Andreas Kunath gibt morgen Chefsessel im Polizeikommissariat Syke frei

Der neue Leiter „Einsatz“ macht Platz für eine Dame

Andreas Kunath leitet seit drei Jahren das Polizeikommissariat Syke und wechselt am Monatsende in die Polizeiinspektion Stade, um dort den Einsatz- und Streifendienst zu leiten. - Foto: Seidel

Syke - Von Anke Seidel. Nein. Den Namen kann Andreas Kunath noch nicht nennen: „Diese Ehre gebührt dem Polizeipräsidenten“, sagt der 39-jährige Leiter des Kommissariats Syke. Aber schon jetzt steht fest: „Es ist eine Dame“, die seine Nachfolge auf dem Chefsessel in Syke antreten wird. Andreas Kunath verabschiedet sich morgen nach drei Jahren als Kommissariatsleiter.

Denn auf ihn wartet eine neue Aufgabe bei der Polizei-inspektion in Stade, die für rund 198.000 Einwohner zuständig ist. Kunath übernimmt die Leitung des Einsatz- und Streifendienstes dort. Doch Wehmut schwingt mit, wenn er über seine drei Jahre als Kommissariatsleiter in Syke berichtet. Denn die rund 70 Polizeibeamten, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind ihm ans Herz gewachsen. Auf seine Kollegen habe er sich immer verlassen können, sagt der 39-Jährige: „Da gab es nie Probleme!“

Auch dann nicht, wenn den Chef auf der Autobahn die erste Nachricht über einen Groß-Einsatz erreichte: Sofort die Lage checken und den Einsatz koordinieren, das ist heutzutage – der Freisprechanlage sei Dank – auch auf rollenden vier Rädern möglich. Bei Kunath rollten sie auf dem Arbeitsweg deutlich länger als bei den meisten seiner Arbeitskollegen. Denn er wohnt mit seiner Ehefrau und seiner siebenjährigen Tochter in Winsen. Täglich 130 Kilometer nach Syke und dieselbe Strecke zurück – das war für den 39-Jährigen drei Jahre lang Alltag. Aber nie enorme Belastung, versichert er. Ein paar mal habe er bei einem Studienkollegen in Gessel übernachtet, sagt Kunath – und ist dessen Familie dankbar für die Gastfreundschaft. Der Arbeitsweg nach Stade beträgt künftig „nur“ 70 Kilometer.

Es gab auch Einsätze zwischen Leben und Tod, die Polizeirat Kunath in seinen drei Jahren als Kommissariatsleiter koordinieren musste. Kaum im Amt, ging es gleich um einen SEK-Einsatz: „Die Festnahme eines Doppelmörders in Bassum“, blickt er zurück. Und dann waren da die perfiden Einbrecher, die eine 85-Jährige in Uenzen eingesperrt und ihren Tod billigend in Kauf genommen hatten: Vier Tage musste die alte Dame ohne Wasser und Nahrung auskommen. Die Täter wurden noch nicht gefasst. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt Kunath, der sich genauso an eine Familientragödie in Asendorf mit zwei Toten sowie einen tödlichen Streit unter Männern in Asendorf-Hohenmoor erinnert.

Engagiert hat er sich persönlich im Präventionsrat der Stadt Syke – und das gern. Kunath schätzt es sehr, dass die Menschen „ohne Berührungsängste“ auf ihn zugehen. Dass er sowohl in Syke als auch in der Polizeiinspektion Diepholz stets „offene Türen und offene Ohren“ vorgefunden habe, „das habe ich immer sehr genossen!“

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