Tag der offenen Tür im Syker Hallenbad / Schon 1972 Thema im Wahlkampf

Politischer Zankapfel feiert 40. Geburtstag

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Mit einem Tag der offenen Tür feiert die Stadt am 19. Juli den 40. Geburtstag des Syker Hallenbads. Archivbild: Michael Bahlo

Syke - Von Michael Walter. Das Syker Hallenbad wird 40 – und das ist für die Stadt ein Grund zum Feiern. Die Geburtstagsparty steigt am 19.Juli mit einem Tag der offenen Tür von 9 bis 20 Uhr.

Ohne viel Brimborium hatte das Hallenbad am 20. Juli 1975 den Betrieb aufgenommen. Rund 800 Besucher hatten damals das Angebot zum kostenlosen Schwimmen am Eröffnungstag genutzt. Dabei war bis kurz vorher noch gar nicht klar, ob die Stadt diesen Termin überhaupt halten könnte: „Zwei Wochen zuvor hatte eine Schlamm-Lawine den Keller überflutet“, erzählt Bürgermeisterin Suse Laue, die sich zur Vorbereitung der Geburtstags-Party im Stadtarchiv schlau gelesen hat.

Dabei hat sie außerdem herausgefunden, dass die Syker Politik schon damals erbittert über Baumaßnahmen streiten konnte. Bau oder nicht Bau – „das war bereits 1972 die Gretchenfrage im Kommunalwahlkampf“, so Laue.

Leute, die damals schon dabei gewesen sind, berichten übrigens, der politische Streit habe sich weniger um die Baukosten von rund 4,6 Millionen Mark gedreht als um persönliche Animositäten. Man war im Rat dagegen, wenn der, den man nicht leiden konnte, dafür war. Und umgekehrt.

Das Geld spielte erst ein Jahr nach der Eröffnung eine entscheidende Rolle: 1976 hat der Rat aus finanziellen Gründen die Entscheidung über den Neubau eines Freibads auf dem Hallenbadgelände vertagt – „auf unbestimmte Zeit“…

Nachdem es erstmal stand, war das Hallenbad unumstritten. Für Schlagzeilen sorgte es in den folgenden Jahren nur noch selten. Etwa 1981, als ein Schwimm-Meister während des Dienstes an einer Herzattacke starb oder als es in den 90er Jahren für Monate geschlossen werden musste, nachdem im Umkleidebereich teilweise die Decke eingestürzt war. Ein Vorfall, der sich in den 2000er Jahren so ähnlich noch einmal im Bereich der Cafeteria wiederholte.

Zum Hallenbad-Geburtstag bieten das Bäder-Team und die beteiligten Sportvereine ein tagesfüllendes Programm mit Schau-Vorführungen und Trainingseinheiten zum Mitmachen sowie Führungen durch die Katakomben der technischen Anlagen.

Der seit langem schon gesperrte Sprungturm wird allerdings auch dann geschlossen bleiben. Dort sind im Lauf der Jahre diverse schwerwiegende Schäden entstanden, für deren Reparatur bis jetzt noch kein Geld vorhanden war. Und es gibt darüber hinaus auch noch weiteren Sanierungsbedarf. „Der Zahn der Zeit hat überall Spuren hinterlassen“, sagt der im Rathaus zuständige Fachbereichsleiter Hein Sievers und zählt Lüftung, Sanitärbereich und Fliesen auf. „Wir wissen, dass wir da erhebliche Summen investieren müssen.“ Auf 75 000 Euro schätzt die Verwaltung allein die Kosten für die Sanierung des Sprungturms.

Bürgermeisterin Suse Laue betont: „Wir wollen das Bad erhalten.“ Die Jahre nach 2016 stellt sie dafür in Aussicht. Ob das Geld dann reicht, angesichts zeitgleicher Investitionen in Schul- und Kita-Bau, ist offen. „Dann sanieren wir das Bad eben nicht auf einmal, sondern nur nach und nach.“

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