Mia Pittroff im Gleis 1 

Nichts zum laut Loslachen

Hinsetzen und Dichten für Mamas 65. – bei Mia Pittroff zog sich das als Running-Gag durch den Abend. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Dagmar Voss. Trocken-lakonischer Humor gesellt sich bei der Kabarettistin Mia Pittroff zu schrägen Gesangseinlagen. Am Freitagabend unterhielt die gebürtige Fränkin das Publikum im Gleis 1 mit ihrem Programm „Ganz schön viel Landschaft hier“. Mit Betrachtungen über Geburtstagsgedichte und Haushaltsgeräte, echte Rentner, tintenbasierte Körperkunst und Pfandflaschen-Fondsberater.

Ausgestattet eher schlicht mit ockerfarbenem Rock und T-Shirt, darauf einen blassen Katzenkopfaufdruck, erzählte Pittroff von dem Ansehen, das sie als „Kreative“ und damit „nicht mal Künstlerin“, im familiären Umfeld genieße. Immerhin würde sie manchmal gebeten, ein Gedicht zu schreiben. Und so zog sich ihr Hinsetzen und mal eben Feilen an Versen für den 65. Geburtstag ihrer Mutter feilen als Running-Gag durch den Abend.

An komisch-kritischen Gedankengängen zur Welt von Facebook ließ die Wahlberlinerin ihre Zuhörer teilhaben. Passender Song dazu: „Da adde sich wer kann“ im Walzertakt

Urkomisch ihr Bericht, wie sie beim Spaziergang durch Syke doch tatsächlich auf ein normales, traditionell-klassisches Café, die Alte Posthalterei, gestoßen ist. „Andere Länder, andere Sitten – da gibt es noch eine echte Kellnerin mit Stift und Block, echte Tische und Stühle. Kein Bestellen über Smartphone und Bezahlen mit Payback.“ Die Cafés in Berlin müssten sich dagegen immer neue Trends ausdenken.

Mia Pittroffs Vorschlag, man möge doch möglichst endlich eine App fürs Hirn einrichten, konnte man eigentlich nur zustimmen. Schließlich gibt es doch mittlerweile so viele Fähigkeiten, die durch eine App ersetzt werden können. Also ab in die Berliner Charité und unters Messer dafür.

Und für alle, die zwar grundsätzlich gerne hin und wieder mal etwas in ein Tagebuch schreiben möchten, dazu aber keine Zeit haben, bietet sie sich als PDW, Professional Diary Writer an. Da hat sie gestaffelte Kostenversionen, in der XL-Variante auch mit sexuellen Zugaben.

Wenig sexuell hingegen wirkte am Ende der umgearbeitete tätowierte Kampf-Karpfen auf der Wade von Freundin Sabine. Am Ende, als das mit dem geliebten Karsten, dessentwegen das überhaupt entstanden war, wieder vorbeiging.

Es war ein Abend für verhaltenes Schmunzeln, bestätigte auch Zuschauer Marco Rusch: „Es sind mehr lustige Anekdoten, nichts zum laut Loslachen und Schenkelklopfen.“

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