Weitere Ehrenamtliche dringend gesucht

Hospizhelfer begleiten Schwerstkranke und Sterbende

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Freuen sich auf neue Hospizhelfer: (v.l.) Heide Wolter, Dieter Stamme, Karin Meiners, Patrica von Bodecker, und Claudia Kemper.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Wahrnehmen, mitgehen, zuhören, verstehen – genau das ist entscheidend, wenn Menschen unheilbar krank sind oder an der Schwelle des Todes stehen. Hospizhelfer begleiten sie: Ehrenamtliche, die sich in einer 100 Stunden umfassenden Fortbildung auf diese Aufgabe vorbereitet haben.

Zurzeit sind es 15 Menschen, die diese Weiterbildung im Bereich Sulingen, Bruchhausen-Vilsen, Bassum, Syke und Weyhe durchlaufen. Der Kurs endet im Februar. Doch schon am 7. April beginnt im Gemeindehaus Bruchhausen eine neue Fortbildung. 16 Interessierte können teilnehmen. Was sie dabei lernen und wie sie Menschen in einer Lebens-Ausnahmesituation zur Seite stehen, darüber informierten die Sprecher der fünf Hospizgruppen gemeinsam. „Dieser Kurs erschließt die eigene Persönlichkeit“, beschreibt Karin Meiners vom Hospiz Weyhe ihre ganz persönliche Erfahrung, „es ist unheimlich bereichernd“. In Weyhe würden weitere Hospizhelfer dringend gebraucht.

Weil diese Helfer ehrenamtlich im Einsatz sind, können manchmal nicht alle Wünsche von Angehörigen sofort erfüllt werden. „Wir helfen uns dann gegenseitig“, berichten die Gruppenleiterinnen über ihre Zusammenarbeit. Und betonen: Niemand soll bei dieser Aufgabe überfordert werden. „Familie und Beruf haben Vorrang“, so formuliert es Heide Wolter vom Hospizdienst Syke.

„Die Begleiter werden begleitet“

„Die Begleiter werden begleitet“, sagt Patricia von Bodecker, Hospizdienst Sulingen. Neben den monatlichen Gruppentreffen gebe es vier Supervisionen pro Jahr, bei denen die Helfer ihre ganz persönlichen Erfahrungen reflektieren können. Davon hat Dieter Stamme aus Sulingen schon profitiert: „Diese Gespräche sind sehr wichtig.“

Dr. Claudia Kemper vom Hospizdienst Bassum weiß, dass der persönliche Austausch schon vor Kursbeginn wichtig ist: Welche Motivation haben Interessierte für die Teilnahme an dieser Fortbildung? Das müsse zunächst geklärt werden.

Die Fortbildung selbst besteht aus drei Teilen – zum einen dem Grundkurs, der sich mit wichtigen persönlichen Fähigkeiten der Helfer befasst. Dazu gehört auch das Loslassen und Aufstehen, wenn eine Begleitung abgeschlossen ist. Im zweiten Teil, dem Praktikum, können die Kursteilnehmer diese Fähigkeiten in Pflegeheimen oder bei Palliativ-Patienten anwenden – unter Begleitung erfahrener Hospizhelfer.

Vielfältige Kursinhalte

Rechtliche Aspekte, Märchen sowie das Krankheitsbild der Demenz gehören genauso zu den Kursinhalten wie Bestattungsformen. Im Vertiefungskurs setzen sich die Teilnehmer noch einmal mit persönlichen Handlungsformen auseinander.

Die Hospizgruppenleiterinnen hoffen, weitere Helfer für das Ehrenamt gewinnen zu können, denn die Nachfrage ist groß. Deshalb ist die Teilnahme für alle, die zwei Jahre lang Begleitungen übernehmen, kostenlos.

Auch in Lemförde, Twistringen, Barnstorf und Hoya bieten Hospizdienste solche Lehrgänge an. Alle Gruppen im Landkreis sind miteinander vernetzt und beraten bei Regionaltreffen gemeinsam.

Interessierte, die ab April am Kurs in Bruchhausen teilnehmen möchten, haben folgende Ansprechpartner für die Anmeldung: Patricia von Bodecker (04273/8214), Anja von Issendorff, Hospizbeauftragte des Kirchenkreises Syke-Hoya (04252/2249), Dr. Claudia Kemper (0175/8039199), Heide Wolter (04242/80123), Karin Meiners (0151/12328622) und Dieter Stamme (04271/5939).

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