Ralf Grey will mehr Spendengelder sammeln

Der neue Kopf der Syker Tafel

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Ralf Grey ist der neue Sprecher der Syker Tafel. Der 62-Jährige stammt aus Bremen, ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und zwei Enkel. Bereits seit 17 Jahren lebt er mit seiner Familie in Schnepke.

Syke - Von Michael Walter. Ralf Grey wirkt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Dabei ist es gerade mal zwei Wochen her, dass sein Vorgänger Wolfgang Buchholz nach 13 Jahren als Sprecher der Syker Tafel verabschiedet worden ist. Große Fußstapfen, in die Grey da tritt. Zumal seine eigene Tafelgeschichte eher überschaubar ist.

Vor anderthalb Jahren hatte Grey vier Wochen bei der Syker Tafel hospitiert. „Ich hatte das Gefühl, ich müsste der Gemeinschaft irgendetwas Gutes tun“, erzählt er. „Einen Monat lang habe ich alles mitgemacht. Lebensmittel sammeln, sortieren und ausgeben.“ Danach hatte sich sein persönlicher Kontakt zur Einrichtung im Prinzip erledigt.

Von daher war Grey selbst überrascht, als er im Dezember einen Anruf vom Leitungskreis der Syker Tafel erhielt. Ob er sich denn vorstellen könne, die Funktion des Tafelsprechers von Wolfgang Buchholz zu übernehmen. „Ich muss wohl Eindruck hinterlassen haben“, sagt er schmunzelnd.

Er sagte zu. Nicht zuletzt, weil die Anfrage auch für ihn zu einem passenden Zeitpunkt kam. Grey ist gerade erst 62 geworden und in Altersteilzeit. Zuvor hatte er als Projektmanager im Gesundheitswesen Krankenhäuser mit EDV ausgestattet. Ehrenamtlich hatte er sich bisher vor allem im Lions Club Syke engagiert, dem er auch ein Jahr lang als Präsident vorgestanden hat.

Wird keineswegs langweilig

In seiner Funktion als Tafelsprecher verkörpert Ralf Grey die Tafel nach außen: Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, pflegt den Kontakt zum Träger – das ist der Kirchenkreis – und zu Sponsoren. Außerdem ist er für die Spendenakquise verantwortlich.

„Ich bin noch in der Orientierungsphase“, sagt Grey. Seine ersten Einblicke haben ihn aber bereits zu der Erkenntnis gebracht, dass es ihm in seinem neuen Tätigkeitsfeld keineswegs langweilig werden dürfte.

Das liegt zum Beispiel an dem Umstand, dass 90 Prozent der laufenden Kosten aus Spenden gedeckt werden müssen. Die Mieten für die Ausgabestellen in Syke und Weyhe, Kosten für die Fahrzeuge, Verbrauchsmaterial vom Bleistift bis zum Gummihandschuh, und irgendwas geht immer mal kaputt. Da kommt übers Jahr ganz schön was zusammen. „Die Summe ist sechsstellig.“

Ausgabestelle muss renoviert werden

Weitere Baustellen kommen hinzu – buchstäblich. Die Ausgabestelle in Leeste ist vom Vermieter gekündigt worden. „Ende April müssen wir dort raus sein“, sagt Grey. Neue Räume hat die Tafel in der Nähe des Kirchweyher Bahnhofs gefunden. „Die müssen wir vor dem Umzug erst noch renovieren und ein wenig umbauen, damit wir sie als Ausgabestelle vernünftig nutzen können.“

Auch die Ausgabestelle in Syke müsste dringend renoviert werden. „Das Gebäude hat die Tafel 2005 bei der Gründung übernommen“, sagt Grey. „Seitdem ist nichts dran gemacht worden.“ Und einen neuen alten Gabelstapler könnte man eigentlich auch gut gebrauchen. Für Grey heißt das vor allem eines: mehr Spenden akquirieren.

Tafel versorgt inzwischen rund 1000 Personen

„Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Tafel für viele etwas Selbstverständliches geworden ist“, sagt Grey. Er zielt damit zum einen auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. „Viele Leute staunen, wenn ich ihnen erzähle, dass wir Miete zahlen müssen. Die glauben, wir bekommen alles umsonst.“ Er zielt aber genauso auf die Tafelkunden, unabhängig von deren Herkunft. „Da ist ein gewisses Anspruchsdenken gewachsen.“ Das zeige sich in Verhandlungsversuchen über Art und Menge der zugeteilten Lebensmittel, aber auch im Umgang mit den Ehrenamtlichen an den Ausgabetresen. „Manche behandeln unsere Tafelmitarbeiter, als ob es ihre Angestellten wären“, sagt Grey.

Die Syker Tafel versorgt inzwischen rund 1 000 Personen in Syke, Weyhe und Bruchhausen-Vilsen mit Lebensmitteln, die zu einem symbolischen Preis ausgegeben werden. In den drei Ausgabestellen sind insgesamt rund 130 ehrenamtliche Mitarbeiter fünf Tage die Woche mit Einsammeln, Sortieren und Ausgeben beschäftigt.

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