Museumsschlachter beim Familiensonntag im Mittelpunkt

Geheimnisvolle Sache

+
Klaus Daus und Hans Albrecht Frei machen Wurst.

Syke - Von Dieter Niederheide. „Was kommt denn alles in die Wurst?“ Das war die Frage, die Fleischermeister Klaus Daus gestern auf der Diele des Kreismuseums am häufigsten gestellt bekam. Aber bei weitem nicht die einzige, die er beim „Wurstetag“ Kindern, Eltern und Großeltern beantworten musste.

Zur Seite standen ihm dabei seine „Gesellen“ Wilfried Müller und Hans-Albrecht Frei an der Wurstmaschine, am Fleischwolf oder am großen Kochkessel, in dem draußen vor der Diele unter anderem das Bauchfleisch gekocht wurde.

Bis in letzte Detail hat Klaus Daus seine Rezepte für Leberwurst, Sülze oder Mettwurst nicht verraten. Praktisch jeder Fleischer gibt da ein bisschen den Geheimniskrämer. Immerhin so viel war zu erfahren: Majoran ist eines der Gewürze, das neben Salz und Pfeffer als Basis für den guten Geschmack dient.

„Jetzt guck mal genau zu, wie Wurst gemacht wird“, ermunterte Peter Kommer (65) aus Heiligenrode seinen Enkel Tobias (5). Und der ließ sich nicht lange bitten, als der Metzgermeister ihm eine Probe von der Leberwurstmasse reichte. Peter Kommer probierte auch: „Oh“, staunte er. „Die ist lecker! Prima gewürzt, so was Gutes kriegt man nicht mehr oft.“

Ganz gespannt hingen auch Aurelian (7) und seine Schwester Judita (6) aus Barrien mit den Blicken an den Händen der drei Männer. Zum Beispiel als Wilfried Müller die Leber für die Leberwurst durch den Wolf drehte. Insgesamt haben Klaus Daus und seine Helfer gestern ungefähr 50 Kilo Schweinefleisch zu Wurst verarbeitet.

Es war ein Familiensonntag bei dem es nicht nur um die Wurst ging. Trotz des miesen Wetters waren viele Besucher gekommen, und die bekamen reichlich was zu sehen: Die Museumsbäcker waren auf der Diele und nebenan im alten Speicherbackhaus am Ofen aktiv, der Klockenschooster gab bis in die kleinsten Schrauben den Blick in mechanische Uhrwerke frei, Polsterer, Korbflechter und Schuhmacher zeigten ihr altes Handwerk.

Ganz schön ins Schwitzen kamen die Museumspädagoginnen, die am Herd für die Reibeplätzchen zuständig waren. Achtung, Wortspiel: Die knusprigen Puffer gingen samt Apfelmus weg wie warme Semmeln. Der Geruch von Knipp, überm offenen Herdfeuer gebraten, mischte sich mit dem Duft von frischem Brot und Kuchen sowie Kaffee.

Das Museum präsentierte sich wieder einmal so, wie man es sich wünscht: voller Leben. Nicht zuletzt der Frauen und Männer wegen, die als ehrenamtliche und Mitarbeiter die Garanten für das Gelingen solcher Veranstaltungen sind.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Wie ein Wein eine arme Region reich machte

Wie ein Wein eine arme Region reich machte

„Igel“ in Barnstorf feiert 30-jähriges Bestehen

„Igel“ in Barnstorf feiert 30-jähriges Bestehen

Meistgelesene Artikel

Mann stirbt bei Unfall auf der B214: Zwei Autos krachen frontal zusammen

Mann stirbt bei Unfall auf der B214: Zwei Autos krachen frontal zusammen

Tollwut-Infektion: Fledermausbiss wird zum dramatischen Wettlauf gegen die Zeit

Tollwut-Infektion: Fledermausbiss wird zum dramatischen Wettlauf gegen die Zeit

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

Damit Kids auf andere Gedanken kommen

Damit Kids auf andere Gedanken kommen

Kommentare