Interne Lösung am Gymnasium Syke: Knut Wessel wird Schulleiter

Neuer Chef und alter Hase

Formaler Akt im Freiluftklassenzimmer des Gymnasiums: Regierungsdezernent Michael Loske (links) ernennt Knut Wessel zum neuen Schulleiter.
+
Formaler Akt im Freiluftklassenzimmer des Gymnasiums: Regierungsdezernent Michael Loske (links) ernennt Knut Wessel zum neuen Schulleiter.

Syke – Wenn die Bezeichnung Eigengewächs auf jemanden zutrifft, dann auf Knut Wessel: Erst war er Schüler am Gymnasium Syke, dann wurde er dort Lehrer. Seit Donnerstag, 10.42 Uhr, ist er jetzt der Chef. Da erhielt er von Regierungsdezernent Michael Loske die offizielle Ernennungsurkunde zum Schulleiter.

Seit August 2020 war die Stelle vakant. Wessels Vorgänger Jan Ziemann war nach langer Krankheit gestorben. Insgesamt gut zwei Jahre hatte sein Stellvertreter Andreas Gläser die Schule kommissarisch geleitet. Ihm sprach Loske jetzt Dank und Lob aus für großes Engagement, viel Empathie, Ruhe und Gelassenheit. Kollegium und Personalrat schlossen sich dem an.

Die Suche nach einem Nachfolger für Jan Ziemann sei ungewöhnlich kurz gewesen, sagte Michael Loske. „Nach Nienburg ist Syke in Niedersachsen Vizemeister, was die Besetzung von Schulleiterstellen betrifft.“

Ein Bewerbungsverfahren unter Coronabedingungen habe er „bisher so auch noch nie gehabt“, so Loske. Insofern fand es jetzt seinen passenden Abschluss: Die Ernennung erfolgte weder in der Aula des Gymnasiums noch im Kulturforum, sondern draußen an der frischen Luft im Freiluftklassenzimmer.

Knut Wessel sei „jemand, der Rückhalt an der Schule hat“, unterstrich Loske und war sich sicher: „Sie werden das meistern! Zumal ich das Kollegium als sehr engagiert und empathiefähig kennengelernt habe.“

Knut Wessel, Baujahr 1976, ist verheiratet und hat zwei Kinder. 1996 hat er am Syker Gymnasium Abitur gemacht und danach Mathematik und Physik in Oldenburg studiert. Nach seinem Referendariat in Bremen ging er für ein Jahr an die Deutsche Schule in Tokio. 2005 fand er am Alten Gymnasium in Bremen seine erste feste Stelle als Lehrer.

2010 kam Knut Wessel dann zurück nach Syke. Erst nur beruflich, als Lehrer am Gymnasium, später dann auch privat. „Wir haben damals in Oldenburg gewohnt“, erzählt er. Auf Dauer zu weit zum Pendeln, hatte der Familienrat befunden.

2014 beerbte Knut Wessel seine Kollegin Elisabeth Kollien als Oberstufenkoordinator und wurde so Mitglied der erweiterten Schulleitung. Die besteht am Gymnasium Syke aus Schulleiter, Stellvertreter und vier Koordinatoren.

„Ich unterrichte sehr gerne“, sagt Wessel. „Das ist auch der Grund, warum ich mit der Bewerbung auf die Schulleiterstelle zuerst gezögert hatte.“ Denn als Schulleiter hat er jetzt deutlich weniger Unterrichtsstunden.

So ein Eigengewächs zu sein, hat für ihn Vor- und Nachteile: „Der Vorteil ist natürlich: Null Einarbeitungszeit“, sagt Wessel. „Ich kenne die Schule, ich kenne die Kollegen. Wenn man von außen kommt, kann das sehr lange dauern, bis man das alles raushat.“ Der Nachteil ist das sich verändernde Verhältnis zu den Kollegen. Krassestes Beispiel: Andreas Gläser war bisher sein Chef. Jetzt ist es umgekehrt. Wirkliche Schwierigkeiten sieht Knut Wessel da allerdings nicht. „Wir haben bisher alles im Team besprochen. Von daher stand die Chef-Frage nie im Vordergrund. Wir haben ein Verhältnis auf Augenhöhe.“

Als neuer Schulleiter sieht Wessel die Aufgabe auf sich zukommen, die Defizite aufzufangen, die Corona bei den Schülern verursacht hat. Das betrifft auf der einen Seite den Stoff. „Aber der ist nicht so das Problem. Das lässt sich regeln. Das Andere ist komplexer.“ Damit meint Wessel soziale und psychische Probleme, die sich im Lauf der Pandemie bei etlichen Schülern ausgeprägt haben.

Die zweite Baustelle ist für ihn die Digitalisierung. „Wir sind gerade dabei, ein Konzept zu machen, damit wir das, was wir im letzten Jahr gelernt haben, auch nach Corona in den Unterricht übernehmen. Wir werden dann immer noch Hefte und Schulbücher haben. Aber wir wollen auch digitale Lern- und Lehrmittel einsetzen.“

Und dann erwartet ihn noch eine weitere Baustelle, diesmal aber eine richtige: Im Herbst beginnen die Arbeiten für den seit Jahren schon geplanten Anbau. Wessel sieht’s entspannt. „Damit hat die Schule selber nicht so viel zu tun. Das läuft für uns so nebenbei.“

Von Michael Walter

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Meistgelesene Artikel

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt
Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen
Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Kommentare