Selbstanzeige nach Drohungen

Angeklagte wegen Drogenerwerbs verurteilt: Die Nase voll vom Kokain

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Syke - Um die harte Droge Kokain ging es in einem Strafprozess vor dem Schöffengericht gegen zwei Angeklagte aus Syke. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ging vom Handeltreiben mit Drogen sowie um Erwerb und Besitz aus. Am Ende des Strafprozesses blieb allerdings von den Vorwürfen lediglich der unerlaubte Erwerb übrig.

Bei einem der beiden Angeklagten waren es elf Fälle von Drogenerwerb – dafür wurde er zu einer Geldstrafe von 3150 Euro (70 Tagessätze zu je 40 Euro) verurteilt. Bei dem Mitangeklagten ging es um einen Fall von Erwerb, dafür gab es eine Geldstrafe von 800 Euro (40 Tagessätze zu je 20 Euro).

Dass in der Drogenszene ein rauer Wind herrscht, musste der Angeklagte erfahren, der zehnmal bei einem Dealer im Raum Weyhe Kokain erworben hatte. Im Strafprozess gab er an, dass er, weil er dem Dealer Geld geschuldet haben soll, heftig bedroht worden sei. Das soll letztlich der Anlass gewesen sein, der zu einer Selbstanzeige bei der Polizei geführt habe – verbunden mit der Übergabe einer geringen Restmenge an Kokain.

Der elfte Fall, an dem die beiden Angeklagten gemeinsam beteiligt waren, spielte sich am 29. März vorigen Jahres in Syke und Weyhe ab. Dabei sollen etwa acht Gramm Kokain im Wert von rund 800 Euro im Spiel gewesen sein. Es soll sich um hochwertige Ware gehandelt haben.

In diesem Fall ging es um den Vorwurf des Handeltreibens gegen den Mitangeklagten, der wegen einer Tat von Drogenerwerb verurteilt wurde. Ihn fragte der Mitangeklagte, ob er wisse, wo man „Obst“ (Jargon für Kokain) erwerben könne. Der Gefragte wusste, wo.

An jenem Märztag wurde zunächst Geld in Kirchweyhe von einem Geldinstitut geholt, dann erwarb der Angeklagte die acht Gramm Kokain von dem Dealer. Davon nahmen sich die Angeklagten in der Wohnung eines der Angeklagten „die Nasen voll“.

Im Strafprozess räumten jetzt beide Angeklagten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Insbesondere der Angeklagte, der wegen des elffachen Erwerbs verurteilt wurde, machte reinen Tisch. Die Staatsanwältin würdigte in ihrem Plädoyer, dass dieser Angeklagte erfreulicherweise sein Schicksal in die eigene Hand genommen habe und sich mit Erfolg bemühe, von den Drogen loszukommen.

Mit dem Antrag der Staatsanwältin (Geldstrafen wegen Drogenerwerbs) konnte auch die Angeklagten und ihre Anwälte leben. Nicht nachzuweisen war, dass es sich bei den erworbenen Drogen um eine nichtgeringe Menge handelte.

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