Künftig keine Nährstoffe mehr vom Acker in den Fluss

Neue Pläne für die Hache

Der neue Hombach zwischen Ristedt und Wulfhoop: Durch breite Gewässerrandstreifen beidseitig des Hombachs wird der Eintrag von abgeschwemmtem Boden, Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert. - Foto: Wasser- und Bodenverband Hache-Hombach

Syke - Sie sind Lebensadern in der Landschaft – und Lebensraum für Pflanzen sowie Tiere: Hache und Hombach prägen Landschaft und Natur im Herzen des Landkreises Diepholz. Gemeinsam wollen der für die Unterhaltung zuständige Wasser- und Bodenverband Hache und Hombach sowie der Nabu Syke den ökologischen Zustand der Hache weiter – und vor allem nachhaltig – verbessern. „Der Hache soll es bald noch besser gehen!“, so formuliert es Georg Kranefoed als Verbandsingenieur des Wasser- und Bodenverbands.

„Die Grundlage dafür haben Nabu und Verband durch die Fortschreibung des Gewässerentwicklungsplanes Hache geschaffen“, so Kranefoed. Genau diesen Plan stellten die Akteure den Vertretern von Landwirtschaft und Naturschutz, Flurbereinigung und Landesforsten, Wasserwirtschaft und Fischerei vor – ebenso wie Mitarbeitern der benachbarten Unterhaltungsverbände sowie der Anliegerkommunen Syke, Bassum, Schwaförden und Bruchhausen-Vilsen.

„Nicht ohne Stolz blickte der Verbandsingenieur dabei auf das bisher Erreichte zurück und erläuterte anhand einiger Fakten und Bilder die vielen Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Hache“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Besondere daran: Schon 2004 war die Hache naturnah umgestaltet worden – als erstes Gewässer im gesamten niedersächsischen Fließgewässerprogramm.

Doch mittlerweile haben die Gesetzgeber die Messlatte noch höher gehängt. Will heißen: Die von der Europäischen Union erlassene Wasserrahmenrichtlinie fordert von Gewässern wie der Hache weit mehr als nur die ökologische Durchgängigkeit: Als sogenanntes „Prioritätsgewässer der Prioritätsstufe 2“ soll für den Hache-Oberlauf bis zum Jahr 2027 ein „guter ökologischer Zustand“ erreicht werden.

„Und das ist eben mehr als ,nur’ die ökologische Durchgängigkeit, die schwerpunktmäßig im ersten Gewässerentwicklungsplan von 1994 behandelt wurde“, erklärt Kranefoed. Deshalb musste dieser Plan gemäß der EU-Vorgaben fortgeschrieben werden. Damit beauftragte der Nabu Syke das Ingenieurbüro Ingenieur-Dienst-Nord in Oyten, das bereits den ersten Plan von 1994 erarbeitet hatte. Gemeinsam mit dem Hache-Hombach-Verband steckte der Nabu folgende Zielvorgabe: „So viel Renaturierungsvorschläge wie möglich zu erarbeiten, ohne dabei die berechtigten Vorflut- und Hochwasserschutzinteressen der Anlieger zu vernachlässigen.“

Alle Anlieger, Verbände, Kommunen und Behörden wollen nach Auskunft von Georg Kranefoed weiterhin im Sinne dieser Zielvorgabe zusammenarbeiten – damit Bilder der Hache wie nördlich der Landesstraße 202 endlich der Vergangenheit angehören: „Die Flächen können bis zur Eigentumsgrenze unmittelbar bis an die Hache heran bewirtschaftet werden. Abgeschwemmter Boden, Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel können so ungehindert in die Hache gelangen“, beschreibt der Verbandsingenieur den Status quo. In der Zukunft soll sie sich genauso präsentieren wie der Hombach: „Durch breite Gewässerrandstreifen beidseitig des Hombachs wird der Eintrag von abgeschwemmtem Boden, Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert“. Weil die Vorflutansprüche es dort zulassen, kann der Hombach jetzt weniger intensiv unterhalten werden. „So ist auch das Aufkommen gewässertypischer Gehölzsäume nur noch eine Frage der Zeit“, sagt Kranefoed – und fügt hinzu: „Zusätzlich wurde die Gewässerstruktur durch Strömungslenker aus Totholz oder aus Kies und die dadurch hervorgerufene Strömungs-, Tiefen- und Breitenvarianz deutlich verbessert.“

Dass genau diese Gestaltung im Sinne des Landes Niedersachsen ist, dokumentiert es mit seiner Übernahme von 90 Prozent der Planungskosten. Sie betragen insgesamt 30.000 Euro. „Den Rest haben Syke und Bruchhausen-Vilsen zu gleichen Teilen übernommen, da die vorgeschlagenen Maßnahmen auch eine Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Stadt Syke bewirken und zu einer Aufwertung der Quellregion der Hache im Bereich Engeln führen werden“, so der Verbandsingenieur.

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