Sylvio Pönisch aus Syke designt und baut Aquarien

Ein Ökosystem im Wohnzimmer

Eines der größten Aquarien, die er je gebaut hat, steht bei Sylvio Pönisch im Keller.

Syke - Von Janna Silinger. Sylvio Pönisch steht vor einem vier mal 1,30 Meter großem Aquarium in seinem Keller. Darin tummeln sich bunte Fische. An einigen Felssteinen hängen Schnecken, Süßwasserpflanzen wiegen ruhig im Wasser hin und her. Er zeigt auf einen großen Wels, der hinter einem Stein hervorlugt. „Der zeigt sich selten.“

Pönisch hat im Jahr 2016 in Syke das Unternehmen „Neomare“ gegründet. Er baut Aquarien, richtet sie ein, verkauft Zubehör, Pflanzen und Tiere. Damit hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. „Alles, was mit Aquaristik zu tun hat, beschäftigt mich seit 30 Jahren“, erzählt er. Schon sein Vater hatte einen Teich im Garten, da habe er als Junge immer mitgeholfen und so das Handwerk gelernt. Er habe immer gern Zeit in Zooläden verbracht, sich umgeschaut, Fische, Pflanzen und Aquarien kennengelernt. „Irgendwann ist man dann mit Leuten ins Gespräch gekommen“, erzählt er. Dabei habe er häufig festgestellt, dass in solchen Geschäften wenig Zeit für gute Beratung bleibt. „Manchmal kommt jemand, weil die Fische oder die Pflanzen sterben. Dann wird denen einfach was verkauft, ohne der Sache wirklich auf den Grund zu gehen.“ Und genau das habe Pönisch motiviert, anders zu arbeiten.

Es könne unterschiedlichste Gründe haben, wieso etwas im Becken nicht überlebt. Beispielsweise gibt es friedliche Fische, und es gibt Räuber. Es sei schon vorgekommen, dass Menschen Fische einfach in ein Becken gesetzt haben. „Und kurze Zeit später waren alle weg, nur noch einer war da, und der war satt.“

Ein anderes häufiges Problem: Viele Tiere kommen aus Südamerika, aus Asien oder Afrika. In der Natur leben sie unter verschiedensten Bedingungen. „Es kann an der Wassertemperatur liegen, manche Fische brauchen 18, manche 24, andere 30 Grad.“ Einigen schaden Abweichungen nicht, andere gehen bei einem Grad Unterschied ein. Um die Gründe für Probleme zu erkennen, komme es auf Fachwissen und eine gute Analyse an. Das zu leisten, sei innerhalb weniger Minuten an der Kasse kaum möglich. Außerdem gelte: besser informieren, statt zu probieren. Und einfach neu zu kaufen, ist nicht immer die beste Lösung.

Zu Pönischs Aufgaben gehört neben dem Bau auch die Pflege. Er ist vor Ort, schaut sich an, welche Probleme vorliegen – von Ferndiagnose hält er nichts.

Für ihn ist das Wichtigste, sich die Natur ins Haus zu holen, so, wie sie auch tatsächlich realistisch ist. Es geht darum, sich im Aquarium ein kleines Ökosystem aufzubauen. Und darin haben versunkene Plastikschiffe oder Skelette, die Schatztruhen öffnen, wenig zu suchen. Möglichst artgerecht sollte es sein, so natürlich wie es eben geht, in einem Glasbecken.

Seine Arbeiten müssen nicht immer aufwendig sein, er baut auch kleinere Aquarien. „Aber keine Goldfischkugeln, die es früher gab. Das ist pure Tierquälerei.“

Die Becken, die Pönisch nicht nur entwirft und baut, sondern auch einrichtet und mit der passenden Technik ausstattet, sind teilweise bis zu vier Metern lang. Bauen muss er wegen der großen Scheiben dann direkt vor Ort. Das kann auch mal in Frankfurt sein. Er ist bundesweit tätig. „Die Arbeit ist kein Hexenwerk“, erzählt der gelernte Baugeräteführer. Und wenn die Scheiben einmal zusammengeklebt sind, hält so ein Aquarium je nach Wasserdruck bis zu 20 Jahre. Es sei außerdem pflegeleicht.

So wie die Fische, die darin leben, kaum Arbeit machen. Nur das Wasser muss hin und wieder gereinigt werden, erzählt Pönisch. Das sei aber bei Süßwasseraquarien kein Problem. Die sind, weiß er, alles in allem nicht nur pflegeleichter, sondern auch deutlich günstiger in der Anschaffung als Salzwasserbecken. „Allein die Meeresfische sind viel teurer“, erzählt Pönisch. Vor allem Tiefseefische, die man aus vielen Tausend Meter an die Oberfläche holen muss. „Die kann man teilweise nur zehn Meter pro Tag hochholen, das dauert.“

Er selbst hat ein Süßwasserbecken im Keller. Das Größte, was er je gebaut hat. „Schön, oder?“, sagt er stolz.

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