Scharfe Kritik am Landkreis

Neues Drama ums Syker Theater droht

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Um das Syker Theater gibt es zwischen Kreis und Stadt Theater.

Syke - Von Michael Walter. Da droht ein handfester Streit zwischen der Stadt Syke und dem Landkreis: „Das Gymnasium nutzt das Theater – und dafür wollen wir Geld sehen“, fasste Heinfried Schumacher (SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Naherholung und Kultur zusammen.

Der Landkreis hat allerdings nicht vor, mehr für das Theater zu bezahlen, als er jetzt schon zahlt.

Hintergrund: Der Landkreis ist Schulträger des Gymnasiums. Dieses nutzt das Theater als Aula, das Theater gehört aber der Stadt. Der Kern dieses Konflikts reicht zurück bis 2012. Damals war es umgekehrt: Die Aula gehörte dem Landkreis, die Stadt nutzte sie als Theater.

Als dann das Dach saniert werden musste, gab es Streit ums Geld. Der Landkreis wollte die Stadt als größten außerschulischen Nutzer der Aula an den Sanierungskosten beteiligen, die Syker Politik hatte was dagegen. Der Landkreis drohte 2013 mit einer Mini-Sanierung und Rückbau auf unter 200 Plätze sowie Ausschluss der Stadt, die dann ihren Theaterbetrieb hätte einstellen können.

Kreis soll für Nutzung zahlen

Am Ende teilten sich beide Seiten die Sanierungskosten und das Theater ging 2014 ins Eigentum der Stadt über. Vertraglich wurde geregelt: Das Theater steht dem Gymnasium weiterhin als Aula zur Verfügung. In Ausnahmefällen dürfe auch die Bühne in vollem Umfang kostenlos genutzt werden.

Aus diesen Ausnahmefällen sei aber längst die Regel geworden, kritisiert die Syker Politik. Aktuell nutze das Gymnasium die Bühne zu 60 Prozent. „Der Landkreis hält sich nicht an den Vertrag“, lautet der Vorwurf.

Der Ausschuss gab Bürgermeisterin Suse Laue den Auftrag, mit Landrat Cord Bockhop Nachverhandlungen zu führen. Doch sie blitzte damit bei ihm ab.

„Wie gehen wir jetzt damit um?“, lautete nun die Frage im Ausschuss. Ralf Eggers (CDU): „Die Konsequenz wäre: Das Gymnasium darf nicht mehr in die Aula. Wollen wir das?“ Das kollektive „Nein“ stand unausgesprochen im Raum. „Die Alternative wäre: Wir warten jetzt noch mal zwei, drei Jahre ab und versuchen es dann noch mal. Wollen wir das?“ Und auch hier stand ein unausgesprochenes „Nein“ im Raum. 

Florian Kastner (FWG) brachte die Idee ins Spiel, man könne ja vielleicht den Nutzungsanteil, der über 50 Prozent hinausgeht, in Rechnung stellen. Was aber am Problem nichts ändert: Der Landkreis weigert sich, mehr zu bezahlen, als er jetzt schon zahlt.

„Wir können auch woanders hingehen“

Landrat Cord Bockhop weist auf Nachfrage der Kreiszeitung auf inhaltlich gleichlautende Verträge mit Sulingen und Diepholz hin, wo es an den Gymnasien eine vergleichbare Situation gebe. „Ich verstehe nicht, weshalb die Syker diese Regelung jetzt anders gestalten wollen als die beiden anderen Gemeinden. Ich verstehe auch das Problem nicht. Wir zahlen bereits den Brandschutz, die Reinigung und die Energiekosten. Welche Kosten sollen denn da noch entstehen, die uns die Stadt in Rechnung stellen will? Und über welche Summen reden wir da?“

Ja, es sei richtig, dass Gymnasium und Kreismusikschule prozentual die stärksten Nutzer des Theaters seien. „Prozentrechnung hat aber immer was damit zu tun, wie viel man sonst noch macht“, so Bockhop. Meint: Wenn es der Stadt gelänge, das Theater vernünftig auszulasten, würde sich die Nutzung durch das Gymnasium schnell relativieren. „Wir können auch gerne woanders hingehen – dann ist im Theater noch weniger los.“

Bockhop hält die Forderungen der Syker Politik für anmaßend. „Wir haben das Theater verschenkt, eine Million Euro zur Sanierung dazugezahlt und tragen bei Veranstaltungen die Nebenkosten. Mir ist nicht klar, aus welchem Grund wir auch noch Miete zahlen sollten. Wir geben so viel Geld an die Kommunen. In diesem Jahr allein acht Millionen für die Kinderbetreuung. Davon geht ein großer Teil nach Syke. Und über was reden wir hier? 50.000 Euro im Jahr?“

Der Ausschuss hat das Thema vertagt.

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