Martin Stoeck, Ex-Drummer der Erfolgsband, nun Dozent der Kreismusikschule

Nach zwei „Pur“-Jahrzehnten eine neue Herausforderung

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Martin „Stöcki“ Stoeck (vorn im Bild) freut sich auf seine neue Aufgabe als Dozent bei der Kreismusikschule Diepholz. Deren Chef Uwe Wegert spricht von einem „Hoffnungsträger“.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. „Wer Erfolg haben will, muss sich selbst folgen“, lautet ein elementarer Leitsatz von Martin Stoeck. Er selbst hat damit – und mit seiner Leidenschaft – alles erreicht, was sich ein Musiker wünschen kann: Zwei Jahrzehnte war der 51-Jährige Schlagzeuger der Erfolgsband „Pur“, erlebte das Leben bei ungezählten Tourneen im In- und Ausland, Hits und Bestseller-Alben praktisch wie ein Abenteuerland. Im vergangenen Jahr hat Stoeck einen Schlussstrich gezogen – und schlägt jetzt ein neues musikalisches Kapitel ein seinem Leben auf: Als Dozent der Kreismusikschule.

„Er ist unser Hoffnungsträger der ganz besonderen Art“, freut sich Uwe Wegert als Chef der Kreismusikschule über seinen neuen, äußerst prominenten Dozenten. In dieser Funktion feiert Martin Stoeck am 4. Mai in Diepholz Premiere. Kurse sind genauso in Syke und in Brinkum geplant. Dafür können sich interesssierte Schlagzeugschüler über die Internet-Seite der Kreismusikschule bereits anmelden. Die Basic-Line, also Kurse für Anfänger mit diesem vielseitigen Instrument, will Martin Stoeck ebenso anbieten wie die Professional-Line: Will heißen: Mit Schülern arbeiten, die bereits über Vorkenntnisse verfügen und sich durchaus vorstellen können, mal in einer Band zu spielen. Auch mit Profis möchte Martin Stoeck arbeiten. Verschiedene Kurse und verschiedene Module will die Kreismusikschule mit dem erfahrenen Schlagzeuger anbieten.

Martin Stoeck freut sich auf seine künftige Arbeit – und darauf, womöglich ein Talent unter seinen Schützlingen zu entdecken und fördern zu können. Denn der ehemalige „Pur“-Schlagzeuger bringt nicht nur professionelles „Handwerkszeug“ mit, sondern auch Kontakte: Eine ganz neue Dimension in der Kreismusikschule, die zum einen den Musikunterricht als Basis-Arbeit anbietet (auch in Kooperation mit den Schulen im Landkreis) und zum anderen den Bereich der klassischen Musik pflegt. Die Pop-Musik sieht Wegert als dritte Säule der Arbeit und hat deshalb bereits ein eigenes Team mit acht Lehrkräften für diesen Bereich gebildet. „60 Prozent aller verkauften Produkte auf dem Musikmarkt sind Popmusik“, begründet Uwe Wegert diesen Schritt. „Das ist schon ein Brüller“, so seine Bewertung, „das müssen wir als Musikschule akzeptieren. Und darauf müssen wir reagieren“. Dass zu diesem Team nun ein Profi aus der absoluten Spitze der deutschen Musikszene gehört, darauf ist Wegert sichtlich stolz. Den Kontakt hat Markus Sobota hergestellt: Er ist bereits Dozent der Kreismusikschule für den Musical-Bereich. „Er ist mein bester Freund“, schmunzelt Stoeck – und berichtet von seinen frühen musikalischen Wurzeln: Mit zwei Jahren Begabtenschüler, „und mit sechs Jahren habe ich mir das Klavierspielen auf dem Flügel in meinem Elterhaus selbst beigebracht“. Mit zwölf Jahren habe ihm seine Dozentin geraten, noch ein Rhythmus-Instrument zu erlernen. „Zur Befürchtung meiner Mutter war es dann doch das Schlagzeug“, lacht der 51-Jährige. Schließlich studierte er Schlagzeug bei Joe Porcaro in Los Angeles, dem Vater des ehemaligen Toto-Drummers Jeff Porcaro. Es war Dieter Falk, Produzent der Gruppe „Pur“, der Martin Stoeck als Schlagzeuger für die Erfolgsband empfahl. 1995 übernahm er die Drums – und machte mit den Musikern um Hartmut Engler eine beispiellose Karriere. Doch auch mit anderen Promineten arbeitete Stoeck zusammen, beispielsweise mit den Schlagerstars Claudia Jung, Michelle und Brunner & Brunner – oder mit dem Tenor Peter Hofmann. „Ich habe auch eine Liebe und eine Verbindung zur Klassik“, sagt Stoeck – und erinnert sich mit leuchtenden Augen an ein Crossover-Konzert aus Pop und Klassik 2014 in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen mit 210 000 Zuhörern.

„Ich war immer jemand zum Anfassen“, sagt der 51-Jährige, „das ist wichtig für den Erfolg“. Er freue sich auf den Musikunterricht mit den Schülern, an die er sein Wissen weitergeben möchte – indem er auf sie eingeht: „Junge Menschen sind Persönlichkeiten. Die darf man abholen.“ Verbindlichkeit spielt für ihn dabei eine große Rolle: „Man ist den Menschen gegenüber verpflichtet, wahrhaftig zu sein. Es geht um ein Miteinander, um Grenzen zu überwinden. Und darum, dass sich verschiedene Menschen persönlich aneinander bereichern.“

www.musikschule-diepholz.de

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