Mühlentag an der Barrier Wassermühle: Einblicke in Geschichte und Technik

Alles rund ums Wasserrad

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Den Mühlentag nahmen Besucher der Wassermühle gestern zum Anlass, um das Gebäude, seine Technik und seine Geschichte näher unter die Lupe zu nehmen.

Barrien - Von Frank Jaursch und Dagmar Voss. Zum 22. Mühlentag hat gestern auch die Barrier Wassermühle ihre Tore geöffnet. Als Experten brachten Andreas Stellmann und Christiane Palm-Hoffmeister den Besuchern technische und historische Hintergründe näher. Beim fröhlichen Rauschen der vorbeifließenden Hache erfuhren die Gäste viel über die Geschichte und die Geschichten, vor denen das denkmalgeschützte Bauwerknur so übersprudelt.

Stellmann hatte sich als Schwerpunkt die Energiegewinnung ausgewählt: Mit bis zu 1,5 Kilowatt pro Stunde unterstützt das große Wasserrad die Energieversorgung von Mühle und dem benachbarten Müllerhaus. Stellmann selbst ist daran nicht ganz unschuldig: Er war schon 1997 dabei, als die Anlage zur Energiegewinnung als Diplomarbeit von Maschinenbau-Studenten realisiert wurde.

Nach der technischen Aufklärung durch Stellmann lud Christiane Palm-Hoffmeister zur Geschichtsstunde – mit vielen amüsanten und lehrreichen Geschichten über die Historie dieses Bauwerks. Oder besser dieses „ältesten Kraftwerks der Menschheitsgeschichte“, wie die Besitzerin erklärte. Mühlen wurden schon vor 3000 Jahren gebaut.

Mehr als sieben Jahrhunderte existiert die Barrier Wassermühle schon, erwähnt wurde sie zum ersten Mal im Jahre 1345 in einem Kaufvertrag. Da stand sie also schon und erfüllte ihren Zweck. „Sie gehört wohl zu den ältesten Gebäuden im Ort, kaum eine norddeutsche Wassermühle ist so vollständig erhalten – auch wenn sie im Lauf der Jahrhunderte ihr Gesicht verändert hat“, erklärte Palm-Hoffmeister.

1850 wurde sie von Wilhelm Niebuhr gekauft. Sein Name prangt an der Mühle auf einer Steintafel und besagt, dass 1857 das Wohnhaus fertiggestellt wurde.

Niebuhr ließ schöne große, gebogene Fenster einbauen, sehr ungewöhnlich für Wassermühlen; immerhin sorgen sie für noch heute für bestes Licht im Innenraum. Und für die Wohngemeinschaft, die im Jahre 1973 das Bauwerk kaufte und renovierte, ein Hauptargument zum Kauf.

Manches Neue erfuhren die Besucher, Erstaunliches und auch Schräges. So zum Beispiel, dass ein Müller früher im sozialen Gefüge des Ortes schlecht angesehen war, fast so schlecht wie der Henker. Oder woher der Name des hier beheimateten Kulturvereins „Rüttelschuh“ stamme: von dem Teil im Mahlwerk, der das altbekannte „Klipp-Klapp“ verursacht. Der Rüttelschuh sorgt dafür, dass das Getreide gleichmäßig zwischen die Mühlsteine rieselt. So reiben die kostbaren Steine nicht direkt aufeinander.

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