Erinnerungen an ehemalige Syker Juden

Konfirmanden putzen Stolpersteine

Pastor Arnim Hermsmeyer reinigt mit einer Gruppe Konfirmanden die „Stolpersteine“ an der Hauptstraße in Syke. - Foto: Voges

Syke - Von Detlef Voges. Seit zehn Jahren beschäftigen sich Konfirmanden der drei Syker Kirchengemeinden mit der Geschichte der Syker Juden im Allgemeinen und dem Hintergrund der Stolpersteine im Besonderen. Die Steine sind im Fußwegbereich dort platziert, wo die Syker Juden gelebt haben.

Am Mittwoch waren acht Konfirmanden mit dem Heiligenfelder Pastor Arnim Hermsmeyer unterwegs, um die Stolpersteine des Künstlers Gunther Demnig zu putzen – unter dem Motto: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Dieses Zitat aus dem Talmud, einem der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums, hat Demnig zum Leitwort seiner Stolperstein-Aktion gemacht. Mit den Steinen soll die Erinnerung an die Menschen am Leben gehalten werden.

Im Vorfeld hatten die Mädchen und Jungen erfahren, wie Gleichaltrige zur Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben. Auftakt der Putz-Aktion war gestern die Herrlichkeit, wo die Löwensteins gewohnt haben. An der Kafu-Kreuzung reinigten die Konfirmanden die Stolpersteine der Familie Deichmann. Weitere Stationen waren der Bremer Weg und die Georgstraße. Insgesamt hat Demnig 21 Steine in Syke gesetzt.

Die Konfirmanden waren nicht nur wegen der Kälte still. Sie habe sich nicht vorstellen können, dass so etwas passiert ist, meinte Maylin. Ihm sei bewusst geworden, dass die Juden eigentlich keine Chance gehabt hätten, erklärte Daniel. Kerstin war bestürzt über die Nähe. „Ich habe immer gedacht, das sei alles viel weiter entfernt gewesen.“ Tim beschäftigte die Frage, wie es habe sein können, dass ein Freund einfach so verschwände.

„Ich bin beeindruckt vom Gespür der Konfirmanden für die Bedeutung der Sache und der Erkenntnis, dass man das nicht vergessen darf“, resümierte Hermsmeyer.

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