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Mühlentag: Viel los in Neubruchhausen, wenig Besucher in Syke

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Von: Michael Walter, Marten Vorwerk

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Auf dem Hof der Wassermühle in Neubruchhausen herrscht beim Mühlenmarkt am Pfingstmontag gute Laune. Die strahlende Sonne trägt dazu sicher ihren Teil bei.
Auf dem Hof der Wassermühle in Neubruchhausen herrscht beim Mühlenmarkt am Pfingstmontag gute Laune. Die strahlende Sonne trägt dazu sicher ihren Teil bei. © Marten Vorwerk

Beim Mühlentag in Syke präsentiert Mühlenbauer Erhard Kolander die Geschichte des Kornmahlens von vor 10 000 Jahren bis heute. Mehr los war aber in Neubruchhausen.

Syke/Neubruchhausen – Das alte Ding rattert so laut, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Aber auch mit rund 100 Jahren auf dem sprichwörtlichen Buckel springt die alte Motormühle im Kreismuseum auf Knopfdruck an und auch das Mahlwerk funktioniert noch tadellos.

Mühlen: Das Prinzip bleibt Jahrtausende identisch, aber die Leistung verändert sicht

Ein paar Besucher mehr hätten Erhard und Ute Kolander verdient gehabt, die dieses Stück Technikgeschichte am Pfingstmontag zum Mühlentag im Kreismuseum Syke vorführten. Nicht als einziges funktionsfähiges Ausstellungsstück übrigens. „Wir zeigen hier die Geschichte des Vermahlens von Getreide von der Steinzeit bis 1960“, erklärt Erhard Kolander. „Das Prinzip hat sich seit damals nicht verändert. Aber die Leistung.“

Erhard Kolander ist noch gelernter Mühlenbauer. Im Kreismuseum Syke erklärte er mit seiner Frau Ute zusammen, wie sich das Getreidemahlen seit der Steinzeit entwickelt hat. Hier demonstriert er die Funktion einer etwa 100 Jahre alten Motormühle.
Erhard Kolander ist noch gelernter Mühlenbauer. Im Kreismuseum Syke erklärte er mit seiner Frau Ute zusammen, wie sich das Getreidemahlen seit der Steinzeit entwickelt hat. Hier demonstriert er die Funktion einer etwa 100 Jahre alten Motormühle. © Michael Walter

Kolander zeigt auf zwei handbetriebene Steinmühlen, vielleicht nicht unbedingt Originale aus der Steinzeit, aber uralt und extrem einfach. „Mit solchen Mühlen hat man vor acht- bis zehntausend Jahren Korn gemahlen“, sagt Ute Kolander. Aus Vorführungen und Erfahrung können sie und ihr Mann die Leistung hochrechnen: „Damit schafft man etwa zwei Kilo pro Stunde.“ Die gut 100 Jahre alte Motormühle hinter ihr schafft pro Stunde etwa 200 Kilo. „Und eine moderne Mühle“, weiß Erhard Kolander, „schafft pro Stunde bis zu 40 Tonnen.“ Erhard Kolander hat noch Mühlenbauer gelernt – ein inzwischen ausgestorbener Beruf – und ist heute technischer Leiter bei der Raiffeisen-Genossenschaft.

Wassermühle Neubruchhausen soll im 2023 fertig saniert sein.

In Neubruchhausen ist es die Wassermühle, die die Blicke der Besucher auf sich zieht. Hunderte Menschen schlenderten dort über den Mühlenmarkt. „Wir sind froh, diesen Markt wieder zu veranstalten“, sagte der sichtlich gut gelaunte und entspannte Holger Rullhusen, Vorsitzender des Vereins Wassermühle Neubruchhausen. „Hier wird derzeit alles restauriert. Im Frühjahr 2023 soll wieder gemahlen werden“, erzählte Rullhusen.

Seit 2015 arbeitet der Verein daran, die Mühle wieder funktionsfähig herzurichten.

Beim Kunsthandwerkermarkt auf dem Mühlengelände präsentierten die Anbieter Öle, Marmeladen und Gewürze, Holzartikel, Kinderkleidung, Schmuck oder Gartendekoration. Die Rotarier aus Syke waren ebenso vor Ort, wie die Seifenmanufaktur Barrien, bei der die Besucher ihren Geruchssinn anstrengten, um die passende Seife zu finden.

Gewürze, Öle und Marmeladen gehören zu den Angeboten der Markt-Beschicker.
Gewürze, Öle und Marmeladen gehören zu den Angeboten der Markt-Beschicker. © Marten Vorwerk

Holger Rullhusen war damit zufrieden: „Echt super, was hier los ist. Wir sind alle sehr glücklich. 2016 haben wir mit dem Markt begonnen. Seitdem ist er – mit zwei Jahren Pause wegen Corona – immer weiter gewachsen.“ Tanja Dymale vom Orga-Team pflichtete dem Vorsitzenden bei. „Eine genaue Anzahl der Leute, die hier sind, habe ich nicht. Aber wir können zufrieden sein. Das Wetter spielt super mit.“

Der Pfingstmarkt sei die Haupt-Veranstaltung des Jahres vom Mühlenverein, erzählt Rullhusen und blickt schon mit einiger Vorfreude auf 2023: „Im nächsten Jahr wird die Mühle endlich mahlfähig sein.“

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