Botschaften per Handy

Missbrauch eines Kindes: Syker zu Geldstrafe verurteilt

Syke - Von Dieter Niederheide. Wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern hat das Amtsgericht einen Syker (24) zu 900 Euro Geldstrafe verurteilt. Es ging um Botschaften mit Aufforderungen zu Sex-Spielen auf dem Handy einer 13-Jährigen.

Der Jugendrichter, vor dem verhandelt wurde, weil es sich um eine Jugendschutzmaßnahme handelte, machte in der Urteilsbegründung klar, dass der Gesetzgeber bei solchen Straftaten sehr sensibel reagiert. Der Oberstaatsanwalt hatte sieben Monate Gefängnis mit Bewährung beantragt, dazu 50 gemeinnützige Arbeitsstunden als spürbaren Denkzettel.

Im Strafprozess wurde dem Syker vorgeworfen, der jungen Bremerin – einer Facebook-Bekanntschaft – im Februar 2016 in den frühen Morgenstunden zwei üble Nachrichten gesandt zu haben. Die Dreizehnjährige brach darauf den Kontakt ab, und ihre Mutter schaltete die Polizei ein.

Geschichte wird nicht geglaubt

Vor dem Jugendrichter bestritt der Angeklagte den Vorwurf. Er behauptete, dass er in den Morgenstunden auf dem Weg zur Arbeit im Zug bei Verden sein Handy einem ihm unbekannten Mann geliehen habe, während er sich genau zu den Zeiten der Anrufe im Zug auf der Toilette war. Diese Geschichte vom großen Unbekannten im Zug nahmen ihm Oberstaatsanwalt und Jugendrichter nicht ab, zumal der Angeklagte das Kind schon am Vorabend des Tattages kontaktiert hatte.

Als Zeugen sagte auch die Dreizehnjährige und ihre Mutter aus. Das Mädchen sagte aus, der Angeklagte habe gewusst, wie alt sie ist. Die Mutter sagte aus, sie habe bei einer Kontrolle des Handys die Nachrichten entdeckt und daraufhin die Polizei eingeschaltet.

Der Oberstaatsanwalt stellte in seinem Plädoyer fest, dass er den Anklagevorwurf für erwiesen halte. Er sei sich zudem ebenso sicher, dass der Angeklagte das Alter des Kindes gekannt habe. Er forderte die Freiheitsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Eine solche Straftat sei keine Bagatelle.

Der Syker blieb bis zum Ende dabei: „Ich habe die Wahrheit gesagt.“ Der Jugendrichter bezeichnete diese Einlassung in der Urteilsbegründung als „Schutzbehauptung“. Er machte klar, dass die Straftat im unteren Bereich des Straftatbestandes wegen Kindesmissbrauchs liege und der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht aufgefallen sei.

Er lobte, dass die Dreizehnjährige standhaft geblieben war. Dem jungen Syker machte er deutlich, dass er künftig jeglichen Kontakt in dieser Art mit jungen Mädchen zu unterlassen habe.

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