Royaler Krönungsmarsch und rockige Elvis-Klassiker

Modernes Orchester überzeugt auf ganzer Linie

Die Musiker des Modernen Orchesters begeistern mit einem außergewöhnlichen Programm. An der einen oder anderen Stelle wird das Publikum im fast ausverkauften Stadttheater auch aktiv in die Show mit einbezogen – das kommt an. - Foto: Ehlers

Syke - Von Heiner Büntemeyer. „Adel verpflichtet“ - Von Heiner Büntemeyer. Unter diesem Motto gab das Moderne Orchester des TuS Syke am Samstag im fast ausverkauften Stadttheater ein großes Jahreskonzert.

„Was Adel alles sein kann“, überlegte zu Beginn Petra Raue, die charmant und informativ durch das Programm führte. Schließlich ging es nicht allein um royale Konzertstücke aus längst vergangenen Epochen auch Kompositionen des „King of Rock“, Elvis Presley, von Edward Kennedy („Duke“) Ellington und von Queen höchstpersönlich wurden gespielt.

Als Vorband stellte Dirigentin Sabine Rosenbrock die Musikfabrik des Orchesters vor. Darin spielen ältere und junge Musiker zunächst etwa zwei Jahre lang, um an den Leistungsstand des Modernen Orchesters herangeführt zu werden. Die drei Lieder dieser Band bewiesen, dass es eigentlich nicht mehr lange dauern dürfte, bis sie dieses Ziel erreicht hatten.

Im ersten Teil des Konzerts wurden tatsächlich ein Krönungsmarsch, aber auch ein Siegesmarsch gespielt. Der „Crown Imperial“, der ursprünglich 1937 bei den Krönungsfeierlichkeiten von König Edward VIII. aufgeführt werden sollte, wurde erst bei der Krönung von Königin Elisabeth II. vorgeführt, weil Edward seinerzeit wegen seiner Liebe zu einer „Bürgerlichen“ auf den Thron verzichtet hatte. Von der Moderatorin Petra Raue wurde diese zeitliche Verschiebung wegen der Nähe des Rassisten Edward zu den Nazis sehr begrüßt.

Mit dem „The Earl of Oxford‘s March“ feierten die Engländer einst den Sieg über die spanische Armada. Auch „Der Graf von Monte Christo“ hat neben einem romantischen auch einen gewaltsamen Kern. In beiden Kompositionen war der Rhythmus immer wieder vom beängstigend klingenden Marschtakt von Majestäten und Söldnern geprägt.

Nächstes Jahr großes Jubiläum bei TuS Syke

Der Beifall nach dem ersten Teil enthielt viel Respekt vor den Leistungen des Orchesters und seiner Dirigentin. Ganz am Ende, nach dem zweiten Teil mit zeitgenössischen Kompositionen, Jazz, Swing, Rock und Jazz, sprach dagegen die pure Begeisterung beim Applaus. Das Moderne Orchester hatte den Nerv des Publikums getroffen, das mitklatschte und groovte und am Ende Zugaben verlangte.

Ganz locker berichtete Sabine Rosenbrock von der Arbeit der Musikanten in den Monaten vor der Aufführung. Dass sie am Konzertabend mit dem Taktstock vor dem Pult stehe, sei nur Show. Um das zu beweisen, begann das Orchester auf das Kommando des Publikums „Achtung, fertig, los!“ mit einem mitreißenden Rock, der erst endete, als die Dirigentin zurückkehrte und mit einem lauten Pfiff alle zum Schweigen brachte.

Schließlich dankte die Vorsitzende des TuS Syke, Sigrun Steinmetz, sichtlich begeistert dem Orchester, Sabine Rosenbrock sowie Petra Raue für das großartige Konzert. Mit dem Hinweis, dass der TuS Syke im nächsten Jahr 100 Jahre alt wird, gab sie zu verstehen, dass sie und die Syker sich schon darauf freuen, dass das Moderne Orchester die Geburtstagsfeierlichkeiten musikalisch begleiten und gestalten wird. Vorfreude ist definitiv vorhanden.

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