Viel Freude – keine Arbeit: Ein Jahr lang Bienenpate sein

Naturschutz zum Mitmachen

Sie sind im tiefsten Winter gedanklich schon im Frühjahr: Kris Peperkorn (links) und Ingo Büntemeyer werben für ihre Bienenpatenschaften. Ihre Kinder (von links) Pete, Paula und Pius sind von der Idee ebenso begeistert.
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Sie sind im tiefsten Winter gedanklich schon im Frühjahr: Kris Peperkorn (links) und Ingo Büntemeyer werben für ihre Bienenpatenschaften. Ihre Kinder (von links) Pete, Paula und Pius sind von der Idee ebenso begeistert.

Henstedt – Mitten im Winter sind Kris Peperkorn und Ingo Büntemeyer gedanklich schon im Sommer. Als Betreiber des Bauernhofs Büntemeyer & Lehmkuhl werben sie für Bienen-Patenschaften.

Das Prinzip: Gegen einen geringen Betrag pachten die Paten für ein Jahr ein kleines Stückchen Land, das der Hof dann als Blühstreifen bewirtschaftet. Viele solcher kleinen Blühstreifen ergeben zusammen eine prächtige Blumenwiese, die gleichzeitig als Biotop für Bienen und andere Insekten dient.

„Wir haben im Januar angefangen, dafür Werbung zu machen und haben jetzt schon 80 Paten“, sagt Ingo Büntemeyer. Auf die Idee gebracht hatte ihn einer seiner besten Kumpel. „Er hatte mich gefragt, ob ich für ihn einen Blühstreifen um sein Ferienhaus anlegen könnte. Das war vor zwei Jahren. Und da brummt es seitdem richtig.“ Ingo Büntemeyer war regelrecht angefixt und legte daraufhin selber mehrere Blühstreifen entlang seiner eigenen Felder an. Kris Peperkorn war es dann, die auf die Idee kam, es dieses Jahr ein bisschen größer anzugehen und auch andere Leute einzubeziehen. „Naturschutz zum Mitmachen“, umschreibt sie das.

Kris Peperkorn würde sich freuen, wenn auch andere Landwirte solche Patenschaften anbieten würden und spricht von einer Win-Win-Win-Situation. Sie zählt auf: „Für die Natur auf jeden Fall, für den Paten, weil er sich freuen kann, etwas für die Natur getan zu haben, und für den Landwirt, weil er durch solche Aktionen eine Quote erfüllen kann, die ihm – ähnlich wie mit Zwischenfrüchten – unter bestimmten Umständen eine Prämie einbringen kann.“

Die Bienenpaten haben keinerlei Arbeit. „Das machen alles wir“, betont Kris Peperkorn. „Dafür dürfen sie jederzeit kommen und ihre Blühstreifen besuchen.“

Die verpachteten Flächen rechnet Ingo Büntemeyer am PC zusammen. „Und dann knapse ich die von unseren Maisfeldern ab. Das wird dann ein riesengroßer Blumenacker. Je mehr mitmachen, desto größer.“ In erster Linie soll das möglichst nah beim Hof in Henstedt passieren, damit die Bienenpaten auch einen Anlaufpunkt haben. „Aber wir haben auch in Bramstedt Flächen, die wir dafür mit nutzen können.“ Letztlich hänge das davon ab, wieviel Fläche insgesamt zusammenkommt. Stand jetzt sind es mehr als 5 000 Quadratmeter.

Was genau darauf später blüht, legt Ingo Büntemeyer gemeinsam mit seinem Haus- und Hof-Imker Wilhelm Schrader aus Neubruchhausen fest. „Es gibt da verschiedene Mischungen“, sagt Büntemeyer. „Es soll ja möglichst lange etwas blühen und schön aussehen. Am besten bis in den Oktober hinein.“

Ihren Haus- und Hof-Imker kennen Kris Peperkorn und Ingo Bünemeyer schon fast 20 Jahre. Seit sie ihren Hofladen betreiben, verkaufen sie schon Honig von Schraders Bienenvölkern. Würde es da nicht eigentlich naheligegen, dass auch die Bienenpaten ihren eigenen Honig...?

„Wenn das möglich ist, wollen wir das gerne machen“, sagt Kris Peperkorn. Allerdings: So tief im Detail ausgetüftelt sei das Konzept noch nicht. Muss es auch noch nicht, denn eingesät werden die Flächen erst im April.

So gut wie sicher ist indes bereits: Die Bienenpaten sollen namentlich genannt werden. Einmal auf der Homepage des Betriebs und einmal auf einer großen Stelltafel irgendwo am Rand der Blühwiese. Kris Peperkorn weiß jetzt schon: „99 Prozent von denen, die wir jetzt schon als Paten haben, möchten das.“

Info

Bienenpaten können Blühstreifen in zwei verschiedenen Größen pachten:

50 m² für 25 Euro und 100 m² für 45 Euro im Jahr

www.hofladen-buentemeyerundlehmkuhl.de

Von Michael Walter

Ein Hingucker sollen die Blühstreifen werden – und für viele Insekten einen Lebensraum bieten.

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