174 Stätten in Gemeinschaftsanlagen benötigen praktisch keine Pflege

Neue Gräber für den Waldfriedhof

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Das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Turner baut die neuen Grabanlagen für den Waldfriedhof der Christus-Kirchengemeinde. Am auffälligsten ist dabei das neue Rondell für Sargbestattungen oben auf dem Friedhof.

Syke - Von Tobias Kortas. Baustellen auf einem Friedhof sind eher selten. Auf dem Waldfriedhof im Friedeholz gibt es derzeit sogar drei. Es entstehen unter anderem rund 60 Grabstätten für Urnenbestattungen. Am meisten ins Auge sticht aber ein Rondell, das Platz für 104 Rasengräber bieten soll. Außerdem entstehen zehn sogenannte Dyadengräber. Ausführender Betrieb ist das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Turner.

Friedhofsgärtner Stefan Behrens hat seit 2003 schon einige Veränderungen auf dem Waldfriedhof erlebt. Der Trend geht dabei zu Grabanlagen gehe, die die Angehörigen nicht pflegen müssen. Klassische Familien- und Wahlgräber würden immer weniger gewünscht.

„Entweder wollen die Leute ihren Angehörigen die Pflege nicht zumuten, oder die Angehörigen wohnen zu weit weg oder schaffen es aus anderen Gründen nicht“, meint Stefan Behrens. Genau an diesem Punkt setzt das entstehende Rondell an: Die Pflege der Rasenreihengräber dort übernimmt der Friedhofsbetreiber, also die Christus-Kirchengemeinde.

Auf die Idee für das Rondell ist die Gartenarchitektin Christina Stoffers aus Petershagen gekommen. Die Gemeinde hatte sie für den Entwurf der Grabanlagen engagiert. Auf 400 Quadratmetern finden die 104 Gräber Platz. „Das reicht für sieben bis acht Jahre“, schätzt Behrens.

Außer dem Trend zum geringen Pflegeaufwand kann Behrens noch einen weiteren beobachten: Den zur Urnenbestattung. Machten 2003 Urnenbestattungen noch lediglich 15 bis 20 Prozent aller Bestattungen aus, sind es heute bis zu 70 Prozent. Die Nachfrage decken sollen die 60 neuen Urnen-Grabstellen.

Etwas komplett Neues sind die Dyadengräber für Sargbestattungen auf dem Friedhof. Ein Dyadengrab ist ein Partnergrab: Zwei Tote kommen in ein gemeinsames Grab. Bisher gab es das in Syke nur für Urnen. Jetzt kommen fünf Doppelgräber für Sargbestattungen dazu. Auch dafür übernimmt der Friedhof die Pflege.

In der Kirchengemeinde habe die allgemeine Meinung geherrscht, die Rasengräber ansprechender herzurichten, als es auf der „relativ tristen Wiese“ gegenüber des neuen Rondells der Fall sei, erzählt Behrens. Dort liegen die Gräber komplett schmucklos unter dem Rasen. Einziges zierendes Element ist eine Stele mit den Namen der Verstorbenen. „Das Rondell ist im Gegensatz dazu ein Kompromiss aus einer schönen Gestaltung und einem nicht gegebenen Pflegeaufwand für die Angehörigen.“

Behrens selbst muss sich als Friedhofsgärtner übrigens intensiv um das Rondell kümmern. „Das beinhaltet Rasenmähen, die Pflege der Rabatten sowie das Sauberhalten der Pflasterflächen.“ Die Mitte des Rondells sollen Stauden und Sträucher schmücken. Auf Pflasterflächen kommen zwei Stelen mit jeweils 52 Namen.

Die Kosten für die neuen Gräber und die Gebühr für deren Pflege stehen indes noch nicht fest. „Das Kirchenamt in Sulingen muss die Kosten noch aufaddieren.“ In der nächsten Woche hat die Firma Turner die neuen Anlagen voraussichtlich fertiggestellt. „Dann fallen aber noch Steinmetzarbeiten an.“

Bei allen Vorteilen gibt es bei den neuen Gemeinschaftsgrabanlagen auch Nachteile. „Die Angehörigen haben keine Gestaltungsmöglichkeiten“, weiß Behrens. So dürfen sie etwa selber keine Blumen auf die Gräber pflanzen. Oft geschehe das aber trotzdem, was dem Grabbild nicht gut tue.

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