Neue Skulpturengruppe komplettiert die Waldwegzeichen im Friedeholz

Die Tankstelle im Wald

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Uwe Schloen inmitten seines Skulpturen-Ensembles „Tankstelle“.

Von Frank Jaursch. Wer im Friedeholz unterwegs ist, dürfte absurde Begegnungen mit der Kunst gewohnt sein. Der Klassiker bleibt da die hölzerne Taucher-Skulptur. Die Waldwegzeichen in dem Syker Waldgebiet zwischen Kreismuseum und Vorwerk sind seit kurzem um ein skurriles Element reicher – eine Tankstelle mitten im Wald.

Seit Ende Januar war der Bildhauer Uwe Schloen auf dem Gelände des Kreismuseums bei der Arbeit, jetzt ist das Ensemble fertig: zwei Zapfsäulen, ein Mülleimer, eine Öl-Station und eine Wasser-Gießkanne. Die Gruppe hat einen Platz zum Ende des Wegs in Richtung Vorwerk gefunden, neben einer Laterne, keine 100 Meter vom Parkplatz hinter dem Seniorenwohnheim „Deutschen Eiche“ entfernt.

Für Dr. Ralf Vogeding, den Kreimuseums-Leiter und Initiator der Waldwegzeichen, steht die Tankstelle damit genau an der richtigen Stelle. „Hier passt alles: Die Lampe daneben, der breite Weg und der Blick auf die Straße mit den vorbeihuschenden Autos.“

Auch der Künstler selbst zeigte sich zufrieden. „Das schreit eigentlich förmlich nach einem Gebäude dahinter, wo Snacks und Getränke verkauft werden können – wie bei einer echten Tankstelle“, sagt Schloen. Der Kuhstedter zeigte sich beeindruckt vom Verkehr im Friedeholz: Von Nordic-Walking-Gruppen über Gassigänger bis zur Schulklasse seien ihm viele Menschen begegnet. „Viele trauten sich zunächst gar nicht zu sagen: ‚Das sieht ja aus wie ‘ne Tankstelle!‘“, schmunzelt der 57-Jährige.

Als er ihnen dann aber den Titel seines Werks verraten habe, „kamen gleich die Geschichten“. Denn jeder hat irgendetwas zu berichten. Von alten Autos, von Anekdoten und Erinnerungen.

Bewusst hat Schloen den Stil einer klassischen, alten US-Tankstelle aus den 1950er-Jahren gewählt. „Diese alte Form ist wie ein Versprechen“ – stand doch vor einem halben Jahrhundert das Automobil als Verheißung für Mobilität. Und heute? „Ist es langsam fast ein Fluch – wer nicht mobil ist, gehört nicht mehr dazu.“

Einen Kontrast findet der Betrachter am Fuß der Tankstelle: Der untere Bereich ist mit Bleiplatten verkleidet. Eine Idee, der Nicole Giese, die künstlerische Leiterin des Vorwerks, durchaus etwas sehr Reizvolles abgewinnen kann. „Auf der einen Seite steht die Vergänglichkeit des Holzes, auf der anderen Seite steht das Blei.“

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