Viel mehr als Grün

Neues Pflegekonzept für den Syker Edgar-Deichmann-Park

Bauhof-Gärtner sitzt auf eine Maschine im Edgar-Deichmann-Park.
+
Tim Ossmer-Rottmann ist einer der Bauhof-Gärtner, die für die Pflege des Edgar-Deichmann-Parks zuständig sind.

Der Edgar-Deichmann-Park rund um den Syker Mühlenteich ist seit Langem eine beliebte Flanierstrecke. Doch wer genau hinschaut, hat in den vergangenen Monaten Veränderungen wahrnehmen können – weg von den einheitlichen Rasenflächen, hin zu mehr Blüten, mehr Stauden, mehr Farbe.

Syke – Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht überall wahrnimmt: Es tut sich was auf dem Areal des Edgar-Deichmann-Parks rund um den Syker Mühlenteich. „In der Vergangenheit haben wir die Dinge oft sich selbst überlassen“, sagt Sykes Stadtbiologin Angelika Hanel. Das hieß in der Praxis: viel Grün, wenig Struktur. Zwei Gärtner des Syker Bauhofs sind jetzt nahezu täglich dabei, dem Park ein neues Aussehen zu verpassen.

Ihr Ziel: viel Grün – und noch viel mehr.

Tatsächlich offenbaren sich dem, der mit offenen Augen durch den Park geht, an vielen Orten Veränderungen. Blüten geben jetzt hundertfach Farbtupfer ins Grün. Tulpen und Geranien blühen, Spiräen wachsen. Und die rund 2500 Krokusse haben sich natürlich längst wieder in den Sommer-Herbst-Winterschlaf begeben.

Ein sichtbarer Teil des Pflegekonzepts sind die Baumscheiben-Unterpflanzungen. Viele Bäume haben farbenfrohe Begleiter und gehen mit ihnen eine Symbiose ein, erklärt Hanel. „Sie halten den Fuß feucht und ziehen weniger Flüssigkeit als Rasen.“

Bewusst haben die beiden Gärtner im Park unterschiedliche Bereiche angelegt: Hier das akkurat gemähte Rasenstück, das geradezu zu einem Picknick in Wassernähe einlädt. Dort die naturbelassene Wiese, auf der sich Wildblumen ausbreiten können. „Mal gucken, was von selber kommt – ich bin gespannt, was im Boden steckt“, erklärt Hanel.

Der Park präsentiert sich offener als in vergangenen Jahren. Viele Veränderungen allerdings offenbaren sich erst auf den zweiten Blick.

Eine auffällige Veränderung hat sich direkt am Teichufer vollzogen: Zahlreiche Erlen-Ausläufer, die sich in den vergangenen Jahren weitgehend ungehindert am Ufer ausbreiten konnten, hat das Gärtner-Duo entfernt. Eine Knochenarbeit, die sich aber lohnt: Mittlerweile ist der Blick auf die Wasserfläche von den meisten Orten aus möglich.

Andernorts wurden große Büsche entfernt und stattdessen Stauden und Pflanzen unterschiedlicher Höhe gepflanzt. „Es ist alles viel größer geworden – dadurch, dass es luftiger ist“, findet Bürgermeisterin Suse Laue. Ihre Stadtbiologin gibt ein paar Eckdaten preis, die die Größe der Aufgabe für die Bauhof-Mitarbeiter verdeutlichen: Rund 13 000 Quadratmeter Rasenfläche müssen gepflegt werden, gut 270 Quadratmeter Strauchpflanzungen, 730 Quadratmeter Stauden und rund 340 Quadratmeter an Blumen.

Den Aufwand, den die Parkpflege erfordert, macht die Schilderung des Tagesablaufs durch Gärtner Tim Ossmer-Rottmann deutlich: „Erst mal die Wege abpusten, dann die Maulwurfshügel plattharken und den Müll sammeln“, beschreibt er die ersten Handgriffe. Dann stehen je nach Wuchslage Rasenmähen, Durchkrauten und das Anlegen neuer Staudenbeete auf der To-Do-Liste.

Die neue Pflanzenvielfalt von Aronia bis Zierlauch hat ihren Preis: „Das ist bestimmt 50 Prozent mehr Aufwand“, schätzt Hanel. Aber einer, der für einen lebendigen Park notwendig ist, ist sie überzeugt. „Jeder Park muss immer mal wieder verändert werden, sonst wird’s langweilig.“ Für den zentralen Syker Park „von überregionaler Bedeutung“ gilt das nach Hanels Überzeugung besonders.

Und Suse Laue ist sich sicher, dass nicht nur die Sonntag-Nachmittags-Spaziergänger den neuen Look zu schätzen wissen. „Wir haben auch genug Leute ohne Gärten.“

Von Frank Jaursch

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit
Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft
Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab
Es leuchtet in Sulingen nun auch von unten dank „Light the City“

Es leuchtet in Sulingen nun auch von unten dank „Light the City“

Es leuchtet in Sulingen nun auch von unten dank „Light the City“

Kommentare