Harald Witts zweites Buch über „Die schönsten Wanderungen rund um Bremen“

Mordkuhlenberg statt Machu Picchu

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Harald Witt mit seinem neuen Buch. Im Hintergrund die Kaukasische Flügelnuss des Syker Mühlenteichparks.

Syke - Von Frank Jaursch. Der Mann hat einen Blick fürs Schöne. „Schauen Sie sich das mal an“, sagt Harald Witt mit einem Blick auf die Kaukasische Flügelnuss im Mühlenteichpark. „Herrlich.“ Wo andere den prächtigen, weit ausladenden Baum achtlos links liegen lassen, kann er sich begeistern. Natürlich hat der Syker der Kaukaischen Fügelnuss und dem daran verbeiführenden Hachepadd ein Kapitel gewidmet. Denn in seinem neuen Wander-Buch geht es vor allem um Schönheit.

32 Wanderungen aus dem Bereich zwischen Wildeshauser Geest, Dümmer und Wiehengebirge haben die Aufnahme in das aktuelle Buch gefunden. Sie alle hat der 79-Jährige getestet und für gut befunden. So manche bekannte Wanderroute fand keine Berücksichtigung in „Die schönsten Wanderungen rund um Bremen“. Und zwar aus gutem Grund: „Ich schick die Leute doch nicht an ‘ner asphaltierten Straße längs“, sagt Witt.

Als der Syker vor drei Jahren den ersten Band seiner Wanderbibel herausbrachte, arbeitete er schon längst an der Fortsetzung. Denn den Teil südwestlich von Bremen, so etwa im Dreieck zwischen Oldenburg, Osnabrück und Porta Westfalica, hatte er darin noch gar nicht bewandert. Emsig holte er das in den folgenden Jahren nach. Nun ist Teil zwei veröffentlicht – und sein Schöpfer ist zufrieden.

„Mir ging es darum, zu zeigen, dass es hier auch viel zu entdecken gibt“, betont Witt. „Wir kennen die Lofoten und Mallorca, aber unsere Region immer weniger.“ Dabei sei gerade Deutschland so reich an landschaftlichen Reizen. Witt schwärmt von dem wild-romantischen Hunte-Steilufer in Dötlingen, von den Talschluchten am Heiligenberg, von dem „entzückenden Rundweg“ durch das Wiehetal.

Sein Tipp für einen Ausflug: „Mordkuhlenberg statt Machu Picchu“, lacht Witt. Diese Region sei reich an Gegensätzen – und auch an Wanderrouten. Wer Lust hat, bekommt mit dem 160-seitigen Wanderführer einen auskunftsfreudigen Helfer, der reich an Karten, Fotos und Hintergrundinformationen ist. Historische Zusammenhänge erfährt der Leser ebenso wie Einkehrmöglichkeiten und Anfahrtswege.

Alle Fotos hat Harald Witt selbst geknipst, alle Infos selbst gesammelt. Das älteste der abgebildeten Fotos ist rund 50 Jahre alt – aufgenommen mit seiner Konfirmations-Kamera.

Die meisten Hinweise hat er direkt vor Ort erfahren – meist bei Begegnungen mit alteingesessenen Bewohnern. Einen Bogen hat er um die Tourismusbüros gemacht: „Die Leute dort wissen meist am wenigsten von der Gegend“, schmunzelt Witt.

Die ersten vier Wanderungen des Buches führen durch Syker Gebiet. Nicht ohne Grund: Der passionierte Wanderer hält Syke für eine herausragende Wandergegend. „Syke hat so viele Möglichkeiten“, sagt er, „aber eben nicht die Infrastruktur.“

Wer Harald Witt kennt, wird vom Ziel der ersten Wanderung nicht überrascht sein: „Man sollte nicht versäumen, zum Hohen Berg zu gehen“, merkt Witt dazu mit einem spitzbübischen Lächeln an. Schließlich war er es selbst, der die touristische Bedeutung der höchsten Syker Erhebung mit viel Einsatz jahrzehntelang vorangetrieben hatte,

Insgesamt 64 Routen, prächtig bebildert und mit spannenden Infos garniert hat Witt in den beiden Bänden gezeigt. Einen dritten Band soll es nicht mehr geben, erklärt Harald Witt. „Jetzt habe ich den Leuten ja alles erzählt.“

„Die schönsten Wanderungen rund um Bremen – zwischen Wildeshauser Geest, Dümmer und Wiehengebirge“ ist erschienen im Isensee-Verlag und kostet 14,80 Euro.

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