Neue Installationen: Balancierstrecke entsteht im Europagarten / Litfaßsäule wird umgestaltet

Eine Frage des Gleichgewichts

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Zeigen das neue Balancierseil: Henning Greve (v.r.), Elsa Töbelmann, Gerhard Thiel, Fritz Vehring und Suse Laue.

Syke - Von Maik Hanke. Wüst sieht es aus im Europagarten. Schuld sind Wind, Wetter und Schnittarbeiten. Und dann ist da seit kurzem noch diese undefinierbare Baustelle zwischen Sandkasten und Litfaßsäule, die behelfsmäßig mit Baumschnitt abgedeckt ist. Bisher sah es weniger nach „Ist das Kunst?“ aus als vielmehr nach „Kann das weg?“. Jetzt ist klar: Es ist Kunst! Oder soll es zumindest werden. Denn der Europagarten wird wieder mit einigen Installationen erweitert.

Konkret geht es um eine Balancierstrecke, eine neue Gestaltung der Litfaßsäule und einen sogenannten Mondkreisel, einen drehbaren Sitz aus Edelstahl. Gesamtkosten: 20000 Euro. Verantwortlich sind die Europa-Union Syke um Gerhard Thiel sowie die Künstler Henning Greve, Elsa Töbelmann und Fritz Vehring. Sie haben das Ganze mehr als ein Jahr geplant.

Die Balancierstrecke ist das größte und teuerste der Projekte. Zwischen zwei Baumstämmen (liegen schon da) und einem betonierten Unendlichkeitszeichen (härtet gerade aus) werden zwei dicke Taue mit Stahlkern (noch nicht da) angebracht. Die Strecke wird noch dieses Jahr fertig, sagen die Macher. Am 17. Dezember ist Tüv-Abnahme. Danach muss der Bauhof das Gerät wie einen Spielplatz behandeln und regelmäßig warten.

Ist es also Kunst oder Spiel? Beides. Greve versucht mit einem Blick auf Europa zu erklären: „Demokratie ist eine Sache der Balance.“ Und dieser Balanceakt käme auch nie zu einem Ende – deswegen die Seile zum Balancieren und das betonierte Unendlichkeitszeichen.

Und Spielen ist sowieso wichtig, auch im Erwachsenenalter. Das lasse einen die Welt mit anderen Augen sehen. „Ohne Spielen gibt es keine Gestaltung.“ Bloß sage man unter Erwachsenen dann eher Experimentieren dazu.

Jeder kann die Installationen aber interpretieren, wie er will, sagt Fritz Vehring. Man müsse auch nicht alles mit einer Bedeutung überfrachten. Im Europagarten entstehe allerdings „nichts, was nicht auch einen konzeptionellen Gedanken zu Europa hat“.

Das zweite größere Projekt ist die neue Gestaltung der Litfaßsäule. Dafür wurde der Bremer David Bartusch engagiert, der jetzt auch eine Internetseite für den Europagarten angelegt hat. Auf der Litfaßsäule soll künftig eine Beschreibung aller Objekte im Garten stehen, ein kurzer geschichtlicher Abriss zur in Syke gegründeten Europa-Union und ein Lageplan.

Wann die Säule fertig wird, hängt vom Wetter ab. „Es kann sein, dass es dieses Jahr nicht mehr klappt“, sagt Gerhard Thiel. Damit die Acrylschicht über und unter dem Papier trocknen kann, muss es trocken und mehr als zehn Grad warm sein, erklären die Künstler.

Die Installationen erhöhen die Aufenthaltsqualität im Europagarten, findet Sykes Bürgermeisterin Suse Laue. Das baue das Alleinstellungsmerkmal des Gartens aus und verstärke den europäischen Gedanken.

Und die Verantwortlichen kündigen schon an: Wahrscheinlich Anfang August soll es kommendes Jahr ein Fest zum zehnjährigen Bestehen des Europagartens geben.

Vielleicht tut sich bis dahin noch ein wenig mehr: An Ideen mangelt es den Künstlern nicht.

www.europagarten-syke.eu

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