Tag des offenen Denkmals: Dampfmaschinen-Modelle beeindrucken die Besucher im Kreismuseum

Faszinierende, tropfende, zischende Zicken

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Bis ins Detail hatten die Experten ihre Dampfmaschinen-Modelle dem großen Originalen nachempfunden.

Von Angelika Kratz. Zum Tag des offenen Denkmals gab es im Kreismuseum für alle Technikfans eine besondere Überraschung. Dampfmaschinen in tischtauglichen Größen verzauberten Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Der Andrang war riesig. Zusammengefunden hatten sich ein lockerer Verbund von Dampfmaschinenliebhabern mit Fred Bösche, Thomas Meyer, Mario Peters und Lothar Geisler. Vor einigen Jahren hatte es in der Region schon mal einen „Dampftag“ mit selbst konstruierten, gesammelten und akribisch restaurierten Modellen gegeben.

Dass es höchste Zeit war, im Kreismuseum die perfekte Technik von einst zur Schau zu stellen, zeigten die vielen Besucher. Schnell leuchtete Begeisterung in den Augen, die Experten beantworteten ununterbrochen Fragen. Das machten sie überaus gerne – auch am Spätnachmittag zeigten sie keine Ermüdung.

Dabei galt es neben dem Publikum auch ein wachsames Auge auf die pflegeintensiven kleinen Wunderwerke zu halten. Es zischte und tropfte, es mussten mit dem richtigen Öl die Räder und Gelenke versorgt werden. Dem Wasserstand galt ein ebenso penibler Blick, und für die Sauberkeit auf den Präsentationstischen wedelte ständig ein Handtuch hin und her.

„Ziemlich große Zicken“ waren und sind die Dampfmaschinen, die als Wärmefresser die industrielle Revolution so richtig in Schwung brachten. Wie der Pädagoge Lothar Geisler aus Twistringen berichtete, gab es bereits lange vor Christi Geburt eine sich durch Dampfkraft öffnende Tempeltür. Gott war da nicht im Spiel – sondern die Physik und clevere Menschen.

„Lass die Finger von Maschinen, die du selbst nicht kannst bedienen“, warnte ein uraltes Emailleschild nicht nur bei Mario Peters die Besucher davor, allzu nahe heran zu treten. Der Weyher Dampfmaschinenliebhaber hatte ein Lehrmodell eines einstigen Gymnasiums mitgebracht. „Das wurde ständig auseinander und wieder zusammengebaut, um die Technik zu verstehen.“

Fred Bösche ist in Kirchweyhe groß geworden und daher der Eisenbahn sehr verbunden. Er baut seine Dampfmaschinen selber – ohne fremde Baupläne. Technik sehen, anfassen dürfen und verstehen lernen hat Enkelsohn Leon Meyer längst übernommen. Dem 9-Jährigen ist die Begeisterung anzusehen. Längst besitzt er selber seine Dampfmaschine und weiß bestens Bescheid.

Thomas Meyer ist Ingenieur der Raumfahrt und präsentierte sein imposantes und detailreiches Projekt fünfjähriger Bauzeit. Im Deutschen Museum in München steht das Original, das der Tüftler im Maßstab von 1:12 gebaut hat.

Die Besucher kamen ins Schwärmen, berichteten von der eigenen Kindheit und den beliebten Geschenken für kleine Jungs, die doch eigentlich für die Väter gedacht waren.

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