Motivationstrainer Hubert Stelling spricht vor 200 Landfrauen im KSK-Saal

Handeln statt Grübeln: Wege aus dem Jammertal

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Mit kleinen Spielereien wie lustigen Filmchen oder Zauberkunststückchen lockerte Motivationstrainer Hubert Stelling seinen Vortrag im KSK-Saal auf. Der Bremerhavener sprach vor den vereinigten Landfrauen aus Syke, Bassum und Twistringen über den liebsten Volkssport der Deutschen, das Jammern.

Syke - Von Michael Walter. Wieso sind eigentlich ausgerechnet die Deutschen Weltmeister im Jammern? Antworten auf diese Frage erhofften sich am Dienstagabend die Landfrauen-Vereine aus Syke, Bassum und Twistringen vom Bremerhavener Motivationstrainer Hubert Stelling.

Objektiv geht es den Menschen in Deutschland so gut wie in kaum einem anderen Land auf der Welt. Sie haben ein Dach überm Kopf, müssen nicht hungern oder frieren, es herrscht Frieden, Naturkatastrophen sind eher selten, die ärztliche Versorgung ist gewährleistet, und sie können zu allen Themen frei ihre Meinung äußern. Trotzdem sind zwei Drittel aller Deutschen am Jammern. Frauen öfter, Männer intensiver.

Warum das so ist, kann allerdings auch Stelling seinen gut 200 Zuhörern – überwiegend Frauen – im Saal der Kreissparkasse nicht schlüssig beantworten. Sein Erklärungsansatz: „Die Denke steuert, ob ich jammere oder nicht.“ Die Preisfrage laute demnach: „Wie“ denke ich? Und dabei spielen für ihn Gewohnheitsmechanismen eine große Rolle. Vereinfacht gesagt: Wer häufig negativ denkt, der jammert auch.

Aber wieso ist das gerade bei den Deutschen so ausgeprägt? „Das weiß ich auch nicht“, sagt Stelling auf Nachfrage. „Wenn ich die Antwort darauf wüsste, wäre ich wahrscheinlich Millionär. Entscheidend ist die Frage: Worauf konzentrieren wir uns? Bei uns überwiegt das Negative. Warum das so ist, darüber kann ich nur spekulieren.“

Letzten Endes geht es ihm auch gar nicht um eine wissenschaftlichen nachprüfbare These. „Ich will Sie einfach nur zum Nachdenken bringen“, sagt er seinen Zuhörern. Und das gelingt ihm auf ganz amüsante Weise. Mit kleinen Zauberkunststückchen, die er während seines Vortrag vorführt. Mit lustigen Filmchen, die er zwischendurch einspielt, und mit ein paar Gags, die er gelegentlich einstreut.

Das Wort „nicht“

kennt das Gehirn nicht

Spielerisch lernt sein Publikum dabei, wie sich Gedankengänge aufbauen, aus denen man nicht so ohne Weiteres wieder rauskommt. „Das Wort ››nicht‹‹ kennt das Gehirn nicht“, sagt er und liefert gleich den Beweis: „Denken Sie jetzt nicht an ein gekochtes Ei“, sagt er. Und merkt an der Reaktion, dass er ins Schwarze getroffen hat: Natürlich haben alle jetzt ein gekochtes Hühnerei vor dem inneren Auge. „Und wenn Sie sich jetzt einreden: Ich will nicht rauchen, ich will nicht rauchen, ich will nicht rauchen,… was brennt sich da wohl in Ihr Gehirn ein?“

Das simple Beispiel lässt sich auf kompliziertere Mechanismen übertragen, sagt Stelling. Stress zum Beispiel. Auch der brennt sich negativ ins Gehirn ein. Auf diese Weise erzeugen wir selbst eingefahrene Denkstrukturen. „Autobahnen ins Negative“ nennt Stelling das. Die entscheidende Frage sei: Wie kommt man da wieder raus?

„Wussten Sie, dass Sie mit ihrer Zunge nicht alle ihre Zähne berühren können?“ Und wieder kann Stelling seinem Publikum am Gesicht ablesen, dass er erneut ins Schwarze getroffen hat: Alle fuhrwerken irgendwie mit der Zunge im Mund rum. „Ich wollte Sie ins Handeln bringen“, lacht er. „Nur durch Tun kommen wir aus dem Jammern raus.“ Selbstmotivation und Begeisterung lauten für ihn die Zauberworte dazu.

„Handeln statt Grübeln“, gibt Stelling seinem Publikum abschließend mit auf den Weg. „Jammern ist keine Lösung. Treffen Sie Entscheidungen. Je positiver Sie dabei denken, desto besser die Ergebnisse.“

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