An der Montessori-Schule suchen sich die Kinder ihren Unterrichtsstoff selbst aus / Ausbau bis Klasse 13 geplant

Pädagogisches Buffet statt Fünf-Gänge-Menü

+
Beim Eltern-Tag an der Syker Montessori-Schule konnten Interessierte für ein paar Stunden die Position der Lernenden einnehmen.

Syke - Von Aline Knake. „Hilf mir, es selbst zu tun“ – das Motto der Pädagogik nach der italienischen Ärztin Maria Montessori ist vielleicht einigen geläufig. In etwa lässt es auch erahnen, wie die Montessori-Pädagogik gedacht ist: Kinder sollen sich ihre Kenntnisse und Fähigkeiten von sich aus selbst aneignen und dabei von den Erwachsenen nur begleitet und unterstützt werden.

Wie das Lernen in einer Montessori-Schule konkret aussieht, konnten am Samstag die Besucher der Freien Aktiven Schule Syke selbst ausprobieren. Lernbegleiter, wie die Lehrer an Montessori-Schulen heißen, und engagierte Eltern beantworteten Fragen und führten die Gäste durch die sogenannte „vorbereitete Umgebung“: Die Schüler haben keinen vorgegebenen Stundenplan, sondern entscheiden selbst, mit welchem Thema sie sich gerade auseinandersetzen möchten. Dafür stehen verschiedene Arbeitsplätze und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.

„Während eine staatliche Schule wie ein Fünf-Gänge-Menü ist, ist die Montessori-Schule wie ein Buffet. Die Kinder können sich aussuchen, was ihnen gerade sozusagen appetitlich erscheint. Und wenn es ihnen gefällt, können sie es weiter vertiefen“, erklärt Lernbegleiterin Michaela Döpelheuer.

Loni Wiesemöller, die auf der Suche nach einer passenden weiterführenden Schule für ihren Sohn ist, versucht sich zusammen mit Lernbegleiter Harry Seelig etwa gerade an einem Kanada-Puzzle und stellt schmunzelnd fest: „Das ist gar nicht so einfach.“ Sie findet es interessant, wie die Kinder sich mit den Lernmaterialien selbst Wissen erarbeiten und dabei begleitet werden.

Viele Eltern können sich nicht vorstellen, dass ihre Kinder nicht von sich aus freiwillig und selbstständig lernen. Solche Befürchtungen seien unbegründet. Während einige Kinder keine Probleme damit hätten, sich selbst Ziele zu setzen, würde das anderen schwerer fallen. „Dann ist es die Aufgabe des Lernbegleiters, im Beratungsgespräch gemeinsam mit dem Kind einen Weg zu finden“, so Döpelheuer. „Jungen, die in die erste Klasse zu uns kommen, wollen häufig erst einmal rechnen und nicht schreiben. Dann muss man es als Eltern aushalten können, wenn das Nachbar-Kind schon das B hat und das eigene bis jetzt nur gerechnet hat.“

In erster Linie soll das Lernen an der Montessori-Schule Spaß machen. Gleichzeitig lernen die Kinder, selbstständig zu recherchieren und eigenverantwortlich zu handeln. Das zeigt sich besonders im praktischen Teil der Abschlussprüfung: „In sechs Wochen müssen die Schüler dabei etwas zum Anfassen herstellen und das schließlich vor Schülern, Lehrern und Experten vorstellen. Eine Schülerin hat zum Beispiel eine Praline hergestellt und bei der Präsentation direkt ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben“, so Döpelheuer.

Neue Schüler können prinzipiell das ganze Jahr über einsteigen. Für die „Schultüten-Kinder“, also die Erstklässler, gebe es nach den Sommerferien aber natürlich eine Einschulungsfeier. Bisher können Schüler bis zur achten Klasse die Schule besuchen, die Qualifikationsstufe bis Klasse 13 wird im Laufe der Zeit ausgebaut. Weitere Infos:

www.fas-syke.de.

Mehr zum Thema:

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

RBB: Kontrollgremium sieht Schwächen bei Amri-Ermittlungen

RBB: Kontrollgremium sieht Schwächen bei Amri-Ermittlungen

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Onigiri: die japanische Pausenstulle für unterwegs

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Kommentare