Novelle verlangt, Gülle länger zu lagern

Landvolk kritisiert Düngeverordnung

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Wenn der Entwurf umgesetzt wird, dürfen Landwirte – wie hier bei Hoya – nur noch acht Monate lang Gülle fahren.

Landkreis Diepholz - Das Landvolk Mittelweser und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen befürchten negative Folgen durch eine neue Düngeverordnung. Sie kritisieren, dass die Landwirte laut Entwurf mehr Gülle lagern und diese in einem kürzeren Zeitraum aufs Feld bringen müssen.

Die aktuell diskutierte Fassung, die das Landvolk mehrfach öffentlich vorgestellt hat, stammt vom 18. Dezember vergangenen Jahres. „Es gibt wohl eine neuere Fassung. Die liegt im Bundestag, aber wir kennen sie noch nicht“, sagt Tim Eiler, Verantwortlicher im Bereich Düngung der Landwirtschaftskammer.

Die Ziele der Novelle sind „praxisgerechte Lösungen für die Landwirtschaft, die sowohl die fachlichen Anforderungen als auch die Umwelterfordernisse angemessen berücksichtigen“, heißt es seitens des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, welches den Entwurf gestaltet.

Damit handelt es auch im Auftrag von Brüssel, denn die Verordnung soll eine EU-Nitrat-Richtlinie umsetzen. Diese soll vor einer Verunreinigung von Gewässern schützen, erklärt Eiler. Grund für die Novellierung der aktuellen Fassung sei, dass sie die gesetzlichen Ziele nicht erfüllt hat.

Laut Eiler sieht der Entwurf vor, dass Güllebehälter eine größere Lagerkapazität aufweisen. Die Lagerstätten sollen in bestimmten Fällen die Menge von neun Monaten fassen. Dies beträfe vorrangig Landwirte, die viele Tiere halten.

Ein weiterer Kritikpunkt: Einen Monat länger dürfen die Bauern keinen Stickstoffdünger auf Ackerland ausbringen – vom 31. Oktober bis 31. Januar.

„Die Auswirkungen müssen immer betriebsindividuell betrachtet werden“, sagt Dirk Kleemeyer vom Landvolk Mittelweser. „Die Landwirte sind alle mehr oder weniger betroffen. Manche Landwirte haben selbst keine Tiere und somit auch keine eigenen Nährstoffe. Die Nährstoffe, die sie kaufen, dürfen sie dann aber nur zu einem bestimmten Zeitpunkt nutzen“, so Kleemeyer weiter.

Niedersachsens Landvolkpräsident Werner Hilse kritisiert die zahlreichen Verschärfungen, die der Entwurf enthält. Er vermisst eine Folgenabschätzung für die Landwirtschaft, heißt es in einer Pressemitteilung des Landvolks.

Das Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung wird für Ende 2015 angestrebt, heißt es auf der Internetpräsenz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

vik

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