Wolfgang Rathke gibt den Vorsitz bei der Verkehrswacht Grafschaft Hoya ab

„Nicht mehr die Zukunft“

Wolfgang Rathke Foto: jeh

Syke – Wolfgang Rathke (78), seit 2005 Vorsitzender der Verkehrswacht Grafschaft Hoya, wird auf der Jahrestagung für das Amt des Vorsitzenden nicht mehr kandidieren. Als die Verkehrswacht fast vor dem Aus stand, übernahm er das Ruder als Vorsitzender. Im Interview spricht Wolfgang Rathke über Enttäuschungen und die Zukunft. Die Fragen stellte Dieter Niederheide.

Herr Rathke, auf der Jahrestagung der Verkehrswacht werden Sie für ein Vorstandsamt nicht mehr zur Verfügung stehen. Warum nicht?

Ich bin 78 Jahre alt, in diesem Alter ist man nicht mehr Zukunft. Es ist vielmehr an der Zeit, die Leitung und Verantwortung in jüngere Hände zu legen.

Überall wird geklagt, dass es an jungen Frauen und Männern fehlt die Verantwortung übernehmen wollen. Wie sieht das bei der Verkehrswacht Grafschaft Hoya aus?

Gut. Erfreulicherweise haben wir in unseren Reihen jüngere Mitglieder, die zum Teil schon Vorstandsarbeit leisten und bereit sind Aufgaben zu übernehmen, aber das wird in der Jahreshauptversammlung entschieden.

Kaum zu glauben, dass Sie ganz ohne Aufgabe in der Verkehrswacht auskommen. Ebenfalls schwer vorstellbar, dass die Verkehrswacht Grafschaft Hoya so ganz ohne Wolfgang Rathke auskommt.

Ja, das sehen Sie richtig. „It‘s time to go“ heißt nicht, dass ich mich ab sofort gänzlich aus der Arbeit für die Verkehrswacht zurückziehe. Ich werde mich wohl in Zukunft um das Seminar für Richter, Staats- und Amtsanwälte, Polizeibeamte und andere an Verkehrswachtarbeit interessierte Personen kümmern. Das will ich gerne tun.

Wie kam es dazu, dass sie 2005 das Amt des Vorsitzenden übernahmen?“

Es lag an der Situation, in der sich die Verkehrswacht damals befand. Wichtige Führungspersönlichkeiten, insbesondere jene aus der Kreisverwaltung, standen nicht mehr zur Verfügung. Zum Beispiel schied der damalige Leiter des Straßenverkehrsamts, Joachim Kroll, der Geschäftsführer der Verkehrswacht war, auch aus dem Vorstand aus, als er in Pension ging.

Was waren die Folgen des Ausscheidens?

Mit Krolls Ausscheiden konnte der administrative Bereich der Verkehrswacht in der bis dahin gewohnten positiven Weise nicht mehr fortgesetzt werden. Mit der Verlagerung der Kreisverwaltung aus Syke nach Diepholz ging die Infrastruktur für uns verloren. Führungskräfte zogen sich zurück. Die Geschäftsstelle im Syker Kreishaus stand nicht mehr zur Verfügung.

Sie haben die Verkehrswacht mit Engagement und sehr viel ehrenamtlicher Arbeit wieder arbeitsfähig bekommen. Auf dem Weg wird es nicht immer ohne Enttäuschungen abgegangen sein?

Stimmt, zu den Enttäuschungen zu meiner Zeit als Vorsitzender gehört der Austritt vieler Fahrlehrer. Die Gründe sind für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe die Fahrlehrer stets als wichtige Säule der Verkehrssicherheitsarbeit gesehen.

Eine Säule war einst auch der Jugendverkehrsclub (JVC) der Verkehrswacht. Was ist damit?

Ja, es ist eine weitere Enttäuschung für mich, dass es nicht gelungen ist, den JVC am Leben zu erhalten.

Wie kam das?

Maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es uns trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, im Raum Weyhe kostengünstig auf Dauer Räumlichkeiten anzumieten.

War das der einzige Grund?

Nein, die seit Langem dünne Personaldecke, also die Zahl der wirklich Aktiven in der Verkehrswacht Grafschaft Hoya, war auch ein Grund dafür.

Herr Rathke, werden Sie am Ende der Jahrestagung aufatmen, wenn eine große Verantwortung von Ihnen genommen wird?

Nein, es wäre nicht aufrichtig, wenn ich sagen würde, dass ich das Amt des Vorsitzenden leichten Herzens abgebe. Ich habe diese Aufgabe, diese Arbeit, trotz allem sehr gerne gemacht. Sie hat mir sehr viel bedeutet.

Was lag Ihnen besonders am Herzen?

Das Wohl der Kinder im Straßenverkehr und der älteren Verkehrsteilnehmer lagen mir stets am Herzen. Fehlen werden mir die positiven Gespräche mit den Vertretern der Kreissparkasse Syke, des Landkreises und der Landesverkehrswacht. Das alles bleibt mir in angenehmer Erinnerung.

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