Bürgermeisterin Suse Laue weiht mehrsprachige Bibliothek ein

Neue Bücher im Haus Lüttje Lüüd

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Bürgermeisterin Suse Laue in der neuen Bücherecke im Kindergarten Lüttje Lüüd.

Syke - Von Tobias Kortas. „Es gibt was Neues hier im Haus, da schauen lauter Bücher raus, fiderallala“, singt Yuko Nakamura vom Syker Rucksackprojekt gemeinsam mit den Kindern des Kindergartens Lüttje Lüüd – nach der Melodie der Vogelhochzeit. Die Kinder klatschen bei dem Lied fröhlich mit.

Der Gesang hat einen Grund: Bürgermeisterin Suse Laue, Wirtschaftsförderer Thomas Kuchem und Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Prößler weihen die neue Bibliothek mit knapp 300 zwei- oder mehrsprachigen Büchern im Kindergarten ein. „Das ist heute ein besonderer Tag“, erzählt die Bürgermeisterin dem Nachwuchs. Der Leiterin Karin Buss überreicht sie einen Gutschein „für ein oder zwei Bücher“. „Darf ich den haben?“, ruft ein Kind sofort. „Der ist für euch alle“, antwortet Laue mit einem Augenzwinkern.

Die Bürgermeisterin erklärt den Kindern die Bedeutung des Lesens. „Wir wünschen uns, das ihr ganz viel lest. Fernsehen könnt ihr auch, aber Bücher sind sehr wichtig. Da könnt ihr sehr viel entdecken“, ist sich Suse Laue sicher. Sie selbst lese sehr viel. „Mein liebstes Geschäft ist immer noch der Buchladen und nicht der Schuhladen“, sagt sie. „Das wünsche ich mir auch für euch.“

„Mit Sprachförderung früh anfangen“

„Wir müssen mit der Sprachförderung ganz früh anfangen“, ist Laue überzeugt. Nur mit einer guten sprachlichen Grundlage hätten Kinder gute Chancen für ihren weiteren Bildungsweg. Da sei die mehrsprachige Bibliothek ein guter Baustein.

Hintergrund der neuen Bücherei ist übrigens das neue Programm Sprach-Kitas des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Programm soll die sprachliche Bildung von Kindern im Alltag fördern. Besonders profitieren sollen Kinder aus „benachteiligten“ Familien oder solchen mit Migrationshintergrund „Wir haben viele Kinder, deren Eltern aus dem arabischen Raum, Russland, Polen oder der Türkei kommen“, erklärt Karin Buss.

Sie sollen in der Bibliothek Lesestoff finden. Jedes Kind erhält einen Ausweis, mit dem es sich alleine in die Bücherecke zurückziehen darf. „Das ist für die Kleinen etwas Besonderes“, erklärt Karin Buss. Außerdem können sich die Kinder jeden Mittwoch für bis zu zwei Wochen Bücher ausleihen.

Wenn es um die Sprachförderung geht, kommt Anke Grätsch ins Spiel. Sie koordiniert für die Stadt Syke diesen Bereich an den städtischen Kindergärten. Zweimal in der Woche tut sie das bei Lüttje Lüüd. Sie betont die Wichtigkeit der Elternarbeit. „Wir müssen die Eltern integrieren. Das gelingt beispielsweise durch zweisprachiges Vorlesen“, so die pädagogische Sprachfachkraft. Der Kindergarten setzt das bereits um. Vier Mütter haben sich eingefunden, um die zweisprachige Ausgabe des Bilderbuchs „Zeo & Theo“ vorzulesen. Die Kindern sammeln sich in Gruppen, um die Geschichte auf Türkisch, Russisches, Arabisch oder Kurdisch zu hören. Jeweils eine zweite Person liest die deutsche Übersetzung des Gehörten vor.

„Die Wertschätzung der Muttersprache durch das Vorlesen vermittelt auch den Eltern das Gefühl, dass sie wichtig sind“, so Anke Grätsch.

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