Wo einst Rudi Carrell wohnte

Neue Eigentümer des Gut Wachendorf haben große Pläne

Idyll mit Tretboot: Der Wachendorfer Mühlenteich ist ein Teil des gut zehn Hektar großen Areals.
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Idyll mit Tretboot: Der Wachendorfer Mühlenteich ist ein Teil des gut zehn Hektar großen Areals.

Einst wohnte Sykes bekanntester Bürger Rudi Carrell auf dem Gut Wachendorf. Nach seinem Tod 2006 wurde es verkauft. Nun hat das Zehn-Hektar-Anwesen erneut neue Eigentümer.

  • Syker Paar hat sich mit dem Kauf von Gut Wachendorf einen Traum erfüllt.
  • Der „Rudi-Carrell-Effekt“ spielte bei der Kaufentscheidung keine große Rolle.
  • Unternehmer und seine Partnerin haben große Pläne - für die ganze Familie.

Wachendorf – Eigentlich hat Labrador-Hündin Bella die Entscheidung über den Kauf getroffen. Als ihr Frauchen beim Stöbern im Internet das Immobilien-Angebot des Gut Wachendorf entdeckte, fiel ihr der große Teich mit dem säumenden Baumbestand ins Auge. „Das wär was für Bella“ habe sie ihrem Mann damals gesagt, erinnert sie sich. Ein Termin für eine Besichtigung war schnell abgemacht.

„Nur mal gucken“, schmunzelt die 39-Jährige. Der Rest ist Geschichte. Seit rund drei Monaten bewohnt das Syker Paar – ihren Namen möchten beide nicht in der Zeitung lesen – jetzt das historische Gut. Das Anwesen, in dem einst Rudi Carrell lebte.

„Das Anwesen hat uns vom ersten Augenblick an total umgehauen“, erzählt der Unternehmer. Das gilt auch für Bella, die noch nach Monaten begeistert in dem großen Waldstück herumtollt.

Die Geschichte rund um den prominenten Ex-Bewohner spielte für die eigentliche Kaufentscheidung allerdings keine große Rolle. Er selbst habe die großen Zeiten des niederländischen Showmasters nicht bewusst miterlebt, berichtet der 29-Jährige. Seine Partnerin schon eher – und mehr noch: „Ich war als Kind mal hier“, weiß sie zu berichten. Im Rahmen eines Golf-Schnupperkurses in Okel hatte Carrell die Grundschüler damals kurzerhand zu sich nach Hause eingeladen. „Er hatte Esel und Ziegen, und ich konnte mich noch an den Teich erinnern.“

Ja, der Teich. Der hat es dem Paar von Anfang an angetan. „Wir haben uns gefragt: Wie soll unser Traumhaus aussehen?“, sagt sie. „Und das war immer irgendwie am Wasser.“ Das gut zehn Hektar große Grundstück komme „dem, was wir uns immer vorgestellt haben, schon sehr nahe“.

Natürlich ist Rudi Carrell noch an vielen Orten präsent. Das beginnt beim Treppengeländer am Eingang, das seine Initialen trägt, und setzt sich im Inneren des 540-Quadratmeter-Hauses fort. Das Zentrum des Eingangsbereichs dominiert ein spektakulärer runder Kamin, „den hat er selbst einbauen lassen“, erzählt der 29-Jährige. Und am Ufer des Teiches schaukelt das alte Tretboot des holländischen Entertainers, der von 1972 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 in Wachendorf wohnte, auf dem Wasser.

Viel zu entdecken: Auf dem Gelände gibt es zahllose Ecken mit Objekten, die von der jahrhundertealten Geschichte des Guts erzählen.

Das Areal quillt förmlich über vor Hinguckern und historischen Elementen. Nordwestlich vom Teich liegt ein kleiner Hügel – denkmalgeschützte Überreste einer kleinen Burg aus dem 12. Jahrhundert. Am anderen Ende des Grundstückes stehen Grabsteine der Hausherren aus dem 18. Jahrhundert, die einige der heute noch stehenden Gebäude errichten ließen. Das alte Wasserrad am Abfluss des Mühlenteiches ist seit Jahrzehnten kaputt. Ob sich wohl ein neues installieren ließe?

Der malerische Teich mit zum Teil jahrhundertealtem Baumbestand war so etwas wie die Initialzündung für eine ganze Reihe von Ideen und Plänen: Was könnte man nicht alles auf dem gut zehn Hektar großen Gelände verwirklichen! Der neue Eigentümer, der ein Familienunternehmen rund um den Im- und Export von Spirituosen leitet, träumt davon, vor Ort eine kleine Brennereianlage zu bauen. „Eine eigene Whiskybrennerei, das wär schon was.“ Seine Frau wünscht sich irgendwann ein schnuckeliges Café und ein Lädchen für Deko-Artikel auf dem Grundstück.

Nichts zu meckern: Die Ziegen Tommy und Silke sind ebenfalls neu auf dem Gut – und haben sich schon ganz prima eingelebt. Im Hintergrund die Mühle, in der nach wie vor eine Wohngruppe für außerklinische Intensivpflege beheimatet ist.

Platz genug für alles wäre in den Gebäuden: Neben dem eigentlichen Hauptbau stehen noch mehrere Scheunen und ein Gesindehaus – alles sanierungsbedürftig, aber auch alles voll mit Inspirationen. Geht man über das Gelände, so springen einem die malerischen Motive geradezu an. Ein in die Jahre gekommener gemauerter Kaminofen, eine alte Wasserpumpe, ein Plumpsklo inklusive Herzchen in der Holztür. Auch nach Monaten kommt die 39-Jährige aus dem Schwärmen nicht heraus: „Wenn man morgens auf die Scheune guckt ... Das hat schon was von Rosamunde Pilcher.“

Schon jetzt teilt das Paar das Grundstück mit tierischen Mitbewohnern. Zwei Ziegen sind mit ihnen in Wachendorf eingezogen – ganz in der Carrellschen Tradition. „Bei ihm hat es immer viele Tiere gegeben“, weiß der neue Besitzer. Und seine Partnerin fügt hinzu: „Das wollten wir auch immer haben.“ Aus diesem Grund sollen noch weitere hinzukommen. So könnte so was wie ein kleiner Streichelzoo entstehen.

Tiere für die Kleinen, Whisky für Papa, Deko für Mama: „Wir wollen was gründen, wo jeder in der Familie abgeholt wird“, so die Vorstellung der Hausherrin.

Von den geplanten Veränderungen ausgenommen ist das Mühlengebäude. Dort ist seit Jahren eine Wohngruppe für außerklinische Intensivpflege als Mieter beheimatet. „Unser Interesse wäre da, dass die Patienten auch weiterhin auf dem Gut Wachendorf bleiben“, erklärt der „Guts-Besitzer“. Auf dem Gelände bleibt auch so noch reichlich Platz für ganz viele Träume und Ideen. „Das hier ist was Besonderes“, stellt die Hausherrin fest. Und Hündin Bella wedelt zustimmend mit dem Schwanz.

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