„Nicht dass die wieder anfangen!“

Bäume hinter der Schnur: Jens Grabow schützt das Eigentum seiner Familie

Der Barrier Jens Grabow hofft, dass Schild und Schnur an der Ecke von Bundesstraße 6 und Fuchsweg ihren Zweck erfüllen und die Bäume nicht einer weiteren Fällaktion zum Opfer fallen. Foto: Knips
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Der Barrier Jens Grabow hofft, dass Schild und Schnur an der Ecke von Bundesstraße 6 und Fuchsweg ihren Zweck erfüllen und die Bäume nicht einer weiteren Fällaktion zum Opfer fallen.

Barrien - Von Frank Jaursch. Es ist viel los auf der B 6 - und zwar auch jenseits des üblichen Verkehrs. In der vergangenen Woche sorgte die Straßenmeisterei mit der Entscheidung, das Böschungsgrün in Barrien radikal abzuholzen, für Empörung. Und in dieser Woche kam es zu Behinderungen im Verkehrsfluss, weil an mehreren Stellen die Leitplanken erneuert wurden.

Wer an den Baustellenampeln wartete, hatte Gelegenheit, eine weitere Veränderung wahrzunehmen: Im Kreuzungsbereich von B 6 und Fuchsweg machte ein handgeschriebenes, an eine Birke genageltes Schild auf eine besondere Situation aufmerksam. „Privateigentum / kein Bundes-Eigentum!“ steht darauf, und darunter der Hinweis „Bäume fällen verboten“. Vor dem Strauchwerk läuft eine Schnur entlang.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Schild? Ein Anruf beim Urheber sorgt für Klärung. Jens Grabow hat nach den jüngsten Baumfällaktionen an der Bundesstraße Angst um sein Eigentum. Und das, wenn man seinen Schilderungen zuhört, nicht ohne Grund. Denn vor einigen Jahren wurden die Privat-Bäume entlang der B 6 schon einmal gefällt - in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ (Grabow). Ein Irrtum des Straßenbauamtes, wie sich herausstellte. Die Schnur und das Schild sollen eine Wiederholung verhindern. „Nicht dass die jetzt wieder anfangen!“

Als Außenstehender könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, die Bäume jenseits des Straßengrabens stünden auf öffentlichem Grund. Denn ein Zaun verläuft erst dahinter. Doch der Schein trügt. Auch die Bäume stehen auf privatem Grund.

Grabow erstattete Anzeige

„Die hab ich selbst zusammen mit meinem Vater gepflanzt“, erinnert sich Jens Grabow. Sein Vater, der Barrier Dorfdoktor Dr. Gustaf Grabow, hielt auf seiner „Ranch“ an der Bremer Straße Pferde. „Den Pferdezaun hat er mit Absicht hinter den Bäumen gebaut“, erzählt Grabow. Denn seine Tiere habe er vor Unfallfahrern an der Bundesstraße schützen wollen.

Vor einigen Jahren war dieser Schutz über Nacht zu guten Teilen verschwunden. Das Straßenbauamt in Nienburg hatte 37 Bäume fällen lassen. „Die haben nur die Harthölzer entnommen“, schildert Grabow - also die wertvollen Bäume wie Eichen und Buchen. „Die Birken haben sie stehengelassen.“

Grabow erstattete Anzeige im Namen seiner Mutter, der Eigentümerin, und klagte auf Schadenersatz. „Ich war mir so was von sicher“, betonte er. Zurecht: Eine Kontrolle durchs Katasteramt brachte zweifelsfrei die Erkenntnis, dass die gefällten Bäume tatsächlich auf privatem Grund gestanden hatten.

Am Ende des Prozesses stand, so berichtet der Barrier, ein Vergleich: Für die Eigentümerin gab es 16 000 Euro. Nur ein kleiner Teil des eigentlichen Wertes, doch seine Mutter habe sich nicht weiter dem Stress eines Prozesses aussetzen wollen.

Jens Grabow, der ebenfalls auf dem großen Grundstück zwischen alter und neuer Bundesstraße gebaut hat, kann auf eine weitere Auseinandersetzung getrost verzichten. Er hofft darauf, dass Schild und Schnur das Eigentum seiner Familie schützen. „Nochmal brauche ich das wirklich nicht.“

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