Musik als universelle Sprache

Sänger Ben Sands sorgt für Irish-Pub-Atmosphäre in Barrien

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„It’s good to be back“: Ben Sands bei seinem Konzert in der Wassermühle in Barrien.

Barrien - Von Anika Bokelmann. Ob alle seine Geschichten vollständig der Wahrheit entsprechen, ist fraglich. Doch alles, was Ben Sands erzählte, enthielt eine Prise Humor und offenbarte den lebensbejahenden Charakter des irischen Sängers. Bei seinem Auftritt in der Wassermühle gewann Sands damit schnell die Sympathien des Publikums, und so entstand eine familiäre Atmosphäre.

Locker plaudernd beschrieb Ben Sands seine Erfahrungen mit Deutschland, als er in den 70er-Jahren hierzulande erstmalig Konzerte gab. Auch wenn er sich schwor, vor seinem Tod Deutsch zu lernen, wie er in einem Lied betonte, gab er zu, dass sich seine Sprachkenntnisse nicht wesentlich verbessert hätten. Im Gegenteil: „It’s even worse.“ Daher haben auch nicht alle Gäste seine Anekdoten verstanden. Denn der eigensinnige Mix aus englischer und deutscher Sprache, mit dem Schwerpunkt auf Sands’ Muttersprache, erschwerte das Verständnis.

Songs kamen leicht daher

Seine Musik erreichte wiederum jeden. Die Songs kamen leicht daher, schienen dem Iren, der heute im nordirischen County Down lebt, gerade zufällig eingefallen zu sein und waren stets klanglich an die irische Folk-Musik-Tradition angelehnt – auch wenn er dabei deutsches Liedgut streifte: Bei „Mein Vater war ein Wandersmann“ fielen die Besucher des Konzerts fröhlich in das „falleri-fallera“ ein. Überhaupt ermunterte Sands immer wieder zum Mitsingen und lobte die „impressive singers“. „Ihr solltet jede Gelegenheit zum Singen nutzen. Das ist gut für die Gesundheit“, so der Singer und Songwriter, der mit seinen Eigenkompositionen durch den Abend führte. So startete Sands mit einem „It’s good to be back“ mit Blick auf seine vorigen Auftritt in Syke vor mehreren Jahren sowie seinem „Big hello“ zur Begrüßung.

Seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne

Ganz nah kam Sands den Männern und Frauen in der voll besetzten Wassermühle nicht nur aufgrund der räumlichen Gegebenheiten, sondern weil er aus seinem Leben berichtete: von seiner Kindheit mit sechs Geschwistern auf dem Land, seinen Erlebnissen auf Tourneen und Erfahrungen mit der deutschen Kultur.

Seit mehr als 40 Jahren steht Ben Sands auf der Bühne. Da ist es kaum verwunderlich, dass der irische Künstler nahezu mit seinen Instrumenten verschmelzen zu scheint. Den größten Teil des Konzerts bestritt Sands mit seiner Gitarre, deren Saiten er fingerfertig bearbeitete, während er dazu seine kraftvolle Stimme erklingen ließ. Aber auch mit der Mandoline bewies Sands sein Können und verbreitete Pub-Atmosphäre, die durch das rhythmische Fußstampfen der Zuhörer auf den Holzdielen ihren Höhepunkt fand.

Autobiografische Lieder und Erzählungen über die Vergangenheit, unter anderem über den Direktor seiner Grundschule, von der Liebe und der Verbindung zur Heimat sowie über die Eigenarten des Lebens trug der Ire in charmanter Art und Weise vor. Damit brachte Sands ein Stück der grünen Insel nach Norddeutschland, wo er an diesem verregneten Abend sicherlich eines nicht missen musste: „The Irish Rain“, so ein Titel aus seinem Album.

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