Neuntklässler gehören zu den Jahrgangsbesten in bundesweitem Wettbewerb

Bei Bjarne, Emmelie und Lena stimmt die Chemie

+
Bjarne Dänekas und Emmelie Weiß gehören zu den bundesweit besten Teilnehmern im neunten Jahrgang beim Chemiewettbewerb Dechemax. Ihre Team-Kollegin Lena Bolt war gestern beim Pressetermin am Gymnasium verhindert.

Syke - Von Michael Walter. Emmelie Weiß, Lena Bolt und Bjarne Dänekas gehören zu den besten Nachwuchs-Chemikern Deutschlands. Beim Dechemax-Schülerwettbewerb mit insgesamt 7300 teilnehmenden Teams kam das Trio vom Syker Gymnasium unter die bundesweit besten zehn ihres Jahrgangs.

Bjarne war der erste der Drei, der das Endergebnis auf den Internetseiten der Wettbewerbs-Ausrichter erfuhr. „Ich hab mich total gefreut“, erzählt der 15-jährige beim Pressegespräch am Gymnasium. Seine gleichaltrige Teamkollegin Emmelie schildert das ein bisschen plastischer: „Er war völlig aufgeregt, als er bei uns angerufen hat“, sagt sie lachend.

„Chemie rund um den menschlichen Körper“ war das Thema des Wettbewerbs. In zwei Runden mussten die Teilnehmer dabei sowohl theoretisch als auch praktisch arbeiten.

„Die erste Runde ging über acht Wochen“, erzählt Bjarne. Für die einfacheren Fragen habe reine Internet-Recherche schon ausgereicht. „Aber es gab auch Fragestellungen, für die man sich erstmal ein bisschen gründlicher ins Thema einlesen musste.“

Eine Aufgabe beschäftigte sich zum Beispiel mit Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne. Deren Wirkungsweise beruht im Prinzip darauf, mit speziellen Partikeln die offenen Nervenkanälchen im Zahnschmelz zu verstopfen. Die Frage dazu lautete: Wie groß müssen diese Partikel sein, damit das optimal funktioniert? (Wer‘s wissen will: Die Partikel müssen etwa ein bis zwei Tausendstel Millimeter groß sein, um genau in den sogenannten Dentinkanal zu passen). Für jede richtig gelöste Aufgabe gab es einen Punkt, und am Ende der Runde waren die Syker unter den 550 Teams, die bundesweit die zweite Runde erreicht hatten.

Damit ging es in die Experimentier-Phase.

„Es gab zwei Versuche“, schildert Bjarne. Beim ersten ging es um das unterschiedliche Verhalten von zwei Aspirin-Präparaten beim Lösen in einer Säure und in einer Lauge. Den Sinn dieses Experiments erklärt Bjarne so: „Es gibt Präparate, die den Wirkstoff im Magen freisetzen. Dann greift er aber die Magenschleimhäute an. Andere Präparate sind resistent gegen die Magensäure und werden erst im Dünndarm aufgelöst. Die gelten als magenverträglicher.“

„Der zweite Versuch war dann ekelhaft“, fährt Emmelie fort. „Wir mussten Leber in verschiedener Form Wasserstoffperoxid aussetzen: Roh, gekocht, gerieben, gefroren und sauer eingelegt.“

Zu beobachten war eine unterschiedlich starke Blasenbildung, für die ein Enzym in der Leber verantwortlich ist. Der Sinn des Versuchs: „Enzyme haben ein Temperatur-Optimum und ein pH-Optimum“, erklärt Emmelie. „Je weiter man sich von diesem Optimum entfernt, desto stärker werden die Enzyme denaturiert. Und desto schlechter arbeiten sie.“

Beide Teenager bezeichnen sich als vielseitig interessiert. Eine besondere Vorliebe für Naturwissenschaften verleugnen sie allerdings nicht. Beide sind außerdem sehr sportlich: Bjarne ist Schwimmer und trainiert viermal die Woche, Emmelie spielt Basketball und tanzt Standard-Formation. Emmelie möchte später einmal Ärztin oder Biochemikerin werden. Bjarne weiß das noch nicht so genau. „Aber Naturwissenschaften sollten schon damit zu tun haben.“

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Kommentare