Innig sein in Hauseingängen, im Wald und auf Hochsitzen

Zum Tag des Kusses: Nachdenken über Knutschorte

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Heute ist der Tag des Kusses – dazu braucht es nicht immer einen romantischen Sonnenuntergang. Küssen lässt sich überall. Und ist auch noch gesund. 

Syke - Von Ulf Buschmann. Knutschen? Da werden selbst gestandene Frauen und Männer blassrot, wenn sie danach gefragt werden. Und wenn sie dann auch noch Auskunft über Knutschecken im Rahmen einer Straßenumfrage geben sollen, weicht der blasse einem intensiven Ton. Dabei geht es doch um ein ganz gewöhnliches Thema: das Küssen. Schließlich ist heute Tag des Kusses. Und das Knutschen ist die Steigerungsform, meistens verbunden mit vielen Schmetterlingen im Bauch.

Küssen und knutschen gehört bei jedem Menschen in irgendeiner Form zur Biografie. Allerdings hat sich diesbezüglich in den vergangenen Jahren einiges verändert: Die Zeit der heimeligen Knutschorte ist bei jungen Leuten vorbei. Dies zumindest finden die 17-jährige Kassandra und der ein Jahr ältere Julian. Sie schlendern Hand in Hand durch die Hauptstraße und bleiben zum – wenn auch kurzen Knutschen – stehen. Knutschecken gebe es nicht, sind sich beide einig.

Daran erinnern sich die Älteren hingegen noch gerne. Allerdings müssen sie erst einmal nachdenken. „Das ist ja schon so lange her“, sagt eine Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Mittvierzigerin und ihrer Freundin fallen zuerst Hauseingänge und die Tanzfläche der Lieblingsdisco ein. Ein Mann um die 60 Jahre hört das Gespräch mit an und wirft ein: „Wir sind immer in den Wald gegangen.“

Nicole Giese-Kroner, künstlerische Leiterin des Syker Vorwerks, und Mitarbeiterin Claudia Bender fällt zum Thema Knutschorte eine ganze Menge ein. „Im Kino, auf der Parkbank und im Strandkorb“ lässt es sich nach Überzeugung von Claudia Bender besonders innig sein. Auch Hauseingänge seien praktisch.

Dieser Sicht des Knutschens schließt sich Giese-Kroner ohne groß zu überlegen an. Sie sagt: „Überall dort, wo man sitzen kann: auf der Couch und im Bett natürlich.“ Der Vorwerk-Kuratorin fällt dazu noch „der Klassiker“ ein, wie sie sagt: „Im Auto natürlich.“ Schmunzelnd ergänzt sie: „Das geht immer.“ So richtig geknutscht mit ihren heutigen Ehemännern haben Nicole Giese-Kroner und Claudia Bender auf der Tanzfläche in der Disco beziehungsweise in der Kneipe.

Anita Meyer, die ihre Kindheit und Jugend in Gerzen in Niederbayern verbracht hat, bringt die Knutschort-Variante ihrer Heimat ins Spiel: „Wir haben uns hinter der Sporthalle oder auf dem Spielplatz getroffen. Oder im Schwimmbad.“ Nach einigem Zögern erklärt sie das speziell Bayerische in Sachen Knutschorte. „In Bayern gibt es sehr viele Hochsitze, das war das A und O.“

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