Nabu zeichnet Wachendorfer Jochen Oentrich für sein Engagement aus

„Schwalben bringen Glück“

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Anni Wöhler-Pajenkamp vom Nabu überreicht Jochen Oentrich die Schwalben-Plakette und zwei Fertignester. In fast 100 Nestern ziehen die gefiederten Flugartisten auf dem Hof des Wachendorfers ihre Jungen groß.

Wachendorf - Von Frank Jaursch. Der erste Rückkehrer kam am 7. April – und hatte die freie Auswahl: Für die Schwalbe, die in diesem Jahr aus ihrem Winterquartier nach Wachendorf zurückkehrte, standen sagenhafte 95 freie Nester zur Verfügung. Der gefiederte Rückkehrer hat das Glück, auf dem Hof von Jochen Oentrich zu leben.

Viele sehen den Flugkünstlern gern zu, aber ein Schwalbennest am eigenen Haus? Lieber nicht. Die Hinterlassenschaften der Vögel sind unerwünscht.

Bei Oentrich ist das anders: Hier schwirren die Vögel in wilden Flugmanövern umher, auf der Jagd nach Insekten. Die Schwalben legen sich auf dem Hof in der Neddernheide buchstäblich in ein gemachtes Bett: 71 Fertignester für Mehlschwalben hat er im Laufe der Jahre installiert, weitere 24 Nester in drei Ställen sind für Rauchschwalben vorgesehen, die vorzugsweise in Gebäuden nisten. Oentrich freut sich über die Mitbewohner. Er ist überzeugt: „Schwalben bringen Glück.“

Die meisten der Nester, die paarweise oder in größeren Gruppen unter den Dachüberstand montiert wurden, sind belegt – erkennbar ist das an Kotspuren oder herausschauenden Kükenschnäbeln. Die langlebige Fertigbauweise hat einen besonderen Vorteil für die Familienplanung der Tiere: „Sie verdödeln nicht ihre Zeit mit Nestbau“, schmunzelt Oentrich.

Folge: Ihnen gelingt es zweimal, Junge großzuziehen, ehe es im Spätherbst wieder auf die Reise in den Süden geht. Die „Selbstbauer“ schaffen das nur einmal pro Saison.

„Schwalben haben keine Lobby“, bedauert Oentrich. Dabei stimmt das mittlerweile nicht mehr ganz: Der Naturschutzbund (Nabu) zeichnet seit einigen Jahren Menschen aus, die Schwalben eine Heimat geben. Anni Wöhler-Pajenkamp vom Syker Nabu überreichte dem Wachendorfer jetzt im Rahmen der Aktion eine Plakette mit der Aufschrift „Hier sind Schwalben willkommen“ und zwei weitere Fertignester, die sicher bald einen Platz auf dem Gelände des Landwirts finden werden.

Oentrich genießt das spektakuläre Treiben der Vögel in der Luft, vor allem morgens, wenn fast alle Elterntiere auf der Jagd sind: „Ein toller Anblick.“ Und welche Probleme entstehen aus seiner Gastfreundschaft? Keine, sagt Oentrich. Der Kot fällt dahin, wo er hinfallen darf – dafür hat er mit der richtigen Platzierung der Nester gesorgt. „Der einzige Nachteil – wenn es denn einer ist: Du brauchst auf dem Hof dein Auto keine fünf Minuten stehen zu lassen…“ – dann gibt es weiße Tupfer auf dem Lack. Aber wer braucht denn auch Autos auf dem Hof?

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