Nabu meldet nach langen Bemühungen Erfolg um Moorbildung im Blanken Schlatt

Die Birkenzupfer

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Optimistischer Blick in die Zukunft: Ulf Walek (r.), Peter Jacobson und Anni Wöhler-Pajenkamp vom Naturschutzbund Syke freuen sich über das – erstmals seit 70 Jahren – birkenfreie Blanke Schlatt.

Barrien - Von Frank Jaursch. Auf den ersten Blick scheint es widersinnig: Naturschützer, die Bäumen den Kampf ansagen? Doch im Blanken Schlatt in Barrien geht es eben nicht nur um Bäume, es geht um viel mehr. „Matsch Moor“, sagt der Engländer.

Tausende junge Birken haben die Frauen und Männer das Syker Naturschutzbundes (Nabu) in mehreren Jahrzehnten aus dem Blanken Schlatt entfernt – um es wieder zu dem Moor zu machen, das es einmal war. Denn die Bäume behinderten die Moorbildung

Jetzt ist das Drei-Hektar-Naturschutzgebiet gerade im Begriff, wieder zu einem Hochmoor zu werden. Und damit „besonders schützenswert“, wie Anni Wöhler-Pajenkamp vom Nabu erklärt. Die Moore sind weltweit bedroht, zudem exzellente Kohlendioxid-Speicher. „Wenn das hier ein Birkenwald wäre, wäre das Moor jetzt weitgehend verschwunden“, erklärt Wöhler-Pajenkamp.

Auf dem kreisförmigen Areal entwickelt sich jetzt eine bemerkenswerte Artenvielfalt: Torfmoos, Rundblättriger Sonnentau und Sumpfblutauge, Sumpf-Calla und Moosbeere gedeihen hier – so wie vor 70 Jahren.

„Bis in die 50er-Jahre hinein war das hier eine offene Wasserfläche“, erklärt Ulf Walek. In den folgenden Jahrzehnten aber wuchs das Gelände zu – dem verstärkten Einsatz von künstlichen Düngern in der Nachbarschaft sei Dank. „1980 hatten wir hier einen Birkenwald“, so Walek.

Zwar holzte eine Fachfirma die Bäume auf dem Naturschutzgebiet Anfang der 80er-Jahre ab, ließ die Stämme aber liegen – und erwies dem Schlatt damit einen Bärendienst. Denn die Birken „wuchsen dann umso fröhlicher wieder“, lächelt Walek.

Schon damals kamen Nabu-Helfer in jedem Winter heraus ins Schlatt, zupften die Birken aus. Doch sie wurden der Lage nicht Herr. „Die Birken haben sich prächtig entwickelt“, erinnert sich Walek, „das war schon entmutigend, wie es aussah.“

Doch der Nabu gab nicht auf. „Die haben uns für bekloppt erklärt“, schmunzelt Walek. Die entscheidende Wende kam mit der Bewilligung von Fördermitteln aus der Bingo-Lotterie, mit Geld vom Landkreis und der Stadt. Im Winter 2011/12 „entbirkte“ man die Westseite des Schlatts, vor einem Jahr folgte der östliche Teil.

In den letzten Wochen des Jahres 2015 schließlich machte sich eine Gruppe daran, eine „vergessene Ecke“ von den groß gewachsenen Birken zu befreien. „Das war die härteste Arbeit“, sagt Peter Jacobson.

Viele ehrenamtliche Helfer, darunter auch eine Konfirmanden-Gruppe, sorgten dafür, dass auch dieser anstrengende letzte Teil erfolgreich beendet wurde.

Der Stolz über das Erreichte ist spürbar, als das Trio den Blick über das Blanke Schlatt wandern lässt. So birkenfrei, wie es ist, soll es bleiben. „Aber jetzt werden wir wahrscheinlich jedes Jahr ein bisschen weniger zu tun haben“, glaubt Ulf Walek. Für die Birkenzupfer vom Nabu gibt es auch andernorts noch reichlich zu tun.

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