30 Prozent weniger in neun Jahren

Nitrat-Eintrag: Trendumkehr zwischen Delmenhorst und NRW

Gülle als organisches Düngemittel wird für die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser verantwortlich gemacht.
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Unter anderem Gülle als organisches Düngemittel wird für erhöhte Nitratwerte im Grundwasser verantwortlich gemacht.

Zwischen Delmenhorst und der Landesgrenze nach NRW wurde in den vergangenen neun Jahren kontinuierlich dem Boden weniger Nitrat zugeführt. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor.

Landkreise Diepholz/Nienburg – Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) lässt jedes Jahr Nitrat-Tiefenbohrungen ausführen, um die Güte des Sickerwassers zu bestimmen. Laut Mitteilung des Landvolks Mittelweser hat jetzt Diplom-Agraringenieur Dr. Franz Antony nach aktuellen Untersuchungen hat ein sehr positives Fazit gezogen:

„Wir haben gemeinsam mit den beteiligten Landwirten in den letzten Jahren eine eindeutige und belegbare Trendumkehr des Nitrat-Eintrags erreicht.“ Antony ist Geschäftsführer der Ingus Ingenieurdienst Umweltsteuerung GmbH, die diese Untersuchungen seit Jahren für das NLWKN vornimmt.

NItrat: 30 Stellen im Gebiet „Mittlere Weser“ untersucht

Untersucht worden seien in den Winterhalbjahren 2010/2011 bis 2019/2020 insgesamt 30 Stellen in einer Tiefe von bis zu 30 Metern im Gebiet „Mittlere Weser“. Das bezeichnet in der Wasserrahmenrichtlinie einen Bereich von Delmenhorst im Norden über die Landkreise Diepholz und Nienburg bis an die Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen. Er umfasst mehr als 172 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.

Das Fazit: Innerhalb von neun Jahren habe sich der Nitrat-Eintrag im Gesamtdurchschnitt von 148 auf 102 Milligramm pro Liter reduziert. „Wir teilen die Gebiete über die bekannten Boden-Klima-Räume der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hinaus in kleinere naturräumliche Einheiten ein, bewerten die Standorte“, beschreibt Franz Antony das Vorgehen. Eine Messung auf dem Acker sei besonders exakt und aussagekräftig. „Wir bohren praktisch dem Nitrat hinterher“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Frühindikator: Nitrat-Gehalt im Sickerwasser gemessen

Noch bevor Nitrat ins Grundwasser gelangt, messe das Ingus-Team es bereits im Sickerwasser. Das sei ein Frühindikator und ermögliche eine jährliche Auswertung. „So müssen wir nicht 20 Jahre warten, bis das Nitrat im Grundwasser angekommen ist.“ Vielmehr könne man auf diese Weise frühzeitig Trends erkennen und die Beratung der Betriebe entsprechend anpassen.

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Deutschland habe der EU bisher keine Trendumkehr belegen können. „Dabei können wir das regional durchaus“, betont Antony. Und so weit sei ein sehr gutes Ergebnis gar nicht entfernt: „Wenn wir bei 70 Milligramm pro Liter wären, wäre für den Ackerbau schon viel erreicht.“ 96 Betriebs im Wasserrahmenrichtlinie-Gebiet „Mittlere Weser“ berät das Ingus-Institut, um ein umweltschonendes Ergebnis zu erreichen.

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