Nein? Nein!

Themenabend zu Intervention und Prävention bei sexualisierter Gewalt

Syke - Von Marc Lentvogt. Ein Jahr ist seit der Reform des Sexualstrafrechts vergangen. Im November 2016 trat der „Nein heißt Nein!“-Passus in Kraft. An Aktualität hat das Thema seitdem nicht verloren. Aus diesem Grund heißt es am Montag, 27. November, im Ratssaal der Stadt: Nein heißt Nein? – Der Themenabend legt einen Fokus auf Gewalt gegen Menschen mit Beeinträchtigung.

Dabei sollen Interessierte insbesondere lernen, welche Interventions- und Präventionsmaßnahmen ihnen zur Verfügung stehen.

Der Skandal um Oscar-Preisträger Kevin Spacey und die in den sozialen Medien stattfindende #metoo-Kampagne haben die sexualisierte Gewalt auf die Agenda der Öffentlichkeit gebracht. Doch viele Beispiele sind weit weg vom Syker Alltag. Welche Maßnahmen stehen jedem sofort zur Verfügung, um einzugreifen oder vorzubeugen? Das Gleichstellungsbüro der Stadt Syke, der Behindertenbeirat und der Frauennotruf Hannover möchten Antworten geben.

Die Wahl des 27. November als Veranstaltungstag hat bereits Symbolwert. Zwei Tage zuvor wird der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen begangen. Ein Bewusstsein für gesellschaftliche Missstände dürfe sich aber nicht auf diesen Tag beschränken, sind sich Carla Friedrich, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Syke, Andreas Evenburg, Vorsitzender des Behindertenbeirates, und Marion Bruhm, Mitglied im Behindertenbeirat, einig.

Friedrich ist froh, dass sich etwas zu bewegen scheint, warnt aber davor, aktuelle Diskussionen überzubewerten. Es sei schlimm, ruft sie ins Gedächtnis, dass in diesem Fall die Opfer die Tat thematisieren müssen, damit gesamtgesellschaftlich über das vorhandene Problem gesprochen wird.

Sexualisierte Gewalt weiterhin „Tabuthema“

„Es gehört eine Menge Mut dazu“, weiß Marion Bruhm zu berichten. All der Aufmerksamkeit zum Trotz, bleibe die sexualisierte Gewalt ein „Tabuthema“. Insbesondere, das betonen Bruhm und Evenburg, gegen Mädchen und Frauen mit Beeinträchtigungen. Diese würden doppelt so häufig Opfer von Gewalt. Bruhm berichtet mit Bedauern, dass es diesen Frauen erfahrungsgemäß besonders schwerfalle, sich aus der Situation zu befreien.

Ihr sind Fälle bekannt, in denen der Täter seiner Frau sämtlichen Wert abspricht. „Guck dich doch mal an, wer will dich denn?“, sei dabei eine gängige Argumentation, die so bedrückend wirkt, dass viele Opfer in der Abhängigkeit verbleiben. Es lohne sich darüber nachzudenken, was es über eine Gesellschaft aussagt, wenn Personen aufgrund einzelner Aussagen zu ihrer Physis oder Psyche annehmen, kein geschätztes Mitglied der Gemeinschaft zu sein.

Mit der Veranstaltung Nein heißt Nein? wollen Gleichstellungsbüro und Behindertenbeirat daher die gesamte Öffentlichkeit ansprechen. Ihnen zur Seite stehen zwei Referentinnen des Frauennotrufs Hannover. Carla Friedrich bittet Interessierte um Anmeldung unter 04242/164540 oder per E-Mail. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung beginnt um 17 und endet um 18.30 Uhr.

E-Mail-Kontakt: c.friedrich@syke.de

Rubriklistenbild: © imago/blickwinkel

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