Jardinghauser Jugendfeuerwehr nimmt landesweit Sonderstellung ein

Nachwuchsschmiede für zwei Städte

Doppelte Power: Die Jugendfeuerwehr Jardinghausen-Neubruchhausen bildet den Nachwuchs für Ortsfeuerwehren in Bassum und Syke aus. Foto: Horst Meyer

Jardinghausen - Von Horst Meyer. Freitag. Ein Spätnachmittag am Benser Weg in Jardinghausen. Weit außerhalb der Ortschaft zwischen zwei einzelnen Häusern sieht man auf einer Wiese Kinder und Jugendliche bei sportlicher Betätigung. Die Jugendfeuerwehr Jardinghausen-Neubruchhausen hat hier ihren Übungsplatz zur Vorbereitung auf sportliche und feuerwehrtechnische Wettkämpfe.

„Bevor es jetzt in der Halle weitergeht, konnten die Jugendlichen heute noch einmal entscheiden, was wir trainieren wollen“, berichtet Steffen Struß vom Betreuerteam. „Schlagball ist es geworden, und alle sind begeistert dabei“, stellt er fest. Jugendwartin Shari Schiffer und ihrem Team gelingt es offensichtlich recht gut, den 27-köpfigen Feuerwehrnachwuchs zu motivieren.

„Wir haben eine Sonderstellung“, erklärt sie im Gespräch. „Wir sind die einzige gemeindeübergreifende Jugendfeuerwehr in Niedersachsen.“ Die Jugendwehr bildet den Nachwuchs für die freiwilligen Feuerwehren in Neubruchhausen (Stadt Bassum) und Jardinghausen (Stadt Syke) aus.

„Wir nehmen auf Stadtebene an allen Wettkämpfen in Syke und in Bassum teil. In diesem Jahr hat’s so gut geklappt, dass wir uns zusammen mit den Jugendfeuerwehren aus Gessel-Ristedt und aus Heiligenfelde für den Landesentscheid qualifizieren konnten. Alle drei Teilnehmer aus dem Landkreis Diepholz am Landesentscheid kamen somit aus der Stadt Syke“, berichtet Shari Schiffer stolz.

Der Weg dorthin führte über hervorragende Plätze in den Stadt-, Kreis- und Bezirkswettkämpfen. Sykes Stadtjugendwart Manuel Schulenberg stellt fest, dass die Jugendfeuerwehren in Niedersachsen insgesamt auf einem hohen Niveau arbeiten. „In einem anderen Bundesland hätten sich unsere drei Gruppen mit ihren Ergebnissen für den Bundesentscheid qualifiziert“, sagt er. Und weiter: „1400 Punkte sollten geschafft werden, wenn man oben mitspielen will. 1420 Punkte sind für ganz oben erforderlich, alles darüber ist Spitze.“

Alle Syker Teilnehmer lagen beim Landesentscheid mit ihren Ergebnissen oberhalb der 1400 Punkte und damit unter den ersten 30 Mannschaften aus ganz Niedersachsen. Bei den Wettbewerben wird in zwei Disziplinen um die besten Plätze gekämpft. Im A-Teil ist ein Löschangriff zu simulieren. Dabei müssen auch Hindernisse wie Wassergaben, Hürde, Leiterwand und ein Tunnel überwunden werden. Abschließend werden Knoten und Stiche angelegt, die ebenfalls in die Bewertung mit einfließen. Im B-Teil ist ein 400-Meter-Staffellauf zu absolvieren.

Zusätzlich ist ein C-Schlauch aufzurollen, über ein Brett zu laufen und ein Leinenbeutel über die Zielmarkierung zu werfen.

Im Gegensatz zur Gruppe aus Gessel-Ristedt mussten Heiligenfelde und Jardinghausen-Neubruchhausen mit wechselnden Zusammensetzungen antreten. Shari Schiffer beschreibt: „Vor dem Erfolg stand auch hier üben, üben, üben.“

Im Sommer draußen, jetzt ab Oktober im Feuerwehrhaus und in der Turnhalle. „Im Winter leisten wir gemeinsame Dienste mit den Aktiven und legen einen Schwerpunkt auf Feuerwehrtechnik. Sportlich geht’s in der Halle mit Volleyball weiter. Ende Oktober stehen schon wieder die ersten Vergleichswettkämpfe auf Stadtebene an“, berichtet sie.

Der Höhepunkt im Jugendfeuerwehr-Jahresrhythmus ist nach ihren Worten allerdings das Kreiszeltlager in den Sommerferien. Aktuell kommen die Mitglieder je zur Hälfte aus Jardinghausen und aus Neubruchhausen. Auch Jungen und Mädchen sind jeweils etwa zur Hälfte vertreten.

„Das unterscheidet eine Jugendfeuerwehr auch von Sportvereinen“, erklärt die Jugendwartin, „hier arbeiten Jungen und Mädchen zwischen zehn und achtzehn Jahren in einer Gruppe zusammen. Es gibt keine Geschlechter- oder Alterstrennung. Die Älteren achten auf die Jüngeren. Das schafft eine unheimlich gute Kameradschaft, die sich später bei den Aktiven fortsetzt.“

Der Übungsnachmittag ist vorbei. Shari Schiffer blickt auf ihre Schützlinge. „Heute haben sich wieder alle gut verausgabt“, stellt sie abschließend fest. „Die werden gut schlafen können.“

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