Günter Bohlmann vom Computer-Stammtisch referiert über Spuren im Internet

„Es ist nicht möglich, eigene Daten zu schützen“

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Wer bisher vermutete, dass User von Smartphones und Handys nur sehr schwer ihre persönlichen Daten schützen können, war am Montagnachmittag in der Stadtbibliothek überrascht, wie aggressiv die Regeln der Netzbetreiber gestaltet sind.

Günter Bohlmann, Mitglied im Computer-Stammtisch Syke, hatte zu einem Vortrag mit dem Titel „Deine Spuren im Netz“ eingeladen. Er begrüßte fast 20 Zuhörer.

Wer bisher völlig naiv kommunizierte, müsste entsetzt sein, wie gläsern er sich schon gemacht hat und welche Spuren er im Netz hinterlassen hat, meinte Bohlmann.

Gleich zu Beginn gab der Referent ein Statement über die Chancen ab, persönliche Daten im Internet zu schützen: „Ich behaupte: Es ist gar nicht mehr möglich, die eigenen Daten zu schützen.“ Er begründete dies, indem er an die persönlichen Informationen erinnerte, die abgeliefert werden müssen, um überhaupt ins Netz zu gelangen.

Selbst wer nur ein Foto ins Netz stellt, sollte wissen, dass dabei automatisch die technischen Daten der Kamera, der Name des Besitzers der Kamera und der Standort des Fotografen erkannt wird. Beim Versenden einer SMS sei die Menge der gespeicherten Daten noch umfangreicher. Im Smartphone- und Handy-Bereich seien Speicherkapazität und Geschwindigkeit der ermittelten persönlichen Daten nahezu grenzenlos.

Beim Benutzen von Apps werden nach Bohlmanns Aussage bereits Daten gespeichert, nicht nur über den Gerätestatus, sondern persönliche Netzwerkverbindungen, der genaue Standort des Gerätes und geplante GPS-Verbindungen. „Sie wissen gar nicht, wozu Sie schon ihre Zustimmung gegeben haben, ehe Sie eine App nutzen“, erklärte der Referent. Außerdem, und das sei das größere Problem: Wer nicht bereit sei, eine Mindestmenge an persönlichen Daten abzuliefern, der bekäme keine Zugangsberechtigung.

Es sei irre, wo die vielen Daten hinlaufen, meinte Bohlmann, der nach dem Besuch einer Blumenschau in Heidelberg unaufgefordert ein Album mit Aufnahmen von dieser Ausstellung erhielt.

Auch Menschen, die nicht im Internet verkehren, könnten Opfer der Datensammelwut werden, denn bei Fotos mit mehr als drei abgebildeten Personen sei niemand mehr geschützt, weil sie als Gruppe gelten. Die Gesichter würden abgescannt und verglichen, und die Programme zur Gesichtserkennung seien inzwischen unglaublich sensibel, so dass sie sogar mehr als 50 Jahre alten Fotos, wenn sie ins Netz gelangen, zugeordnet werden können.

Alle, die sich weiter über dieses oder ähnliche Themen im Umgang mit dem Handy und Internet informieren möchten, lud Bohlmann ein, den Computer-Stammtisch zu besuchen. Die Mitglieder treffen sich an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat in der Stadtbibliothek

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