„Dachte, ich bin im falschen Film“

Nicole Renner organisiert vermeintliche „Ehrenamt überrascht“-Auszeichnung – und wird selbst geehrt

Der Vereinsvorsitzende Jens Block (l.) überreicht das Geschenk des TSV Ristedt an Nicole Renner. Im Hintergrund (von links) Wiebke Kestermann und Sigrid Fischer vom Vorstand sowie Ehemann Marcus Renner.
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Der Vereinsvorsitzende Jens Block (l.) überreicht das Geschenk des TSV Ristedt an Nicole Renner. Im Hintergrund (von links) Wiebke Kestermann und Sigrid Fischer vom Vorstand sowie Ehemann Marcus Renner.

Besondere Überraschungen bedürfen manchmal eines besonderen Plans. Und wenn es sein muss, wird zu diesem Zweck eben auch mal eine zu Ehrende erstklassig hinters Licht geführt. Dies war jetzt beim TSV Ristedt der Fall.

Ristedt – Das „Opfer“ und damit die Geehrte: Nicole Renner, Freiwilligenmanagerin und Pressewartin beim TSV Ristedt. Die Idee: Sie sollte die Auszeichnung „Ehrenamt überrascht“ erhalten. Das Problem: Für gewöhnlich ist sie beim TSV genau die Person, die derartige Aktionen und Ehrungen mit organisiert.

Die Lösung: Eine gemeinsame Scharade von Kreissportbund, TSV Ristedt und einem eingeweihten Nichtmitglied. Gemeinsam machten die Eingeweihten Renner bis zum Tag der Ehrung weis, dass das Nichtmitglied an diesem Tag geehrt werden soll.

„Bis zur Ehrung dachte sie, dass diese für Svenja sein wird“, schildert Vorstandsmitglied Sigrid Fischer die Situation auf dem TSV-Sportplatz. Erst als sie und die Frauenbeauftragte Wiebke Kestermann abwechselnd Renners Verdienste für den Verein hervorhoben, dämmerte es der seit Jahren engagierten „Frontfrau“, dass diesmal sie die überraschte Ehrenamtliche war.

Eigentlich sei die Ehrung schon für 2020 geplant gewesen – für fünf engagierte Jahre im TSV – doch Corona machte den Überraschern einen Strich durch die Rechnung. Das Vorstands-Duo zählte die vielen Bereiche auf, in denen Renner seitdem Spuren hinterlassen, Dinge vorangetrieben und organisiert hat – mit großem Optimismus und viel Power: Vom Minifußballabzeichen „Hoppel und Bürste“, dem DFB-Mobil und Keksebacken über Weihnachtsfeiern, Karneval und Übernachtungen in der Halle bis zur Kinderbetreuung während der Blutspende und zu zahlreichen Veranstaltungen in der Ferienkiste.

„Die Jugend-Fußballsparte hast du durch deinen Einsatz zu so viel Nachwuchs verholfen, dass mancher sich fragt, wo kommen auf einmal diese ganzen Kinder her“, heißt es in der Rede.

Das Aufhübschen der Homepage mit unzähligen selbst geschriebenen Berichten, eine aktive Pressearbeit und das Erstellen von Flyern gehörte ebenso in den selbst gewählten Tätigkeitsbereich der Geehrten wie die „super erfolgreiche Gründung der Badminton-Jugend“, das Beantragen von Fördergeldern, die Idee einer Vereins-App und die Weiterbildung in allen erdenklichen Bereichen.

Ohne Nicole Renner, so schloss das Vorstands-Duo seine Lobrede, „wäre dieser Verein heute nicht da, wo er ist.“

Der Verein überreichte als Dankeschön ein Geschenk, der Landessportbund stellte zudem ein Überraschungspaket zur Verfügung – inklusive gerahmter Urkunde.

Und Renner selbst? „Dachte, ich bin im falschen Film“, erinnert sie sich lachend auf Nachfrage. Bis zu dem Moment, als die Vorstandskollegen „ihre Din-A-4-Zettel rausholten“ und zur Rede ansetzten, war sie fest davon ausgegangen, nicht im Mittelpunkt der Aktion zu stehen. Und dann? „War alles zu spät. Ich stand die ganzen nächsten vier Stunden komplett neben mir.“

Für Renner, die in ihren Pressemitteilungen gerne andere Mitglieder im Mittelpunkt stehen lässt, war die gelungene Überraschung eine ungewohnte Erfahrung. „Aber sehr schön!“

Von Frank Jaursch

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