GTS-Schüler erhalten praktischen Unterricht an Blasinstrumenten und Percussion

Musikalisches Zusammenspiel lässt Aggressionen schwinden

Gemeinsam musizieren Fünftklässler aus dem Realschul- und Hauptschulzweig der GTS 2001 in der Bläserklasse. - Foto: Ehlers

Syke - Von Tobias Kortas. Es herrscht ein kleines Durcheinander: Die Schüler wuseln durch den Raum, hier und da wird gemurmelt. Doch recht schnell kommen die Fünftklässler der GTS 2001 zur Ruhe. Besonnen gibt Musiklehrer Ulrich Schmidt Anweisungen: „Zeigt mal, wie schnell ihr eure Instrumente holen könnt!“ Im Nu haben die 24 Schüler ihre Blasinstrumente bereit zum Spielen. „Do, Re, Mi -– erst singen und greifen, dann spielen“, sagt Schmidt. Das klappt wunderbar.

Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 im August vergangenen Jahres hat die GTS 2001 im fünften Jahrgang eine Bläserklasse mit 24  Schülern und eine Percussiongruppe mit 17 Schülern eingerichtet. Das Besondere: Das Projekt läuft schulformübergreifend im Hauptschul- und Realschulzweig der GTS.

Das wichtigste Gesicht hinter dem Projekt gehört Musiklehrer Ulrich Schmidt. „Das ist im ersten Dreivierteljahr gut angelaufen“, meint er. Die Schüler sind dabei alle Anfänger an ihren Instrumenten. „Die Idee ist es, etwas Neues zu lernen.“

Schulleiter Rainer Goltermann schwärmt von den positiven Auswirkungen des Musikprojektes auf die Schüler. „Sie sind ruhiger und aufmerksamer geworden“, meint Goltermann. Die Konzentration auf das Musizieren hat auch einen Einfluss auf den Umgang der Schüler untereinander. „Die Aggressionen schwinden.“

Ausgangspunkt des Projektes ist das Förderprogramm „Klasse mit Musik“ des Landesmusikrates. „Ich habe überlegt, wie man ein förderungswürdiges Projekt für das Programm an der GTS umsetzen kann“, berichtet der Musiklehrer.

Die Idee einer Bläserklasse lag nahe: Schmidt ist selbst Blechbläser und hat vor Beginn des Projektes zwei Jahre lang eine Bläser-AG an der GTS geleitet. Dass auch eine Percussiongruppe entstanden ist, hat sich bei der Vorstellung des Förderprogramms „Klasse mit Musik“ im vergangenen Sommer ergeben. „Wir sind das Interesse der Schüler an Instrumenten durchgegangen“, so Schmidt. Dabei herausgekommen sind die Bläsergruppe und die Percussiongruppe.

Die Vorteile einer festen Klasse gegenüber einer AG liegen laut Schmidt auf der Hand: Die Gruppe wachse besser zusammen. Außerdem gebe es „große Effekte“ durch vier Schulstunden größtenteils praktischen Unterricht an drei Tagen in der Woche.

Über zwei Jahre läuft das Projekt an der GTS. Das war die Bedingung für eine Förderung in Höhe von 4000 Euro durch den Landesmusikrat. „Das Besondere ist, dass wir damit nicht nur Instrumentenkosten, sondern auch Personalkosten abdecken können“, erzählt Schmidt. Förderungen kommen auch von der Stadt. Sie stellt Geld zur Anschaffung von Instrumenten zur Verfügung.

Neben Schmidt sind Lehrerin Petra Raue, die die Percussiongruppe leitet, sowie die Instrumentallehrer Andreas Erbe, Leiter der Big Band „Swing-Time“ aus Weyhe, und Sabine Rosenbrock, Dirigentin des Modernen Orchesters des TuS Syke, an dem Projekt beteiligt.

Mit dem Modernen Orchester pflegt die GTS eine Kooperation. Es stellt die beiden Instrumentallehrer, die einmal wöchentlich an die Schule kommen. Außerdem führt das Moderne Orchester die Schüler durch gemeinsame Veranstaltungen mit der GTS an die Vereinsarbeit heran. So wollen die beiden Musikgruppen der GTS mit dem Nachwuchsorchester Musikfabrik gemeinsam proben und Konzerte geben.

Einen ersten Auftritt haben die beiden Musikklassen beim Tag der offenen Tür der GTS am 21. Mai. Ein Tag, auf den sich Schüler Timon besonders freut. „Das ist gleichzeitig mein Geburtstag“, sagt er lächelnd. Timon spielt Posaune und ist vom Musizieren begeistert. „Ich will mich jetzt bei der Kreismusikschule anmelden.“

Wie es nach Ablauf der zweijährigen Förderung mit den Musikklassen weitergeht, steht noch in den Sternen. „Wir überlegen, ob wir mit den kommenden fünften Jahrgängen weitermachen können“, sagt Schmidt. Dann wären jedoch eventuell Elternbeiträge nötig, auf die man aktuell mit der Förderung verzichten könne.

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