuer der Geschichte und Filmgeschichte ins Gedächtnis gerufen zu bekommen. Gleich, ob es sich um Filmmusiken aus James-Bond-Streifen wie „Goldfinger“ oder „Skyfall“ oder bei „Summon the Heroes“ (John Williams) um die olympischen Helden von 1996 drehte, die Akteure hatten ihre Instrumente fest im Griff.

Moderatorin Petra Raue traf den Nagel auf den Kopf, als sie zu „Drachenzähmen leicht gemacht“ anmerkte, dass nicht immer die starken Typen die Helden sind. Auch hier gelang es dem Orchester, die Geschichte um Häuptlingssohn Hicks und den Drachen Ohnezahn nach Noten stimmungsvoll zu erzählen.

Mit Melodien aus der „Blues Brothers Revue“ ließ das Orchester das Konzert schwungvoll ausklingen. Die mit anhaltendem Beifall erbetene Zugabe folgte prompt mit der Melodie aus dem Rosaroten Panther.

Auffallend bei einzelnen Vorträgen: die starken Solobeiträge. Dass einem um die Zukunft des Orchesters nicht bange sein muss, bewiesen zur Einstimmung auf das Konzert die Musiker aus dem Nachwuchsorchester „Musikfabrik“. Sie wandelten mit „The Sword of Kings“ auf den Spuren von König Artus und seinem Schwert Excalibur, entführten mit dem phantasievollen „Dark Adventure“ auf eine abenteuerliche musikalische Reise und begeisterten die Besucher zum Beispiel mit der Titelmelodie aus dem Thriller „Mission: Impossible“. Der Beifall zeigte an, dass das Nachwuchsorchester bestens beim Publikum ankam.

Es war insgesamt für die Besucher ein spannender Abend voller Musikgenuss. Jetzt darf man sich auf das vorweihnachtliche Konzert des Modernen Orchesters am 4. Dezember in der Syker Christuskirche freuen.

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